Challenge League

Dem FC Wil droht nach Jubeltraube im Brügglifeld Ungemach: Wie reagiert die Liga?

Die Wilder Jubeltraube nach dem Tor zum 3:1 entspricht so gar nicht dem Corona-Schutzkonzept der Liga

Die Wilder Jubeltraube nach dem Tor zum 3:1 entspricht so gar nicht dem Corona-Schutzkonzept der Liga

Im Stadion Brügglifeld läuft beim Ligaauftakt zwischen Aarau und Wil die 90. Spielminute: Das Heimteam drückt beim Stand von 2:1 für die Gäste auf den Ausgleich, als der FC Wil einen Gegenangriff lanciert und in Person von Bledian Krasniqi das 3:1 erzielt. Die Siegsicherung lässt bei den Ostschweizern alle Dämme brechen: Vor der Ersatzbank bildet sich eine grosse Jubeltraube, es wird geschrien, sich umarmt, geherzt, getanzt - mittendrin Cheftrainer Alex Frei.

So weit, so gewöhnlich! Niemand würde das Verhalten der Wiler hinterfragen - wäre da nicht Corona: Für die neue Saison hat die Swiss Football League ein Schutzkonzept erarbeitet, in dem unter anderem der exzessive Torjubel untersagt wird. En Detail: Beim Torjubel, bei Auswechslungen sowie vor und nach dem Spiel ist nur der Körperkontakt mit der Faust, dem Ellbogen oder den Füssen erlaubt. Kein Abklatschen, keine Umarmungen und keine Küsse mehr.

Nach Spielschluss gings weiter: Die nicht aufgebotenen und verletzten Spieler der Gäste begaben sich im Brügglifeld an die Tribünen-Reling, um mit den Kollegen abzuklatschen. Dabei zogen sie demonstrativ ihre Masken unter das Kinn, einer verhöhnte gar die Maskenpflicht. 

FC Aarau - FC Wil – Interviews mit Shkelzen Gashi und Cheftrainer Stephan Keller

Ein von der Swiss Football League entsandter Kontrolleur filmte alles mit dem Handy. Den Wilern droht gemäss Reglement nun Ungemach in Form einer Geldstrafe: Denn die Regelhüter der Swiss Football League haben sich an der letzten Generalversammlung von ihren Mitgliedern, also von den 20 Profivereinen, die Erlaubnis geholt, bei Verstössen gegen das Schutzkonzept die Sünder zu büssen.

Nur Giger überzeugend: Das sind die Noten der Aarau-Spieler:

Man darf gespannt sein, ob die Swiss Football League an den Wilern ein Exempel statuiert oder beide Augen zudrückt. Ganz unabhängig davon, ob die Jubeleinschränkungen Sinn machen oder nicht viel eher der grösste Quatsch sind, da sich die Spieler während der Partie sowieso laufend sehr nahe kommen.

Übrigens: Nachdem die Aarauer eine Woche zuvor für das Jubelverhalten nach dem Sieg im Penaltyschiessen gegen den gleichen Gegner explizit gelobt wurden, entsprach im Spiel darauf der Jubel nach dem zwischenzeitlichen 1:0 durch Gashi nicht mehr den Vorgaben (siehe Bild).

Sollte es indes auch dafür eine Strafe geben, müsste jeder Verein schnellstens den Posten "Jubelbusse" ins Budget aufnehmen.

Gashi und Rrudhani herzen sich nach dem 1:0 für den FCA - verständlich, aber offiziell verboten

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