NLA-Handball

Der TV Endingen muss vom Sofa in den Abstiegskampf: «Ich fühle mich wie die Maus im Labor», sagt Trainer Majeri

TVE-Trainer Zoltan Majeri und seine Mannschaft stehen nach der Quarantäne vor einer schwierigen Aufgabe.

TVE-Trainer Zoltan Majeri und seine Mannschaft stehen nach der Quarantäne vor einer schwierigen Aufgabe.

Nach der Quarantäne reichte es dem TV Endingen für nur gerade vier Handballtrainings: Trotzdem müssen die Surbtaler am Sonntag, 25. Oktober, beim RTV Basel in der wichtigen Partie im Kampf gegen den Abstieg ran.

Endlich wieder frei. Es ist in Gefühl, dass derzeit auch in zivilisierten Gesellschaften viele Menschen am eigenen Leib erfahren. So auch Spieler und Staff des TV Endingen. Seit Mitternacht in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch dürfen sie nach der im Nachgang des 25:23-Heimsieges gegen GC Amicitia verordneten Quarantäne wieder raus.

«Das war eine lange Woche», sagt TVE-Trainer Zoltan Majeri und ergänzt: «Wieder frei zu sein ist ein gutes Gefühl. Aber es gibt jetzt viel zu tun, wir müssen unbedingt so schnell wie möglich wieder in die Spur finden. Wir kommen quasi vom Sofa und müssen gleich wieder abliefern.»

Und zwar übermorgen Sonntag in der Meisterschaftspartie auswärts beim RTV Basel. Die Endinger hatten in den vergangenen Tagen zwar versucht, das Spiel zwecks zusätzlicher Mannschaftstrainings zu verschieben, allerdings hatten sowohl der Gegner als auch die Liga das Verschiebungsbegehren abgelehnt.

Nur vier Trainings bleiben vor Partie in Basel

«Ich bin enorm gespannt und freue mich sehr auf das Essen in Basel», sagt Majeri und lacht vieldeutig. Der 47-Jährige spielt darauf an, dass der RTV seine Absage zum Verschiebungsbegehren der Endinger mit dem bereits bestellten Catering begründet hat.

Im Verlauf der Woche hat dann auch der Schweizerische Handballverband SHV noch entschieden, dass ein Klub antreten muss, wenn er nach der Quarantäne mindestens 60 Stunden Zeit zur Vorbereitung hatte. Damit fehlt den Endingern die Grundlage, weiter auf eine Verschiebung zu pochen.

«Die Situation ist jetzt so, wie sie ist. Es bleibt uns gar nichts anderes übrig, als das zu akzeptieren», sagt Majeri. Zwar haben sich seine Spieler während der Quarantäne zu Hause mit einem Trainingsprogramm fit gehalten, handballspezifische Übungen mit Ball waren so aber nicht möglich.

Damit bleiben dem Trainer und seinen Spielern vor dem Abstiegskampf in Basel nur gerade vier Mannschaftstrainings. «Das ist sehr wenig Zeit. Wir müssen unbedingt so schnell wie möglich wieder in die Spur finden. Wir sind der Präzedenzfall. Mal sehen, wie das Experiment ausgeht. Ich fühle mich derzeit ein bisschen wie die Maus im Labor», sagt Majeri.

Ausgerechnet vor einer Partie im Abstiegskampf

Ähnlich ergeht es derzeit auch TVE-Captain Christian Riechsteiner: «Das habe ich in dieser Form auch noch nie erlebt. Aber jemanden musste es treffen, jetzt sind wir es halt. Es ist natürlich zusätzlich unglücklich, dass das ausgerechnet vor dieser wichtigen Partie der Fall ist.»

Auch für TVE-Captain Christian Riechsteiner ist die Situation nach der Quarantäne Neuland.

Auch für TVE-Captain Christian Riechsteiner ist die Situation nach der Quarantäne Neuland.

Und tatsächlich: Wäre der TVE vor einer Partie, in die er als klarer Aussenseiter gegangen wäre, in derselben Situation gewesen, es wäre weniger bedeutsam. Aber gegen den RTV geht es um den Kampf gegen den Abstieg. Mit einem Sieg könnten sich die Surbtaler auf Kosten der Basler auf den achten Platz in der Tabelle vorschieben.

TVE-Teammanager Arak Kin (l.) bedankt sich im Namen der Mannschaft bei der Bevölkerung für die Unterstützung.

TVE-Teammanager Arak Kin (l.) bedankt sich im Namen der Mannschaft bei der Bevölkerung für die Unterstützung.

«Wir haben während der Quarantäne so viele gute Wünsche und Hilfsangebote aus der Bevölkerung erhalten. Dafür sind wir sehr dankbar», sagt TVE-Teammanager Arak Kin. Wenn das mal keine zusätzliche Motivation ist. Kommt hinzu, dass die Basler mit ihrer Verweigerung einer Verschiebung beim TVE gleich selber noch etwas zusätzliches Feuer entfacht haben.

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