Challenge League

Das Ende eines Fluchs und zwei Jubilare in unterschiedlichen Gefühlswelten

Auch wenn sie demonstrativ darauf verwiesen, nie ins Zweifeln geraten zu sein: Die Erleichterung konnten die Akteure des FC Aarau nach dem 3:1-Heimsieg gegen Winterthur nicht kaschieren. Nach zuletzt drei gefälligen, aber nur mit einem Punkt belohnten Auftritten entsprach die Anzeige auf der Resultattafel endlich dem Gezeigten auf dem Rasen. Kommt dazu: Ausgerechnet im ersten Spiel nach der Bekanntgabe, dass der erkrankte Topksorer Shkelzen Gashi bis im Frühjahr 2021 ausfallen wird, agierte die Mannschaft im Torabschluss mit der nötigen Effizienz - von vier Schüssen aufs gegnerische Tor landeten drei im Netz.

Seit dem Freitagabend ist auch ein anderer, kleiner Fluch Geschichte: Der FC Aarau kann nämlich doch noch gegen Winterthur gewinnen. Sechs Mal blieb der Versuch zuvor erfolglos – darunter zwei empfindliche 2:5-Klatschen. Der bis dato letzte Sieg gelang am 17. März 2019, am 25. Spieltag der Saison 2018/19, als der damalige Abwehrchef Nicolas Bürgy seinen einzigen Treffer für den FC Aarau während der einjährigen Leihe aus Bern erzielte. Das 1:0 gegen einen Direktkonkurrenten war ein kapitaler Schritt auf dem Weg in die Barrage.

Zurück in die Gegenwart, zum Spiel am Freitagabend: Es zeigte auf, dass der FC Aarau sich nicht verstecken muss vor einem Klub wie dem FC Winterthur, dessen Kader punkto Breite und Prominenz demjenigen der Aarauer überlegen ist. Die Partie brachte jedoch auch hervor, dass der FC Aarau einfach nicht zu Null spielen kann.

Daran keine Schuld trägt Goalie Simon Enzler, der im Sommer aus Luzern aufs Brügglifeld gewechselt ist. Abgesehen von seinem Patzer vor Wochenfrist gegen GC (0:1) ist Enzler der Rückhalt, den ein junges und neu geformtes Team braucht. Stellvertretend dafür stehen die zwei Penaltys, die Enzler als FCA-Goalie bereits parieren konnte. Auch gegen Winterthur brauchte es seine Interventionen, um nicht einem Rückstand hinterherzulaufen und später, um nicht in der Schlussphase den Ausgleich zu kassieren.

Fussball, Challenge League: Stimmen zum Spiel, FC Aarau-FC Winterthur (27.11.20)

Doch auch Enzler konnte bislang eine nun 27 Meisterschaftsspiele andauernde Serie nicht unterbrechen: Die, dass der FC Aarau in jeder Partie mindestens ein Gegentor erhält. Letztmals zu Null spielte man beim Rückrundenauftakt der vergangenen Saison, 2:0 hiess es auswärts gegen Stade Lausanne-Ouchy.  Danach beendete der FCA die Spielzeit 2019/20 als Schiessbude der Liga mit insgesamt 80 Gegentoren, 2,2 pro Spiel. Nach zehn Partien in der laufenden Saison sind es bereits wieder 17 Gegentreffer, wobei nach genauerem Hinschauen zu erwähnen ist: Insgesamt zeigt sich die FCA-Abwehr in dieser Saison einigermassen stabil: Nur drei Mal gab es mehr als einen Gegentreffer: Beim 2:2 gegen Kriens, beim 1:3 gegen Wil und beim 2:5 gegen? Na klar, den FC Winterthur, gegen den sich Aarau im Rückspiel im Brügglifeld auf überzeugende Art und Weise für die Pleite am 2. Spieltag revanchierte.

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