Challenge League

Der FC Aarau verkauft sich teuer, kassiert in Lausanne aber die dritte Niederlage in Serie

Mit einer Niederlage in Lausanne musste gerechnet werden – doch erneut bringt sich der FCA selber um sein Glück. Der Auftritt beim 0:1 gegen den Tabellenführer macht Mut für das Heimspiel gegen Kriens, in dem gilt: Der FC Aarau muss gewinnen, sonst ziehen dunkle Wolken auf.

Rückblick: Vor einer Woche im Heimspiel gegen Vaduz (1:2) unterläuft Aaraus Nicolas Schindelholz ein Eigentor der Marke «unerklärlich»: Unbedrängt schiebt der Verteidiger den Ball ins Netz, statt ihn einfach am Tor vorbeirollen zu lassen.

Zur Strafe sitzt Schindelholz sieben Tage später in Lausanne auf der Ersatzbank, an seiner Stelle spielt das 17-jährige Eigengewächs Stevan Lujic. Von aussen muss Schindeholz in der 63. Minute konstatieren, dass seinem Teamkollegen Marco Schneuwly ein ähnliches Missgeschick passiert. Unterschied: Die am Ende vielleicht spielendentscheidende Szene spielt sich nicht vor dem Aarauer, sondern vor gegnerischen Tor ab.

Schneuwly also läuft mutterseelenallein auf Lausanne-Goalie Castella zu, neben ihm mit Petar Misic und Raoul Giger zwei weitere Aarauer, ebenfalls ungedeckt. Schneuwly könnte aus wenigen Metern selber schiessen, entscheidet sich jedoch uneigennützig für das Zuspiel auf Giger. Soweit, so gut. Dann aber gerät der Pass viel zu steil, Giger hat keine Chance, den Ball zu erreichen, die hundertprozentige Chance auf das 1:0 ist vertan.

Hätte Schneuwly selber schiessen sollen? Letztlich egal – denn: Wenn drei Aarauer unbedrängt auf das gegnerische Tor laufen und aus dieser Ausgangslage nicht das 1:0 resultiert, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Alles falsch gemacht. So wie Schindelholz bei seinem Eigentor eine Woche zuvor.
Drei Minuten nach Schneuwlys Fauxpas kommt, was gefühlt kommen musste: Lausannes Noah Loosli steigt nach einem Corner am höchsten und trifft zum 1:0, Aarau-Goalie Nicholas Ammeter ist gegen den Kopfball aus kurzer Distanz machtlos.

Beim 0:1 bleibt es, weshalb die Aarauer zum dritten Mal in Folge leer ausgehen. Die Befürchtung, dass der abwehrschwache FCA gegen die beste Offensive der Liga (55 Tore in 22 Spielen) unter die Räder kommt, ist zwar nicht eingetreten. Doch als Erfolg will Mittelfeldspieler Olivier Jäckle das nicht werten, er sagt: «Wir sind der FC Aarau, wir haben vor jedem Spiel den Anspruch, es zu gewinnen. Auch wenn uns in der momentanen Situation das Selbstvertrauen und das Wettkampfglück fehlen. Schade, denn die Niederlage gegen Lausanne war alles andere als zwingend, wir waren ein Gegner auf Augenhöhe. Doch um hier beim Leader zu punkten, muss man Chancen wie die kurz vor dem 0:1 nutzen.»
Mut zur Offensive steht dem FC Aarau besser

Trotzdem: An irgendetwas müssen sich Mannschaft und Trainer ja festhalten vor dem kommenden Heimspiel gegen Kriens, in dem nur der Sieg zählt. So ist in Lausanne etwa die mannschaftliche Geschlossenheit positiv aufgefallen, die auch nach dem 0:1 Bestand hielt. Anders als schon so oft in dieser Saison, als ein Gegentor das FCA-Gefüge implodieren liess.

Oder die Erkenntnis, dass Mut zur Offensive der Mannschaft besser steht als tiefes Verteidigen: In den ersten 25 Minuten trauten sich die Aarauer kaum aus der eigenen Platzhälfte, nach Ballgewinnen war das Spielgerät jeweils schnell wieder verloren und der Druck des Heimteams wurde immer grösser. Kaum aber staffelten die Aarauer Verteidiger 20 Meter höher, mussten auch die Lausanner ans Verteidigen denken, was wiederum ihren Sturmlauf entschärfte. Der Beleg dafür: Nachdem der gut aufgelegte Aarauer-Goalie Ammeter in der Startphase zwei Mal bravourös rettete, verzeichnete Lausanne ab der 25. Minute und bis zum 1:0 keine weitere Grosschance mehr.

«Wir haben uns hier auf der Pontaise besser als viele andere Mannschaften verkauft. Davon können wir uns nichts kaufen, aber es hat gezeigt: Die Mannschaft lebt und alle sind gewillt, gemeinsam aus der Krise zu kommen», sagt Patrick Rahmen. Der Trainer trug das seinige zum stabilen und phasenweise erfrischenden Auftritt bei, indem er mit der Hereinnahme des 17-jährigen Lujic und des nach langer Verletzungspause wieder gesunden Miguel Peralta Mut bewies. Gerne hätte Rahmen im Verlauf der Partie auch Neuzugang Shkelzen Gashi gebracht, doch eine Entzündung, eine Folge des Testspiels unter der Woche gegen die U21 des FC Basel, verunmöglichte dies.

Letztlich gilt es festzuhalten: Ansprechende Leistung beim Tabellenführer hin oder her – am kommenden Sonntag muss der FCA a) den Aufwärtstrend bestätigen und b) gewinnen. Ansonsten ziehen dunkle Wolken über dem Brügglifeld auf.

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