Fussball
Der FC Aarau bezahlt für das Trainingslager in der Südtürkei 45’000 Franken

Mal ganz ehrlich: Was halten Sie davon, dass der FC Aarau für neun Tage in die Südtürkei reist und für ein Trainingslager 45000 Franken ausgibt? Lohnt sich der finanzielle Aufwand?

Ruedi Kuhn, Side
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Was machen die Spieler den ganzen Tag? Sitzen Sie nur an der Sonne und lagern die Beine hoch? Nein. René Weiler sorgt dafür, dass die Mannschaft gefordert wird. Der Trainer des FC Aarau arbeitet akribisch, um nicht zu sagen pedantisch. Er schafft es seit knapp drei Jahren, die Spieler an ihre Leistungsgrenzen zu bringen und ihnen jene Winnermentalität zu vermitteln, die im Spitzenfussball für den Erfolg notwendig ist. «Ein Trainingslager», sagt Weiler, «ist für mich eine der schönsten Zeiten des Jahres. Nirgends bin ich so nahe an der Mannschaft dran. Nirgends ist der Trainingsbetrieb so intensiv.»

Binggeli mehr als nur die rechte Hand

Weiler wird in seiner Tätigkeit von einem Assistenten unterstützt, den sich jeder Trainer wünscht. Thomas Binggeli ist mehr als nur die rechte Hand des Chefs. Dennoch ist für ihn Loyalität die Grundvoraussetzung für die Ausübung seiner Funktion. Der 49-Jährige identifiziert sich nicht nur voll und ganz mit dem FC Aarau. Er lebt den Fussball und bezeichnet sich als Idealisten. Läuft alles nach Plan, wird Binggeli im Sommer dieses Jahres die Prüfungen für die Uefa Prolizenz ablegen. Mit dem Ziel im Hinterkopf, früher oder später als Cheftrainer tätig zu sein. Neben dem Duo Weiler/Binggeli arbeitet auch die medizinische Abteilung mit Konditions- und Rehabilitationstrainer Reto Jäggi sowie den beiden Masseuren Marco Dobler und Jean-Pierre Frey auf Hochtouren.

Optimale Trainings

Die Trainingsmöglichkeiten in der Südtürkei sind im Januar im Gegensatz zu jenen in der Schweiz optimal. Das Wetter mit Temperaturen bis zu 20 Grad ist gut. Die Plätze nahe vom Fünfstern-Wellnesshotel Sensimar sind in perfektem Zustand. Weil es rund um Side weit und breit keine Ablenkungsmöglichkeiten gibt, kann sich die Mannschaft voll und ganz auf den Fussball konzentrieren. Dass die Spieler während knapp anderthalb Wochen zusammen arbeiten, fördert den Teamgeist. Sportlich lohnt sich die Reise an die Wärme für den FC Aarau also allemal. Bleibt ein Blick auf das zweite Testspiel: Nach dem 1:1 gegen den deutschen Bundesligisten Hertha Berlin trifft der FC Aarau am Donnerstag auf Metalurg Donetsk. Am Samstag folgt die Rückreise in die Schweiz.

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