NLA-Derby

Der TV Endingen empfängt den HSC Suhr Aarau: Die Suche nach Emotionen im zweiten Aargauer Derby der Saison

TVE-Rückraumspieler Lukas Riechsteiner: «Wir brauchen die Emotionen und eine deutliche Steigerung gegenüber der beiden letzten Partien.»

TVE-Rückraumspieler Lukas Riechsteiner: «Wir brauchen die Emotionen und eine deutliche Steigerung gegenüber der beiden letzten Partien.»

Der TV Endingen empfängt den HSC Suhr Aarau heute Abend zum zweiten Aargauer Derby der Saison. Die Partie in der GoEasy-Arena in Siggenthal Station wird um 20.15 Uhr angepfiffen und beim Sport-TV-Sender «MySports» live übertragen.

Bissig und heissblütig geführte Zweikämpfe, euphorisches Publikum und enge Partien. Kurzum: Emotionen zuhauf. Dafür war das Aargauer Derby zwischen dem HSC Suhr Aarau und dem TV Endingen in der Vergangenheit fast schon ein Garant.

Doch die Zeiten haben sich gewandelt. Anfang Oktober besiegte der HSC den TVE deutlich mit 31:19. Im ersten Kräftemessen der Saison zwischen den beiden Kantonsrivalen wurden spürbare Emotionen fast gänzlich vermisst.

Dieser Wahrnehmung widersprechen allerdings zwei Direktinvolvierte: «Zu Spielbeginn waren viele Emotionen da, aber der schnell deutliche Spielverlauf hat sicher nicht geholfen», sagt TVE-Rückraumspieler Lukas Riechsteiner. «Das Derby ist immer etwas Spezielles und deshalb auch immer mit sehr vielen Emotionen verbunden», sagt HSC-Torhüter Dario Ferrante.

Unterschiedliche Entwicklung in vergangenen Jahren

Seit dem Aufstiegsdrama inklusive Wiederholungsspiel im Frühling 2016 hat sich einiges geändert: Während sich der HSC nach dem Aufstieg in der NLA etabliert hat, blieb der TVE seinem Image als Liftklub bisher treu. Von den damaligen Spielern sind nicht mehr übermässig viele in den Kadern der beiden Klubs engagiert.

HSC-Torhüter Dario Ferrante: «Wir Erfahrenen versuchen die Jungen schon heiss zu machen und ihnen die Bedeutung des Derbys rüberzubringen.»

HSC-Torhüter Dario Ferrante: «Wir Erfahrenen versuchen die Jungen schon heiss zu machen und ihnen die Bedeutung des Derbys rüberzubringen.»

  

«Diese beiden Punkte erklären vielleicht auch etwas, warum die Rivalität nicht mehr ganz so ausgeprägt wirkt, wie noch vor ein paar Jahren», sagt Ferrante. «Aber», fügt der 26-jährige Ex-Endinger an, «wir Erfahrenen versuchen die Jungen schon heiss zu machen und ihnen die Bedeutung des Derbys rüberzubringen.»

TVE braucht Emotionen und Steigerung

Das gestaltet sich allerdings schwierig, wenn die Partien so deutlich verlaufen wie zuletzt. «Je deutlicher das Resultat, desto weniger Rivalität und Emotionen sind in der Partie», sagt Ferrante. Ins zweite Aargauer Derby der Saison von heute Abend steigen sowohl Endingen als auch Suhr Aarau angeschlagen.

Umso wichtiger dürfte es gerade für den weniger breit aufgestellten Aufsteiger sein, zu versuchen, über Emotionen einen Weg in die Partie zu finden. «Das ist sicher so. Wir brauchen die Emotionen und eine deutliche Steigerung gegenüber der beiden letzten Partien», sagt der 27-jährige Riechsteiner.

«Ein gewisser Respekt bleibt immer»

Ob mit oder ohne Emotionen: Ein Sieg des TVE gegen den HSC wäre als Überraschung einzustufen. Warten die Surbtaler doch seit nunmehr 1526 Tagen auf einen Pflichtspielsieg gegen den aktuellen Platzhirsch im Kanton.

Dennoch warnt Ferrante vor dem Aussenseiter: «Es bleibt immer ein gewisser Respekt vor dem Derby. Das hat sich nach der Partie vom Oktober vor allem nach der Schlusssirene in der Garderobe gezeigt, als die Erleichterung über die souverän erledigte Aufgabe mit dem klaren Sieg schon gross war. Man darf nicht vergessen: Die Favoritenrolle übt auch einen gewissen Druck auf uns aus.»

Das Aargauer Derby von heute Abend in der Go­Easy-Arena wird um 20.15 Uhr angepfiffen.

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