Challenge League

Das Horrorszenario des Raimondo Ponte

Trotz Zweijahresvertrag tritt Denis Markaj heute nicht für, sondern gegen den FC Aarau an.

Trotz Zweijahresvertrag tritt Denis Markaj heute nicht für, sondern gegen den FC Aarau an.

Eigentlich sollte Denis Markaj seit letztem Sommer für den FC Aarau spielen, doch am Sonntag steht er im Aufgebot von Gegner Le Mont – und lässt FCA-Sportchef Raimondo Ponte zittern.

Man soll den Teufel nicht an die Wand malen. Machen wir es trotzdem: Was ist, wenn der vom FC Aarau in der Rückrunde dieser Saison an Le Mont ausgeliehene Denis Markaj am Sonntag Nachmittag im Brügglifeld das Siegestor für die Waadtländer erzielt? «Eine schwierige Frage», sagt Aaraus Sportchef Raimondo Ponte. «Ich gehe mal davon aus, dass Markaj keinen Treffer erzielt.» Und wenn doch? Ponte überlegt. «Wenn doch? Dann würde ich lieber nicht in meiner Haut stecken ...»

Es ist gut zu wissen, dass der Sportchef des FC Aarau den Humor trotz der schwierigen sportlichen Situation nicht verloren hat. Spass beiseite: Blicken wir den Tatsachen ins Gesicht! Bringen wir Licht ins Dunkel! Die Personalie Markaj entbehrt nämlich keinesfalls einer gewissen Brisanz. Der Aussenverteidiger spielte während dreier Jahren beim FC Lugano und unterschrieb im Januar des vergangenen Jahres einen Zweijahresvertrag beim FC Aarau. Dieser Vertrag hatte eigentlich ab Juli 2015 Gültigkeit.

Markaj sollte alsoauf die Saison 2015/16 vom Stadio Cornaredo in Lugano ins Brügglifeld wechseln. Es kam anders. Ganz anders. Weil der FC Aarau im Frühling des vergangenen Jahres in die Challenge League abgestiegen ist und der FC Lugano gleichzeitig die Promotion in die Super League schaffte, wollte Markaj im Tessin bleiben. Was tun? Nach einigen Verhandlungsrunden einigten sich die beiden Klubs darauf, dass Markaj zumindest noch bis Ende dieser Saison für Lugano spielen darf.

«Es ist einfach dumm gelaufen», blickt Markaj zurück. «Es war kein Entscheid gegen den FC Aarau, sondern ein sportlicher Entscheid. Ich wollte die Chance nutzen, mit Lugano in der Super League spielen zu können.» Verständlich! Für Markaj also war die Welt im Sommer des letzten Jahres in Ordnung. Und zu Beginn der Saison lief alles wie am Schnürchen «Ich zählte sechsmal zur Startformation», sagt der einstige Junior des FC Baden. Gegen Ende September setzte Oldie-Trainer Zdenek Zeman allerdings nicht mehr vorbehaltlos auf den 25-jährigen Abwehrspieler. Die Einsätze wurden weniger und weniger. «Das habe ich mir natürlich anders vorgestellt», fügt Markaj hinzu. «Und so entschied ich mich, den FC Lugano in der Winterpause zu verlassen und eine neue Herausforderung zu suchen.» Die logischste Variante wäre natürlich ein Wechsel zum FC Aarau gewesen. Weil der Super-League-Absteiger mit Igor Nganga, Miguel Peralta, Kim Jaggy und Bruno Martignoni bereits vier Aussenverteidiger unter Vertrag hat, entschieden die Aarauer, Markaj bis Ende dieser Saison auszuleihen. Siehe da: Le Mont hatte Interesse! So bietet sich Markaj bis Ende Mai die Möglichkeit, bei den Waadtländern Spielpraxis zu sammeln.

Und nun folgtfür Markaj also das Gastspiel im Brügglifeld. «Ich freue mich auf die Partie gegen Aarau», sagt er. «Natürlich sind Emotionen mit dabei. Aber es geht in erster Linie um das Schicksal von Le Mont. Nach drei Niederlagen in Serie streben wir natürlich ein Erfolgserlebnis an.» Wer weiss? Vielleicht schiesst Markaj Le Mont im Duell der Kellerkinder der Challenge League tatsächlich zum Sieg. Für Ponte wäre eine Pleite das absolute Horrorszenario. Dabei wäre es für ihn einfach gewesen, das flaue Gefühl in der Magengegend zu vermeiden: Mit einer Vertragsklausel nämlich, dass Markaj in den zwei Rückrundenpartien gegen den FC Aarau nicht spielberechtigt ist.

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