NLA-Handball

Das System HSC funktioniert: Spielmacher Dylan Brandt ist der lebende Beweis dafür

Dylan Brandt gab nach langer Verletzungspause beim 26:21-Heimsieg gegen Kriens-Luzern sein Comeback im HSC-Trikot.

Dylan Brandt gab nach langer Verletzungspause beim 26:21-Heimsieg gegen Kriens-Luzern sein Comeback im HSC-Trikot.

Nach dem Comeback vor einer Woche empfangen Dylan Brandt und sein HSC Suhr Aarau am Sonntag St. Otmar St. Gallen. Dass dem 20-jährige Spielmacher vor einer Woche die Rückkehr zum HSC so erfolgreich gelungen ist, hat auch mit dem Spielsystem zu tun.

Wenige Minuten nach der Pause ist es so weit: Dylan Brandt entledigt sich seiner Trainingsjacke und betritt die Platte. Sogleich ist der Rückraumspieler voll und ganz ins Angriffsspiel des HSC Suhr Aarau eingebunden und wird zum Dreh- und Angelpunkt desselben.

Zwar steuert der 20-Jährige zum 26:21-Heimsieg gegen Kriens-Luzern am vergangenen Sonntag keinen eigenen Treffer bei, sein Einfluss während seiner rund 15-minütigen Einsatzzeit auf die Partie ist aber unbestritten. «Es ist geil, dass ein solch junger Spieler reinkommt und sogleich die Führung des Spiels übernimmt», sagt HSC-­Cheftrainer Misha Kaufmann nach der Partie.

Warum das besonders erwähnenswert ist? Weil es knapp elf Monate her ist, seit der 1,81 m grosse und 81 kg schwere Spielmacher zum letzten Mal für den HSC aufgelaufen ist. Brandt hatte sich Mitte November des vergangenen Jahres beim 28:22-Heimsieg gegen GC Amicitia einen Abriss des Labrums und einen Knorpelschaden an der linken Schulter zugezogen.

Die konservative Behandlungsmethode scheiterte, weshalb er sich einer Operation unterziehen musste. «Es war megaschön», sagt Brandt ein paar Tage später im Rückblick auf sein Comeback beim HSC.

Erste Spielpraxis nach Verletzung bei Solothurn

Aber: Brandts gelungenes Comeback beim HSC ist eben weit mehr, als einfach nur eine persönliche Erfolgsgeschichte. Viel mehr zeigt sie auch etwas anderes auf: Das System HSC funktioniert.

Zwar hat Brandt das Aufbautraining nach seiner Operation beim HSC gemacht. Als er sich aber im Sommer bereit für die Rückkehr auf die Platte fühlte, vollzog er diesen Schritt dank seiner Talentförderlizenz beim TV Solothurn, mit dem die Aargauer zusammenarbeiten. Beim NLB-Verein sammelte Brandt Spielpraxis – und kehrte nun nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Sergio Muggli, der sich derzeit mit einer ähnlichen Schulterverletzung herumplagt wie zuletzt Brandt, in die Reihen des HSC zurück.

Brandt kam erst zwei Tage vor Comeback zum HSC zurück

Dass ihm das in dieser Art und Weise gelang, hat viel mit den Ähnlichkeiten im Spielsystem von HSC und TVS zu tun: «In Solothurn spielen sie unter Tinu (Ex-HSC-Spieler Martin Prachar ist TVS-Trainer, d. Red.) dasselbe System wie wir», sagt Kaufmann und ergänzt: «Das hat den Vorteil, dass sich Dylan bei seiner Rückkehr zu uns nicht um Spielzüge kümmern muss.»

Tatsächlich hätte das sonst Brandts Reintegration erschweren können, stiess er doch erst zwei Tage vor seinem Comeback zum HSC. Denn: Selbst die massiv abgespeckte Version des sogenannten Playbooks von HSC-Trainer Kaufmann umfasst rund 70 Seiten.

«Dieser Umstand hat mir auf jeden Fall sehr geholfen», sagt Brandt. «Ich kenne meine Parts im Playbook sehr gut, auch weil wir es in Solothurn sehr ähnlich spielen. Der grosse Unterschied war das Niveau der NLA, wo alles etwas schneller und intensiver ist.»

Zurück zum System HSC, in dem hoffnungsvolle Nachwuchsspieler mit Talentförderlizenzen ausgestattet und beim TV Solothurn in der NLB oder dem Partnerverein HV Olten in der 1. Liga zum Einsatz kommen. So sollen diejenigen, die in der NLA noch kaum eine Chance erhalten zur Spielpraxis kommen – in Spielsystemen, die demjenigen von Kaufmann sehr ähnlich sind. Das gilt neben Brandt beispielsweise auch für den derzeit verletzten Jonas Kalt oder Lars Hofer, die ebenfalls für die Solothurner auflaufen.

Am Sonntag (Anpfiff: 16 Uhr) steht für Brandt die nächste Partie im HSC-Trikot auf dem Programm. Gegen St. Otmar St. Gallen streben Brandt und Co. in der Schachenhalle den sechsten Sieg im sechsten Heimspiel der Saison an.

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