FC Aarau

Der Blick in die Kristallkugel: So steht es um die Barrage-Chancen des FC Aarau

Wohin führt der Weg des FC Aarau? Gelingt Trainer Rahmen das Wunder Barrage?

Der FC Aarau steht vor dem letzten Saisonviertel der Challenge League auf Platz 4. Der Barrage-Platz liegt nur drei Punkte entfernt in greifbarer Nähe. Das Erreichen der Aufstiegsspiele wäre ein kleines Fussballwunder.

13 Punkte Vorsprung auf Rang 2 – seit dem 2:0-Derbysieg gegen Lausanne Sports am Mittwochabend steht Servette mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit als Direktaufsteiger in die Super League fest.

Die Genfer sind in den Augen aller Challenge-League-Trainer und aller Experten das stabilste und beste Team der Liga. Der Mega-Vorsprung auf Rang 2 wird sich die Mannschaft von Alain Geiger nicht mehr nehmen lassen. Darum: Chapeau Servette – die Rückkehr ins Oberhaus nach sechs Jahren Absenz habt Ihr Euch redlich verdient!

Lausanne hat die besten Karten

Ist die Saison somit gelaufen? Ist die Luft draussen? Nein! Denn zum Glück hat die Swiss Football League auf Drängen von FCA-Präsident Alfred Schmid und weiteren Challenge-League-Klubs auf diese Saison hin wieder die Barrage eingeführt. Und der Kampf um diese ist hoch spannend: Vor den letzten neun Spieltagen haben noch drei Teams intakte Chancen auf den begehrten Rang 2: Einer vom Trio Lausanne (44 Punkte), Winterthur (42) und Aarau (41) wird es schaffen.

Punktemässig hält momentan Lausanne die besten Karten in den Händen. Aber die Waadtländer zeigen Nerven: In den vergangenen zwei Heimspielen gegen Chiasso (1:1) und Servette (0:2) gab es gerade mal einen Punkt. Gemessen an der bisherigen neun Rückrundenspiele hat der FC Aarau die besten Chancen:

Das Team von Trainer Patrick Rahmen hat seit der Winterpause 18 Punkte gewonnen, einen weniger als Servette. Lausanne hingegen holte 16 Punkte, der FC Winterthur sogar nur 11. Hält dieser Trend im letzten Saisonviertel an, wird nach 36 Spieltagen der FC Aarau vor Lausanne und Winterthur Rang 2 belegen und die Barrage gegen den Super-League-Neunten absolvieren (wohl Xamax oder GC).

Nur ein Mal keine 60 Punkte

Der Blick in die Kristallkugel lässt erahnen: In dieser Saison müssten in der Endabrechnung 60 Punkte für Rang 2 reichen. Heisst: Der FC Aarau (momentan 41 Punkte) muss in den verbleibenden neun Spielen weitere 19 Punkte holen, dann dürfte ihm der Barrage-Platz sicher sein. Dies unter der Voraussetzung, weder Lausanne noch Winterthur erleben im letzten Saisonviertel eine Leistungsexplosion, sondern bleiben im bisherigen Fahrwasser.

In den vergangenen Jahren hätte der FC Aarau mit 41 Punkten nach 27 Spieltagen nur noch marginale Chancen auf Rang 2 gehabt: Denn seit Einführung der Zehnerliga (Saison 2012/13) genügten nur ein Mal weniger als 60 Punkte für Rang 2: 2015/16 wurde Xamax mit 53 Punkten Zweiter hinter Lausanne, das sich damals mit nur 65 Punkten den Direktaufstieg sicherte. In den restlichen fünf Spielzeiten mit zehn Teams in der Challenge League hatte der Zweitplatzierte jeweils mindestens 64 Punkte.

Wie blickt man im Brügglifeld auf das letzte Saisonviertel? FCA-Trainer Patrick Rahmen sagt: «Rechenspiele sind etwas für Fans und Journalisten. Wir haben die Aufgabe, uns Woche für Woche mit vollster Konzentration auf die Spiele vorzubereiten.

Ich bin froh, dass die Barrage eingeführt wurde. So bleibt es an der Spitze in der Challenge League bis zum Schluss spannend. Momentan sieht es so tatsächlich so aus, dass es zu einem Dreikampf zwischen Lausanne, Winterthur und Aarau kommet. Aber wer weiss, im Fussball gehts schnell, auch den Fünften FC Wil (36 Punkte; d. Red.) darf man noch nicht abschreiben.»

Barrage wäre ein Wunder

Neben dem Formstand spricht auch das Restprogramm für den FC Aarau: Die Direktduelle gegen die Barrage-Konkurrenten Winterthur (12. April) und Lausanne (4. Mai) finden beide im heimischen Brügglifeld statt. Und nach Verlustpunkten ist Aarau das zweitbeste Heimteam hinter Servette.

Die vielversprechende Ausgangslage hat rund um den FC Aarau eine kleine Euphorie ausgelöst. Zurecht. Doch sollte man sich immer vor Augen halten: Dass Aarau nach dem katastrophalen Start (nach elf Spielen erst vier Punkte) vor dem letzten Saisonviertel überhaupt noch um die Barrage kämpft, ist an sich schon ungewöhnlich. Sollte die Mannschaft das Ziel tatsächlich erreichen, wäre das nicht weniger als ein Fussballwunder.

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