Nach vier Siegen in Serie in der Meisterschaft verliert der HSC Suhr Aarau ausgerechnet jenes Spiel, das einem K. o. gleichkommt. «Wir waren ein wenig satt vom Erfolg. Und wenn nur ein paar wenige Prozente fehlen, dann gewinnen wir keine Spiele», kritisierte Trainer Misha Kaufmann.

Der Kampf um die Spielhoheit im Vergleich zweier ebenbürtigen Mannschaften war auch ein Duell der unterschiedlichen Offensivqualitäten. Der HSC dominierte den Rückraum, die Innerschweizer brillierten auf den Flügeln. So erzielte die Flügelzange Marcel Lengacher und Severin Ramseier acht der neun ersten Tore des HC Kriens-Luzern. Nach weniger als 20 Minuten hatte das Duo seine durchschnittliche Trefferquote aus dieser Saison bereits übertroffen. «Wir standen zu Beginn der Partie zu passiv, zudem rückten unsere Flügel in der Abwehr zu weit nach innen», sagte Misha Kaufmann.

Suhr Aarau beklagte mehrere Durchhänger im Spiel. Nach einer 3:1-Führung kassierte man fünf Gegentore in Serie. In dieser Phase war Suhrs Offensive zu einfach durchschaubar. Goran Perkovac, der Luzerner Übungsleiter mit Suhrer Vergangenheit, durfte deshalb konstatieren: «Im Vergleich zum verlorenen Meisterschaftsspiel haben wir heute deutlich besser verteidigt.»
Der HSC kämpfte sich mehrmals zurück, zu mehr als zwei Ausgleichstreffern (zum 9:9 und 22:22) reichte es aber nicht. In Führung gingen die Gäste aus dem Aargau nach der Startphase nie mehr. «Immer dann, wenn wir Big Points erzielen sollten, produzierten wir stattdessen Fehler. Jeder von uns hat heute mindestens einen Fehler zuviel gemacht», sagte Kreisläufer Patrick Strebel. Der Routinier ging mit seinem Trainer einig, dass sich der Gegner den Sieg verdientermassen erkämpft hat. «Wir müssen uns vorwerfen, dass wir uns das Glück nicht verdient haben», sagte Strebel. «Kriens-Luzern hat sich das Glück mehr erarbeitet», sagte Kaufmann.

Aufdenblatten direkt ins Spital

Die Aargauer verloren im Verlauf der Partie entscheidend Durchschlagskraft im Rückraum. Nach 34 Minuten schied Captain Tim Aufdenblatten mit einer Augenverletzung aus. Zu diesem Zeitpunkt stand es 16:14 für die Gastgeber. Aufdenblatten musste direkt vom Spielfeldrand ins Spital. Er klagte, dass er auf einem Auge nichts mehr sehe.

Sein Backup Manuel Zehnder vertrat den Spielmacher anfänglich zwar hervorragend, schoss innerhalb von zwölf Spielminuten fünf Tore und half damit massgeblich mit, dass Suhr Aarau noch einmal den Anschluss fand. Doch in der Schlussphase baute der 19-Jährige ab, es schlichen sich auch bei ihm Fehler ein.

Zwölf Minuten vor Schluss musste zusätzlich Nikola Isailovic wegen der dritten persönlichen Zeitstrafe vom Feld. Mit sieben Treffern war der Serbe bester HSC-Skorer des Abends. Damit fehlte Suhr Aarau entscheidende Munition für seine stärkste Offensivwaffe, den Rückraum. Kaufmann wollte die Niederlage jedoch nicht auf diese Ausfälle zurückführen: «Ich kann das nicht ändern. Das Jammern überlasse ich anderen.»