2. Liga AFV

«Das Ziel bleibt der Klassenerhalt» – wenn der Abstiegskandidat zum Spitzenreiter wird

Niederwil führt derwil die Tabelle der 2. Liga AFV an.

Niederwil führt derwil die Tabelle der 2. Liga AFV an.

Der FC Niederwil belegte beim Saisonabbruch im Frühling den letzten Platz, nun steht der Verein plötzlich nach 5. Spieltagen ungeschlagen an der Spitze der 2. Liga AFV. Die Mannschaft hat sich dabei kaum verändert.

Es ist eine faustdicke Überraschung in der 2. Liga AFV: Nach fünf Spieltagen führt der FC Niederwil die Tabelle der Liga mit vier Punkten Vorsprung souverän an. Das Team, dass in der letzten Saison beim Stand vom Abbruch gerade mal 12 Tore und 8 Punkte aus 13 Partien verbuchen konnte, steht nun mit einer überragenden Ausbeute von 13 Punkten und 17 Toren aus fünf Partien da. 

Trainer Luigi Saporito schmunzelt. Er weiss genau, wie schnell sich das Blatt wieder wenden kann: «Letzte Spielzeit war für uns verflixt. Das berüchtigte zweite Jahr in der Liga ist immer schwierig. Wir konnten nicht unser volles Potenzial abrufen. Wir wussten aber, dass mehr in der Mannschaft steckt.»

Luigi Saporito reitet mit dem FC Niederwil auf der Erfolgswelle.

Luigi Saporito reitet mit dem FC Niederwil auf der Erfolgswelle.

Dass beim FC Niederwil tatsächlich mehr Potenzial vorhanden ist, dürfte inzwischen auch bei der Konkurrenz angekommen sein. Die Ambitionen bleiben beim Klub allerdings gleich: «Wir haben einen guten Lauf, aber das kann sich schnell ändern. Natürlich versuchen wir den Moment zu geniessen, aber unser Ziel bleibt der Klassenerhalt.»

Team war während Coronapause diszipliniert

Dass Saporito vom Erhalt der Liga spricht, obwohl seine Mannschaft Meisterkandidat FC Rothrist bezwungen hat und zuletzt im Spitzenduell gegen FC Schönenwerd-Niedergösgen nur wegen einem Penalty in der 93. Minute zum ersten Mal Punkte abgeben musste, könnte durchaus als Understatement gewertet werden.

Doch der Trainer sieht das anders: «Individuell können wir mit den Spitzenteams nicht mithalten. Bei uns ist der Star das Kollektiv. Ausserdem hatten wir auch das Wettkampfglück auf unserer Seite und andere Mannschaften haben ihre Form noch nicht gefunden, daher darf der Stand der Tabelle nicht überbewertet werden. Wir haben noch nichts erreicht.»

17 Tore in 5 Partien: Die Offensiv-Abteilung beim FC Niederwil ist sehr produktiv.

17 Tore in 5 Partien: Die Offensiv-Abteilung beim FC Niederwil ist sehr produktiv.

Trotz dem Tritt auf die Euphorie-Bremse muss sich jedoch auch der Trainer eingestehen, dass er mit diesem Einstand in die neue Saison definitiv nicht gerechnet hat: «Klar, das Team hat die Coronapause sehr gut weggesteckt und war dabei sehr diszipliniert. Unsere Vorbereitungsphase danach war durchgeplant und sehr effektiv. Dass wir allerdings gleich so durchstarten, ist schon überwältigend.»

Rückkehrer trifft am Laufband 

Der Erfolg begründet Saporito auch mit dem Zuzug von Reto Salm, der zuletzt als Cheftrainer bei der U23 des FC Wohlen engagiert war: «Er ist sehr erfahren und fachkundig und konnte in der Vorbereitung bereits wichtige Impulse geben. Zudem sind wir seit vielen Jahren befreundet. Wir haben eine gute Dynamik. Dass wir nun gemeinsam als Cheftrainer fungieren können, wirkt sich offensichtlich positiv auf das Team aus.»

Reto Salm coacht seit dieser Saison gemeinsam mit Luigi Saporito den FC Niederwil.

Reto Salm coacht seit dieser Saison gemeinsam mit Luigi Saporito den FC Niederwil.

Auch ein Faktor ist Andreas Habegger, der nach einem Jahr beim FC Lenzburg wieder nach Niederwil zurückgekehrt ist und nun zusammen mit seinem Teamkollegen Fabrice Rätz (beide fünf Tore in dieser Spielzeit) aktuell zu den treffsichersten Spielern der Liga gehört. «Natürlich ist die Rückkehr von Andreas sehr wertvoll, aber bei uns ist die Last auf verschiedenen Schultern verteilt. Das ist unsere grosse Stärke», erklärt Saporito.

Andreas Habegger hat beim FC Niederwil sofort eingeschlagen.

Andreas Habegger hat beim FC Niederwil sofort eingeschlagen.

Für die kommenden Partien gilt für das Trainerduo Saporito und Salm die Devise: Mit den Füssen auf dem Boden bleiben! «Klar, die Mannschaft befindet sich derzeit im Rausch. Die Stimmung ist grossartig. Aber das kann auch gefährlich sein, wir dürfen nicht übermütig werden. Wir müssen die Jungs nun jeden Spieltag daran erinnern, dass wir immer noch das kleine Niederwil sind. Nur so können wir diesen traumhaften Lauf fortsetzen.»

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