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Der Goaliepoker des FC Wohlen – Jugend oder Routine?

Im Gleichschritt: Ivan Benito (vorne) und Joel Kiassumbua wollen den Platz im Wohler Tor. Rubu

Im Gleichschritt: Ivan Benito (vorne) und Joel Kiassumbua wollen den Platz im Wohler Tor. Rubu

Vor dem Heimspiel gegen Lugano stellt sich beim FC Wohlen die Frage nach dem Torhüter. Spielt der neu verpflichtete Routinier Ivan Benito oder vielleicht doch der junge Joel Kiassumbua? Die Trainer wissen es bereits, schweigen allerdings.

David Sesa kann vor dem heutigen Heimspiel gegen Leader Lugano aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme der langzeitverletzten Yannik Agro (Achillessehne) und Flamur Tahiraj (Knieverletzung) steht dem FCW-Übungsleiter das gesamte Kader zur Verfügung. Auch Alban Pnishi sollte trotz eines schmerzenden linken Fusses auflaufen können. Captain und Innenverteidiger Michael Winsauer ist nach seiner langwierigen Rippenverletzung wieder fit und brennt einen Tag vor seinem 31. Geburtstag auf einen Einsatz, Branislav Nikic ist ab sofort spielberechtigt.

«Ich bin froh, über Alternativen zu verfügen», sagte Sesa nach dem gestrigen Morgentraining. Ob der junge Joel Kiassumbua (21) oder der neu verpflichtete Routinier Ivan Benito (36) heute für Tahiraj im Tor stehen wird, liess Sesa offen. «Wir wissen, wer spielt. Aber die Jungs sollen es nicht aus der Zeitung erfahren», meinte Assistenztrainer Umberto Romano lächelnd.

Des einen Pech, des andern Glück

Benitos Transfer vor einer Woche hat hohe Wellen geschlagen. Der Aarauer Kultgoalie im Dress von Kantonsrivale Wohlen? Fakt ist: Wohlen hatte nach Tahirajs Crash im Training ein kurzfristiges Goalieproblem. Und das scheint nun gelöst. «Ich wurde von Wohlen angefragt und habe gerne zugesagt», so Benito.

Benito zuletzt beim FC Baden

Nach seinem Abgang bei YB Ende letzter Saison hat er sich selber fit gehalten, trainierte und spielte zeitweise mit einer Gruppe vertragsloser Fussballer. Zuletzt trainierte Benito beim FC Baden mit. Seit einer Woche ist er nun im Freiamt. Und es gefällt ihm ganz gut auf der Niedermatten. «Tahiraj hatte Pech, das kann im Fussball passieren», sagt Benito, «und manchmal ist das Pech des einen das Glück des anderen.»

Zwei Mal täglich in die Physio

Derweil fährt Flamur Tahiraj zweimal täglich von seinem Wohnort Dagmersellen nach Luzern zu einem Physiotherapeuten, um den gequetschten Meniskus und das angerissene hintere Kreuzband zu pflegen. «Es geht mir den Umständen entsprechend nicht schlecht», sagt der Pechvogel mit einem gequälten Lächeln. Ausgerechnet jetzt, da er endlich einmal als FCW-Goalie Nummer 1 in eine Saison steigen kann, suchte ihn die Verletzungshexe heim. «Ich gebe nie auf und habe in meiner Karriere schon schlimmere Sachen durchgemacht», so der Keeper. Er rechnet mit einer Zwangspause von rund fünf bis sechs Wochen.

Der FC Lugano (mit dem letztjährigen Wohler Matteo Tosetti) reist als offensiv starker Leader auf die Niedermatten. Bereits sieben Treffer haben die Tifosi mit ihren beiden Offensiv-Brasilianern Da Silva und Everton Luiz in den ersten drei Runden erzielt und damit sieben Punkte geholt. Da ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass der FCW über eine traditionell starke Defensive verfügt.

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