Playoff-Viertelfinal
David gegen Goliath: Der HSC Suhr Aarau trifft heute Abend auswärts auf Seriensieger Schaffhausen

Der HSC Suhr Aarau startet heute Abend (Anpfiff um 20.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel gegen die Kadetten Schaffhausen in die Playoff-Viertelfinals.

Sebastian Wendel und Leandro De Mori
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HSC-Trainer Misha Kaufmann (M.) kann zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals wieder auf Captain Patrick Romann (r.) bauen.

HSC-Trainer Misha Kaufmann (M.) kann zum Auftakt der Playoff-Viertelfinals wieder auf Captain Patrick Romann (r.) bauen.

Archiv/Alexander Wagner

Es scheint nicht so, als würden die Kadetten Schaffhausen am Weiterkommen gegen den HSC Suhr Aarau zweifeln. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bezeichnet Kadetten-Teammanager David Graubner den Gegner in den Playoff-Viertelfinals als «sehr guten Test und als erste Hürde».

Keine sportlerüblichen Floskeln à la «jedes Spiel beginnt bei null» oder «wir denken Schritt für Schritt», sondern die klare Devise: Der HSC Suhr Aarau ist für die Kadetten nicht mehr als ein hochstehender Sparringspartner vor den nächsten, schwierigeren Aufgaben auf dem Weg zum Meisterpokal. Nun, die Schaffhauser sind mit sieben Titeln in den vergangenen acht Saisons so etwas wie der FC Basel der Schweizer Handballszene. Die Ansprüche sind hoch, da darf der Tabellenletzte der Finalrunde kein Hindernis auf dem Weg zum nächsten Titel sein.

HSC vs. Kadetten

- Spiel 1: Donnerstag, 22. März, 20.30 Uhr, BBC-Arena, Schaffhausen (live MySports)

- Spiel 2: Mittwoch, 28. März, 20.00 Uhr, Schachenhalle, Aarau

- Spiel 3: Mittwoch, 11. April, 20.15 Uhr, BBC-Arena, Schaffhausen

- evtl. Spiel 4: Freitag, 13. April, 20.00 Uhr, Schachenhalle, Aarau

- evtl. Spiel 5: Sonntag, 15. April, 17.00 Uhr, BBC-Arena, Schaffhausen

Wie sieht man das in Aarau? Lässt man sich als «Test» für den Seriensieger abstempeln? Misha Kaufmann, der Trainer beim HSC Suhr Aarau, sagt kampflustig: «Es ist lange her, dass Schaffhausen uns mit einem hohen Resultat geschlagen hat. Sie sind ein Gegner wie jeder andere, den wir schlagen wollen.» Nichts ist davon zu spüren, dass man in der Schachenhalle die Flinte schon vor den Viertelfinals ins Korn werfen würde.

Apropos: In die Spiele im heimischen Hexenkessel setzen die Aarauer besonders grosse Hoffnungen. HSC-Geschäftsführer Lukas Wernli: «Wir haben den zweithöchsten Zuschauerschnitt der NLA, das ist sensationell. Die Atmosphäre in der Schachenhalle kann für die Gegner schon furchteinflössend sein.»

Hoffnung auf ein Handball-Wunder

Hoffnung auf ein kleines Handball-Wunder, was ein HSC-Weiterkommen definitiv wäre, gibt auch die aktuelle Form-Baisse der Schaffhauser: Die Finalrunde beendeten sie lediglich auf dem dritten Platz. Der Trainerwechsel Mitte Dezember von Peter Kukucka zum früheren Schweizer Nati-Coach Arno Ehret brachte bislang nicht den gewünschten Erfolg. In drei der letzten vier Partien setzte es für die Kadetten Niederlagen ab.

«Die Chancen, die wir bekommen, wollen wir resolut nutzen», sagt HSC-Trainer Kaufmann, der in den Playoffs auf einige zuletzt verletzte Spieler zurückgreifen kann, darunter der Ende Saison abtretende Captain Patrick Romann. Geschäftsführer Wernli ergänzt: «Unsere grössten Stärken sind die Leidenschaft und die Harmonie des Kollektivs. Wir sind alle füreinander da, wir funktionieren wie eine Familie. Diese Werte sind bei einem Klub von der Grösse der Kadetten wohl weniger vorhanden. Ich bin gespannt, wie sie reagieren, wenn wir sie in Bedrängnis bringen sollten, und ob sie dann als Team aus dieser herausfinden können.»

Auftakt live bei «MySports»

Abgesehen von den sportlichen Ambitionen wertet man die Playoffs gegen diesen Klasse-Gegner auch als wichtige Lektion für die Zukunft. Wernli: «Ihre Spieler sind Playoff-erprobt, sie wissen genau, auf was es in der entscheidenden Phase der Saison ankommt. Eine Playoff-Serie gegen Schaffhausen ist eminent wichtig für unsere Entwicklung als Verein. Schliesslich wollen wir in Zukunft auch dahin kommen, wo Schaffhausen heute ist.» Erfolgsdruck gebe es für Trainer Kaufmann und seine Spieler keinen: «Wir sind krasser Aussenseiter. Da wäre es vermessen, irgendwelche Ansprüche zu stellen.»

Mal schauen, wozu die prächtig aufgelegte Mannschaft des HSC Suhr Aarau gegen den zuletzt nicht überzeugenden Favoriten fähig ist. Wer heute Abend David beim ersten Versuch, Goliath ins Wanken zu bringen, zuschauen möchte, der muss nicht zwingend nach Schaffhausen reisen: Die Partie zum Auftakt der Playoffs wird vom neuen TV-Sender MySports live übertragen.

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