Wer am Samstag Lukas Maag an Krücken durch die Aue humpeln sah, bekam eindrücklich vor Augen geführt, weshalb Städtli 1 in dieser Saison so weit unter den Erwartungen klassiert ist. Maag hatte sich im Zofingen-Match einen Bänderriss zugezogen und reihte sich damit in eine lange Liste verletzter Badener Schlüsselspieler ein. Was dazu führte, dass Trainer Björn Navarin entgegen seinem Vorsatz doch wieder das Dress mit der 75 überziehen musste, um zu Spielbeginn wenigstens 10 Mann aufs Feld zu bringen.

Gegen den TV Steffisburg gelang trotzdem ein Start nach Mass. Unterstützt von einem gut aufgelegten Marco Wyss im Tor, legte Baden immer wieder vor, packte aber für den Geschmack des Schiedsrichterduos in der Defensive auch öfters zu beherzt zu. Nicht zuletzt dank den von Ivan Wyttenbach (9/16) allesamt verwandelten Siebenmetern (sieben Stück sollten es bis zum Ende der Partie sein) gelang es den Steffisburgern, den Rückstand in Grenzen zu halten.

14:11 zur Pause. Das engagierte mitgehende Heimpublikum hatte in den ersten 30 Minuten ein Städtli erlebt, das seine Haut erfolgreich teuer verkaufte. Wieder einmal herausragend: die Nummer 6, Pascal Bühler (7/10), der den Gegner Mal für Mal mit seiner Sprung- und Schusskraft düpierte. Kein Wunder, wurde er in der zweiten Halbzeit über weite Strecken mit einer Manndeckung bedacht.

Immer wieder Wyttenbach

Die taktische Massnahme zeigte Wirkung. In das Badener Angriffsspiel schlichen sich zusehends Fehler ein, und überhastete Abschlüsse ermöglichten den Steffisburgern, Tor für Tor aufzuschliessen – bis die Partie in der 45. Minute kippte. Yvan Wittenbach sorgte für das 19:18, die erstmalige Führung der Gäste. Fortan sollte es keiner Mannschaft mehr gelingen, sich entscheidend abzusetzen.

Dass die Badener ihre Pace nun nicht mehr ganz halten konnten, war offensichtlich der schmalen Spielerbank geschuldet. Die Dauerbelastung einiger Schlüsselspieler zeigte ihre Spuren. Pascal Bühler musste sich zwischenzeitlich auf der Bank pflegen lassen, und als er endlich wieder ins Geschehen eingreifen konnte, sah er sich wenig später in der 57. Minuten mit einer doppelten Zeitstrafe de facto des Felds verwiesen.

Entscheidende Zeitstrafen

Der Schiedsrichter hatte Bühlers Unmutsbezeugung nach der ersten Zeitstrafe nicht goutiert und mit der Vier-Minuten-Strafe einen weiteren Nagel in den Badener Sarg getrieben. Schon vorher hatten die Unparteiischen mit umstrittenen Entscheiden mehrfach den Zorn der Badener Bank und Zuschauer auf sich gezogen. Leider fehlte es ihnen nun in der finalen Phase dieses mitreissenden Fights auch an der nötigen Abgeklärtheit, um in der aufgeladenen Atmosphäre nicht entscheidend ins Spiel einzugreifen.

In Unterzahl und ohne Bühler gelang Florian Legoll (2/4) in der 59. Minute trotzdem der Ausgleich zum 24:24. Wenigstens ein Unentschieden lag damit für die Badener in Reichweite, zumal Marco Wyss in der 60. Minute einen Abschluss von Marco Rathgeb (5/12) mirakulös abwehrte. Die Freude war aber nur von kurzer Dauer: Im anschliessenden Gewühl kam Rathgeb erneut an den Ball und versenkte ihn diesmal erfolgreich im Badener Tor.

Die aus dem Gewühl resultierende Zeitstrafe gegen Björn Navarin (6/12) besiegelte die Niederlage der Heimmannschaft. Ohne ihre beiden torgefährlichsten Spieler schafften die verbliebenen Badener in den verbleibenden 39 Sekunden den wichtigsten Ausgleichstreffer der Partie nicht mehr und sahen sich schliesslich um die Früchte von 60 Minuten aufopferndem Kampf gebracht.