Himmel und Hölle liegen zuweilen nahe beieinander. Der Himmel, das wäre im Fall des FC Muri der achte Rang. Der Abstieg wäre die Hölle.

Vor dem Spiel der letzten Runde liegen beide Optionen in Reichweite. «Es ist schon erstaunlich, wie wenig am Ende über eine gelungene oder missglückte Saison entscheidet», sagt Muris Trainer Beat Hubeli.

Überholt, aber nicht distanziert

Entspannt sei er nicht, sagt der 48-Jährige aus Vogelsang vor dem Heimspiel gegen Winterthur U21 (Samstag, 16 Uhr). Das, obwohl die Freiämter seit seinem Amtsantritt in der Winterpause erst zweimal verloren haben. «Es waren zu viele Unentschieden dabei», sagt der Trainer.

Zwar stieg man von einem Abstiegsplatz hoch auf Rang elf, konnte Kreuzlingen und Balzers überholen, aber eben nicht distanzieren. «Wir spielten solide, aber der Befreiungsschlag ist uns nicht geglückt», sagt Hubeli. Bemerkenswert: Mit seinen 30 Punkten wäre der FC Muri in den beiden anderen Erstliga-Gruppen längst gerettet.

Dass Hubeli die letzte Runde nicht entspannt in Angriff nehmen kann, liegt auch am Restprogramm der direkten Konkurrenz. Balzers spielt gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Biasca, Kreuzlingen empfängt Zug. «Die Zuger liegen zwar auf Rang zwei, aber ich glaube, sie wollen gar nicht aufsteigen», fürchtet Hubeli.

Holt Muri gegen den Winterthurer Nachwuchs mindestens einen Punkt, sind alle Diskussionen hinfällig und der Ligaerhalt perfekt. «Wir werden auf Sieg spielen», sagt Hubeli, «und steht es in der 80. Minute 0:0, stehen wir eben hinten rein.»

Die Freiämter sind in der Rückrunde auf heimischem Terrain ungeschlagen, dabei soll es bleiben. «Winterthur ist technisch stark und für ein U21-Team erstaunlich robust, dennoch wird uns der schwere Boden entgegenkommen», ist Hubeli überzeugt.

Verzichten muss er auf den gesperrten Carmine Pascariello. Die verletzten Tobias Müller und Dominik Trost sind fraglich.

Was geschieht mit Bellinzona?

Sollte Muri in der letzten Runde auf einen Abstiegsplatz abrutschen, bleibt die Hoffnung auf den grünen Tisch. Im Falle eines Konkurses der AC Bellinzona steigen nur fünf statt sechs Mannschaften aus der 1. Liga Classic in die 2. Liga interregional ab.

Das hat das Verbandskomitee entschieden. In diesem Fall wäre Muri mit seinen 30 Punkten gerettet. «Das langwierige Theater um Bellinzona kann ich nicht nachvollziehen», sagt Hubeli, «so ein Chaos gibt es nicht einmal in Afrika.»

Colacino und Celebioglu

Ligaerhalt hin, Abstieg her: Klar ist, dass Hubeli auch in der nächsten Saison Trainer des FC Muri sein wird. Am zukünftigen Kader wird bereits fleissig gearbeitet. «Schon in der Winterpause wurde mit allen Spielern geredet», sagt Hubeli, «und alle haben signalisiert, dass sie bleiben wollen.»

Einzig der 35-jährige Sergio Colacino gibt den Rücktritt. Für ihn wird der Abstiegskrimi gegen Winterthur die Derniere. Frédéric Schaub und Michael Stadelmann werden nach ihren Auslandaufenthalten zum FC Muri zurückkehren.

Zudem wurde vom FC Brugg der 28-jährige Mittelfeldspieler Sedat Celebioglu verpflichtet. «Es wird sicher noch weitere Zuzüge geben», sagt Hubeli, «aber diese sind eben auch von unserer Ligazugehörigkeit abhängig.»