Handball

Der HSC Suhr Aarau verpflichtet von Kantonsrivale Endingen Goalie Dario Ferrante

Dario Ferrante steht ab Sommer nicht mehr beim TV Endingen, sondern beim HSC Suhr Aarau im Tor.

Dario Ferrante steht ab Sommer nicht mehr beim TV Endingen, sondern beim HSC Suhr Aarau im Tor.

Zum ersten Mal seit Jahren konnte Suhr Aarau im Winter einen Spieler verpflichten. Endingens Goalie Dario Ferrante wechselt auf die kommende Saison zum Kantonsrivalen. Der 23-Jährige wird von HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann als Wunschspieler bezeichnet.

An der Handball-WM in Frankreich, die seit einer Woche läuft, zeigt sich: Ein guter Torhüter kann matchentscheidend sein. Dies gilt auch für die zwei besten Aargauer Handballteams, den HSC Suhr Aarau und den TV Endingen.

Dass sich Suhr Aarau als Aufsteiger für die Finalrunde qualifizierte, hat massgeblich mit den guten Leistungen von Torhüter Mihailo Radovanovic zu tun. Und dass Endingen mit fünf Punkten Vorsprung klar auf Platz 1 der NLB und damit auf Aufstiegskurs liegt, ist auch ein Verdienst von Goalie Dario Ferrante.

In der kommenden Saison werden die beiden für Suhr Aarau auflaufen. Der HSC hat den 23-jährigen Ferrante vom Kantonsrivalen für zwei Jahre verpflichtet. Der 23-jährige Medizinstudent absolvierte seit der Saison 2010/11 bisher 124 SHL-Spiele für die Surbtaler, zu denen er 2009 von seinem Stammverein Lägern Wettingen wechselte.

Ferrante gehörte auch der Schweizer U21-Nationalmannschaft an, für die er drei Länderspiele absolvierte. Beim HSC Suhr Aarau ersetzt der 192 cm grosse und 95 kg schwere Goalie den mittlerweile 40-jährigen Torhüter-Routinier Martin Pramuk.

«Ferrante ist ein Wunschspieler»

HSC-Cheftrainer Misha Kaufmann freut die Verpflichtung von Ferrante, dieser sei sportlich und menschlich ein Wunschspieler. «Mit ihm und Mihailo Radovanovic verfügen wir über ein grandioses Torhüter-Duo mit viel Potenzial und hervorragender Perspektive», lässt sich Kaufmann in einer Mitteilung zitieren. Suhr Aarau hätte den 23-Jährigen gerne schon auf diese Saison hin verpflichtet, weil unklar war, wie lange Pramuk nach einer schweren Verletzung ausfallen würde. Dieser hatte aber schon beim TV Endingen unterschrieben, wo er zur Nummer eins aufrückte.

Ferrante selbst zeigt sich laut der Mitteilung glücklich über den Transfer zur kommenden Saison: «Ich freue mich, mit dem Wechsel zum HSC Suhr Aarau den nächsten Schritt in meiner Karriere zu machen und bin froh, dass jetzt schon Klarheit darüber herrscht.»

Auf die Rivalität zwischen den Klubs angesprochen – der TV Endingen hatte die Wertung des entscheidenden Spiels um den NLA-Aufstieg im Frühling vor dem Verbandssportgericht angefochten und ein Wiederholungsspiel erwirkt – sagt er: «Natürlich war die Stimmung bei den Klubführungen und den Fans ziemlich aufgeheizt, unter den Spielern ist das Verhältnis aber gut.»

Er selber kennt einige HSC-Spieler aus der Regionalauswahl, mit Suhr-Aarau-Captain Patrick Romann ging er fünf Jahre lang zur Schule. Ferrante, der am Montagabend seine Endinger Teamkollegen über den Wechsel informierte, freut sich auf die neue Herausforderung. «Es ist klar, dass der HSC mit Mihailo Radovanovic einen starken Goalie hat, ich nehme diesen Konkurrenzkampf aber gerne an.»

Dario Ferrante ist sich dem Konkurrenzkampf bewusst und nimmt diesen auch an.

Dario Ferrante ist sich dem Konkurrenzkampf bewusst und nimmt diesen auch an.

HSC sucht neuen Sportchef

Zunächst liegt sein Fokus aber beim TV Endingen. Mit dem Team will Ferrante den Aufstieg schaffen und beim Final-Four-Turnier um den Schweizer Cup für eine Überraschung sorgen. Endingen trifft am 4. Februar im Halbfinal auf GC Amicitia Zürich. Gegen den Rekordmeister, der Finanzprobleme hat und in die Abstiegsrunde muss, darf sich der NLB-Leader durchaus Chancen ausrechnen – wenn Ferrante stark hält.

Auch der HSC braucht eine gute Goalieleistung, um zu punkten. Am 8. Februar trifft das Überraschungsteam auf den amtierenden Meister und Champions-League-Teilnehmer Kadetten Schaffhausen. Unabhängig vom Abschneiden in der Finalrunde ist der Klassenerhalt aber gesichert.

Zum ersten Mal seit Jahren konnte der Verein im Winter einen Spieler verpflichten. Eingefädelt hat den Transfer Cheftrainer Misha Kaufmann. Künftig soll wieder ein Sportchef solche Aufgaben übernehmen, beim HSC Suhr Aarau sucht eine Findungskommission mögliche Nachfolger für den im November zurückgetretenen Guido Frei.

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