2. Liga AFV

Das Zwischenfazit der vierzehn Teams: Pleiten, Pech, Pannen und ein Überflieger

Besser könnte es für ihn nicht laufen: Torgarant Fidan Tafa (Mitte) ist mit Leader Lenzburg in der 2. Liga AFV auf Erfolgskurs.

Besser könnte es für ihn nicht laufen: Torgarant Fidan Tafa (Mitte) ist mit Leader Lenzburg in der 2. Liga AFV auf Erfolgskurs.

Nach dreizehn gespielten Runden folgt in der 2. Liga AFV die Winterpause – und ein Zwischenfazit zu den Leistungen der vierzehn Mannschaften. Dabei vermag nicht nur der souveräne Leader FC Lenzburg zu überzeugen.

Mit unterschiedlichen Zielen starteten die Teams der 2. Liga AFV in die Saison. Nach dreizehn gespielten Runden wurden Absteiger, Aufsteiger und ­Routiniers kräftig durchein­andergewirbelt. Zeit für ein ­Zwischenfazit.

Die Überraschungen

Probleme, sich an die Liga zu gewöhnen? Nicht bei den beiden Aufsteigern Fislisbach und Schönenwerd-Niedergösgen. Beide zeigen dank ihrer Trainer soliden Fussball, konnten den Schwung aus dem Aufstieg mitnehmen und sich im Mittelfeld etablieren. Ebenfalls begeistern kann Leader Lenzburg, der trotz des verlorenen Direktduells gegen Rothrist stets überzeugt hat. Mit Abstand verschmerzten die Lenzburger am wenigsten Gegentore, kassierten im Schnitt weniger als einen Treffer pro Partie. Während sich der Verein in der vergangenen ­Saison mit dem neunten Platz zufriedengeben musste, darf er nun als Aufstiegsfavorit überwintern. Für diesen Höhenflug zeichnet sich Trainer Emilio Munera verantwortlich, der das Team seit seiner Übernahme gefestigt und punktuell verstärkt hat. Dabei darf er auch von dem durch gute Einzelspieler bestückten Kader profitieren. Der Traditionsverein mit Ambitionen scheint mit ihm einen Trainer gefunden zu ­haben, der diese auch umsetzen kann.

Die Enttäuschungen

Zu den Verlieren gehören die Teams, bei denen Potenzial und Leistung nicht übereinstimmt. Am stärksten zeigt sich diese Diskrepanz bei Othmarsingen und Kölliken. Othmarsingen ist mit einer starken Offensive bestückt, schafft es aber nicht, sich diese zunutze zu machen und findet sich so mitten in der Abstiegszone wieder. Ähnlich sieht es bei Kölliken aus, das nominell ebenfalls eine gute Truppe stellt, aber daran scheitert, deren ­Stärke einzusetzen. Magere fünf Siege aus dreizehn Spielen konnten die Kölliker mit­nehmen und hinken so den Erwartungen hinterher.

Arton Tishuki (rechts, gegen Schönenwerds Jonas Hunkeler) muss mit dem FC Kölliken momentan noch auf Erfolgserlebnisse warten.

Arton Tishuki (rechts, gegen Schönenwerds Jonas Hunkeler) muss mit dem FC Kölliken momentan noch auf Erfolgserlebnisse warten.

Die Geprellten

Nicht immer entspricht der ­Tabellenplatz der Leistung. Unter Wert geschlagen wurde vor ­allem Niederwil. Auch wenn die Mannschaft nie ein An­wärter für die vordere Hälfte war, werden ihr die bisher eingefahrenen fünf Punkte nicht gerecht. Das gilt aber auch für Kölliken. Bei beiden ist mit einer deutlich besseren Rückrunde zu rechnen.

Die Altbewährten

Die Zusammensetzung des ­Spitzenquartetts vermag kaum zu überraschen. Dass Sarmenstorf, Niederwil und Oftringen in der hinteren Hälfte landen ­würden, war zu erwarten, gleich sieht es bei Gränichen und ­Gontenschwil aus, die sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten bewegen. Trotz Absteigerbonus legt auch der FC Wohlen II keinen Höhenflug hin. Das junge Kader erfüllt die Erwartungen trotzdem.

Die spektakulärsten Spiele

Die Liga konnte mit mehreren spektakulären Duellen auf­warten. Nur fünfmal gab es ein torloses Remis, meist hiess es «Tag der offenen Tür». Dazu gehört das Spiel Mutschellen gegen Schönenwerd-Nieder­gösgen, in dem Mutschellen in der letzten halben Stunde einen 1:3 Rückstand aufholte und mit 4:3 als Sieger vom Platz ging. Auch Fislisbach gegen Wohlen II reiht sich in diese Kategorie ein, in der letzten Viertelstunde fielen dort sechs Tore. Unübertroffen bleibt aber das 6:4 ­zwischen Wohlen und Othmarsingen. Wohlen, das ein ausgeglichenes Torverhältnis aufweist, setzte dabei einmal mehr auf das Alles-oder-Nichts-Prinzip und wurde belohnt.

Die wichtigsten Figuren

Wenn es um die prägendsten ­Figuren geht, ist das souveräne Auftreten und die Leistung von Emilio Munera und seinem FC Lenzburg hervorzuheben. Des Weiteren konnte Mutschellens Torhüter Fabian Riesen glänzen. Trotz 22 Gegentoren zeigte er bisher einige ausserordentliche Leistungen. Auch Rothrist-Stürmer Volkan Karaboga und Lenzburgs Fidan Tafa vermögen mit ihren 15 Treffern zu be­geistern und führen verdient die Torjägerliste an.

Rothrists Emrah Karaboga (links) kann einmal mehr überzeugen - hier forderte er Oftringens Luca Costa.

Rothrists Emrah Karaboga (links) kann einmal mehr überzeugen - hier forderte er Oftringens Luca Costa.

Die Kuriosität

Pleiten, Pech und Pannen gab es gleich beim Auftaktspiel zwischen ­Niederwil und Gränichen. Zweimal musste der zweite Penalty des Spiels wiederholt werden, bevor ihn der Schiedsrichter anerkannte. Erst dann stand der Torhüter von Niederwil still ­genug und erfüllte so die Regel der Fifa. Gleich doppelt wurde ­Silvan Sigg bestraft: Er hielt zwar die ersten zwei Penalty-Versuche – da er sich aber zweimal zu früh bewegte, wurde er mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen. Der dritte Versuch führte zum Ausgleich und Niederwil ­musste in der 97. Minute sogar noch das 1:2 hinnehmen.

Der grösste Knatsch

Im Gegensatz zu vielen anderen Ligen herrschte in der 2. Liga AFV Harmonie. Potenzial für Diskussionen war trotzdem vorhanden. Dazu gehörte vor allem die gerade erwähnte Partie. Die noch ungewohnte Regelung und der Spielerauschluss sorgten bei den Zuschauern für Unverständnis und für Unmut beim FC Niederwil, der das Ganze aber sportlich nehmen konnte.

Die Prognose

Wie in der Vergangenheit darf mit einem spannenden Titelkampf gerechnet werden, eine Finalissima scheint möglich. Ob es auch im Keller noch einmal spannend werden kann, wird sich nach der Pause zeigen.

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