FC Aarau
Der FC Aarau setzt auf Individualität – grossartig, oder doch nicht?

Da hört man immer wieder, der FC Aarau halte hartnäckig, ja stur an Altbewährtem fest und sei für Neues nicht aufgeschlossen. FCA-Experte Ruedi Kuhn sagt in seiner «Apropos»-Kolumne: Stimmt doch gar nicht!

Ruedi Kuhn
Ruedi Kuhn
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Der FC Aarau am Boden? Zumindest in der Tabelle sind die Aarauer auf dem letzten Platz zu finden.

Der FC Aarau am Boden? Zumindest in der Tabelle sind die Aarauer auf dem letzten Platz zu finden.

Keystone

Seit kurzer Zeit gibt es auf dem Wochenplan des sieglosen Tabellenletzten der Challenge League gleich zwei Zauberworte: Individual-Training und Spielersatz-Training! Chef Livio Bordoli, Assistent Ercüment Sahin, Konditionstrainer Reto Jäggi und die beiden Physiotherapeuten Marco Dobler und Jean-Pierre Frey gehen neue Wege.

Weil Spieler wie der Brasilianer Carlinhos, der Holländer Mart Lieder und der Kroate Petar Sliskovic langzeitverletzt waren oder einfach nicht fit sind und während der vergangenen Wochen nur zu Teileinsätzen kamen, werden für sie und weitere Teamkollegen ausgeklügelte Trainingspläne aufgestellt. Im Vordergrund stehen Rehabilitation, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit.

Ich finde die Idee mit den Individual-Trainings grossartig. Es hat fast etwas Revolutionäres. Da macht die Schinderei auf einen Schlag viel mehr Spass. Da kommt Leben in die Bude. Der Konkurrenzkampf blüht. Ein Kollege von mir sieht das anders. Ganz anders. Er nörgelt. „Individual-Trainings schön und gut“, erklärt er mit ernster Miene. „Würde der FC Aarau endlich einmal gesunde, körperlich gestählte Spieler und nicht Weicheier verpflichten, wären solche Methoden gar nicht nötig.“

Ganz schön frech, diese Aussage: Na ja, jedem seine Meinung! Eines muss ich allerdings festhalten. Mein Kollege, der zugegebenermassen bei jeder Geschichte das Haar in der Suppe sucht, hat mich ganz schön ins Grübeln gebracht.

Nun, liebe Leserin, lieber Leser: Mich interessiert jetzt vor allem Ihre Sicht der Dinge. Sind Sie dafür, dass der FC Aarau sein Glück weiterhin mit Individual-Trainings versucht oder endlich Spieler verpflichtet, die gesund sind und wenigstens den Anforderungen der zweithöchsten Spielklasse genügen?

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