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Der FC Aarau will in die 12er-Liga: Doch die Liga droht, dem Klub den Aufstieg zu verwehren

Attraktiver Fussball vor toller Kulisse: Aaraus Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Super League steigen – aber nicht im Brügglifeld.

Die Super League wird aller Voraussicht nach ab der Saison 2021/22 mit neuem Modus und mehr Teams gespielt. Die grosse Chance für den FC Aarau, wieder im Konzert der Grossen mitzumischen. Voraussetzung dafür sind zwei «Ja» zum Stadion-Projekt im Torfeld Süd.

Schon länger wird in der Szene darüber getuschelt, nun gilts ernst: An der nächsten Generalversammlung der Swiss Football League (SFL) am 22. November werden die 20 Profiklubs (Super und Challenge League) über die Aufstockung der höchsten Spielklasse von 10 auf 12 Teams abstimmen.

Man darf davon ausgehen, dass die dafür nötige Zweidrittelmehrheit erreicht wird und ab der Saison 2021/22 in der Super League mit zwei Teams mehr gespielt wird. Grund: Es ist gemäss SFL eine Mehrheit der Vereine, die eine Abstimmung über die Aufstockung verlangt.

Die Nachricht von der sehr wahrscheinlichen Super-League-Vergrösserung stösst beim FC Aarau auf offene Ohren. Schon bei der Wiedereinführung der Barrage (seit der vergangenen Saison) weibelte Noch-FCA-Präsident Alfred Schmid an vorderster Front und hielt am Abstimmungstag ein flammendes Plädoyer. Die logische Folge der Barrage-Rückkehr ist nun die Vergrösserung der Super League. An der Hinterzimmer-Politik in den vergangenen Monaten waren die FCA-Exponenten erneut aktiv.

Mit gutem Grund, wie Schmids Nachfolger ab Sommer 2020, Philipp Bonorand, gegenüber der «Aargauer Zeitung» sagt: «Die Aufstockung auf zwölf Mannschaften wäre für uns eine grosse Chance, langfristig in der Super League Fuss zu fassen. In der aktuellen Konstellation mit zehn Mannschaften würde der FCA nur ums sportliche Überleben kämpfen.»

Liga erlaubt Aufstieg nur bei Sieg im Stadionkampf

Sollte die Aufstockung am 22. November wie erwartet beschlossen werden, wird der FC Aarau in der Saison 2020/21 den Aufstieg zum Ziel ausrufen. In dieser sogenannten Übergangssaison werden zwei Mannschaften aus der Challenge League direkt aufsteigen, der Drittplatzierte duelliert sich mit dem Super-League-Letzten in der Barrage.

Bonorand, ab Sommer 2020 FCA-Präsident, sagt: «Im Rahmen unserer Möglichkeiten würden wir auf die Saison 2020/21 hin investieren und ein aufstiegstaugliches Kader zusammenstellen. Das muss unser Anspruch sein, da wir seit dem Abstieg 2015 den Betrieb hochtourig am Laufen halten, um mittelfristig in die Super League zurückzukehren.»

Das Ziel ist klar: Der FC Aarau will sich seinen Platz in der neuen 12er-Liga sichern. Doch bevor das ambitionierte Projekt «Aufstieg» in Angriff genommen werden kann, muss der 24. November 2019 abgewartet werden. An diesem Sonntag stimmt die Aarauer Stimmbevölkerung über die BNO-Teilrevision im Torfeld Süd und den Stadionkredit (17 Millionen) ab.

Im neusten FCA-Talk geht es um den Stadion-Krimi, der vor der finalen Entscheidung steht:

Das hören die FCA-Fans gerne: «Die Chancen auf ein neues Stadion waren noch nie so gut wie jetzt»

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Wer behält im Aarauer Stadionchaos noch den Überblick? Einer der wenigen ist der AZ-Experte Urs Helbling. Im FCA-Talk analysiert der Ressortleiter, welchen Einfluss der Entscheid des Einwohnerrats am 26. August auf die Volksabstimmung am 24. November haben wird. Und Helbling ist guten Mutes, dass er das neue Stadion noch erlebt.

Ausnahmebewilligung bis zur Eröffnung 

Nur bei einem doppelten «Ja» bleibt das Stadion-Projekt im Torfeld Süd am Leben. Und nur in diesem Fall wird die SFL dem FCA weiterhin eine Ausnahmebewilligung für Super-League-Fussball im Stadion Brügglifeld für den Zeitraum bis zur Eröffnung des neuen Stadions erteilen.

Stirbt das Projekt «Torfeld Süd» jedoch, erlischt auch diese Ausnahmebewilligung. Die Türe in die Super League wäre für den FC Aarau bis auf weiteres zu – das bestätigt die SFL auf Anfrage. Sollte der Fall eintreffen, dass sich der FCA ohne laufendes Stadionprojekt sportlich den Aufstieg sichert, würde ihm dieser verwehrt werden.

Für Bonorand ein Horrorszenario: «Uns würde die grosse Chance geraubt, in der nächsten Saison den Aufstieg zu schaffen. Stattdessen müssten wir zusehen, wie Klubs mit tauglicher Infrastruktur wie Schaffhausen oder Vaduz aufsteigen könnten. Das wäre sehr ärgerlich.»

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