Aargauer Fussballverband
Das Ende einer Männerfreundschaft - Jürg Widmer prüft rechtliche Schritte

AFV-Präsident Hans Aemisegger erklärt in Aarau seinen Rücktritt, gleichzeitig prüft der abgesetzte Jürg Widmer in Zürich rechtliche Schritte gegen den Verband.

Ruedi Kuhn
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Kopie von Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes
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Der Druck auf Hans Aemisegger wurde zu gross:
Nach den Vorwürfen der Vetterli-Wirtschaft, des diktatorischen Führungsstils und der provozierten Kündigungswelle auf der Geschäftsstelle verkündete der Präsident am Dienstag seinen Rücktritt.
An einer Medienkonferenz im Aarauer Gasthof zum Schützen gab Aemisegger bekannt, dass acht Jahre nach der Wahl zum AFV-Präsidenten für ihn der Zeitpunkt des Rücktritts gekommen ist.
Dabei erklärte er, den Schritt zum Wohle des Aargauer Fussballs zu tun und weil er privat als auch beruflich unter den Vorwürfen leide.
Bevor er seinen Rücktritt bekanntgab, begab sich Aemisegger in einer 15-minütigen Ansprache vor den Medienvertretern in die Opferrolle.
Die "AZ"-Artikel der vergangenen Wochen seien tendenziös, falsch und einseitig verfasst.
Er selber sei zu den Vorwürfen nie angehört wurden - was nicht stimmt, die "Aargauer Zeitung" hat Aemisegger mehrmals um Antworten auf ihre Fragen gebeten,...
... der AFV-Präsident ging jedoch nicht darauf ein.
Reden wollte Aemisegger im kleinen Kreis mit der "AZ" auch am Tag seiner Rücktrittsverkündigung nicht.
Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.
Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes.
Maurice Besson, Vorstandsmitglied AFV.
Richard Zwicker trat per sofort aus dem Vorstand des AFV aus.
Richard Zwicker trat per sofort aus dem Vorstand des AFV aus.
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Richard Zwicker (Mitte) und Maurice Besson (ganz rechts) vom AFV geben Interviews
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Richard Zwicker, Heinz Aemisegger und Maurice Besson
Heinz Aemisegger (links) und Maurice Besson

Kopie von Hans Aemisegger ist nicht mehr Präsident des Aargauischen Fussballverbandes

Alexander Wagner

Das ist Ironie des Schicksals: Am Dienstag nimmt Hans Aemisegger als Präsident des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) den Hut. Gleichzeitig lässt Jürg Widmer bei einem Anwalt in Zürich abklären, ob er nach der turbulenten Absetzung als Projektleiter von «Kicker Talents» eine Chance auf Schadenersatz hat.

Der Reihe nach: Aemisegger und Widmer waren Freunde. Im Herbst 2017 hatten sie die Idee, im Aargauer Nachwuchsbereich Akzente zu setzen und etwas Sinnvolles zum Wohl des Junioren-Spitzenfussballs zu machen. Sie hoben gemeinsam das Projekt «Kicker Talents» aus der Taufe. Für Aemisegger war klar: Für den Posten des Projektleiters dieses Nachwuchsprojekts ist keiner besser geeignet als Widmer.

Widmer war Feuer und Flamme. Er war Leiter, Trainer und Scout in Personalunion und beschäftigte sich Tag und Nacht mit «Kicker Talents». Als Trainer kümmerte er sich vor allem um die Auswahl mit den talentiertesten Junioren, die FE 13.

Kaum Chance auf Schadenersatz

Um dem umfassenden Auftrag gerecht zu werden, wollte Widmer den AFV-Mitarbeiter Marc Grütter als Assistenztrainer ins Boot holen. Vorstandsmitglied Maurice Besson gab dazu in seiner Funktion als Präsident der Technischen Kommission seinen Segen. Alles klar? Nein! Denn Aemisegger legte sein Veto ein.

Am 13. November 2018 kam es zum Knall. Ein emotionsgeladener Widmer schmiss den Bettel hin, entschuldigte sich kurze Zeit später aber für sein Verhalten und hätte gerne weitergemacht. Für Aemisegger war das Tuch zwischen ihm und seinem früheren Busenfreund zerschnitten. Am 14. Januar wurde Widmer definitiv raus geschmissen.

Weil er keinen schriftlichen Vertrag hatte und nur auf Mandatsbasis arbeitete, hat er kaum eine Chance auf Schadenersatz. Das erfährt er bei seinem Anwaltstermin am Dienstag in Zürich.
Als Sieger kann sich Widmer dennoch fühlen. Schon vor Wochen sagte er: «Zum Wohl des Aargauer Fussballs würde ein neuer Präsident guttun.»

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