Aargauer in der National League

Der unermüdliche Arbeiter aus Menziken: Warum Stürmer Matthias Rossi in Fribourg um drei Jahre verlängerte

Matthias Rossi aus Menziken bekennt sich zu Fribourg-Gottéron und verlängerte seinen Vertrag um drei Jahre

Matthias Rossi aus Menziken bekennt sich zu Fribourg-Gottéron und verlängerte seinen Vertrag um drei Jahre

Der 28-jährige Menziker Matthias Rossi hat sich im Schweizer Eishockey einen grossen Namen gemacht. Von der halben Liga gejagt, verlängerte der Aargauer bei Fribourg-Gottéron seinen Vertrag um drei Jahre.

Statistiken können lügen, nur die halbe Wahrheit sagen. Das weiss auch Matthias Rossi, 28, aus Menziken. Nicht in jedem Spiel lässt sich der Stürmer von Fribourg-Gottéron in die Skorerliste eintragen – und dennoch gehört er zu den absoluten ­Leistungsträgern.

Auch seinem ersten Spiel nach der Vertragsverlängerung drückt er den Stempel auf: Mit seinen Gardemassen – 1,85m gross und 102 kg schwer – bringt Rossi jene Wasser­­verdrängung mit, die insbesondere im Spiel an den ­Banden gefragt ist. Als ge­fürchteter Forechecker macht er Druck auf die Verteidiger, gewinnt über 90 Prozent seiner Zweikämpfe, gräbt Scheiben aus – Matthias Rossi, der unermüdliche Arbeiter.

Dass er die wertvolle Teamarbeit erledigt und nicht zu den Topskorern gehört, die von den Fans besonders verehrt werden, stört ihn nicht. Aner­kennung und Wertschätzung spürt er trotzdem, trägt viel Verant­wortung und darf in einem aufregenden Umfeld auf viel Vertrauen der Coaches zählen. «Ich bin nicht der filigrane Techniker, aber ich gehe dorthin, wo es weh tut. Ich gebe nie auf und er­ledige die Rolle, die von mir verlangt wird», sagt er.

1,85m gross, über 100kg pure Muskelkraft: Der Aargauer Stürmer Matthias Rossi im Element.

1,85m gross, über 100kg pure Muskelkraft: Der Aargauer Stürmer Matthias Rossi im Element.

Einen grossen Bezug zur Heimat

Im September wurde Rossi erstmals Vater. Mit seiner Frau ­Steffi und Töchterchen Amélie wohnt er in Niederwangen BE, nur eine Viertelstunde Autofahrt entfernt von Stadion Patinoire St-Léonard. Woher er kommt, vergisst Matthias Rossi nicht. Er sei gerne und oft in Menziken anzutreffen. «Meine Eltern wohnen noch immer da. Und früher oder später können wir uns sehr gut vorstellen, in dieser Region zu leben.»

Es freut ihn denn auch, als er Besuch erhält von der Aargauer Zeitung. Oft müsse er sich ­Sprüche über seine Heimat anhören, wie etwa, dass im Aargau kaum jemand Eishockey spielen könne. «Als stolzer Aargauer kämpfe ich natürlich gerne um unsere Ehre», sagt er und lacht.

Das Hockey-ABC auf der Kunsteisbahn Oberwynental in Reinach erlernt, wechselte ­Rossi im Juniorenalter zum EV Zug. Dort erkämpfte er sich seinen ersten Profivertrag, doch so richtig durchsetzen vermochte er sich nicht. Er entschied sich für einen Umweg über die Swiss League, liess sich an Thurgau ausleihen, ehe ihm der Durchbruch bei den Rapperswil-Jona Lakers gelang, indem er dazu beigetragen hatte, dass die St. Galler im Frühling 2014 nicht abgestiegen sind.

Verfügt auch über einen guten Schuss: Rechtsschütze Matthias Rossi.

Verfügt auch über einen guten Schuss: Rechtsschütze Matthias Rossi.

In der Folge nutzte Rossi beim EHC Biel seine zweite Chance, reifte in drei Jahren zum Assistenzcaptain, worauf er 2017 nach Fribourg wechselte. Seither hatte sich Rossi noch einmal weiter entwickelt und gehört bei den Drachen zu den Leaderfiguren. Das wissen die Verantwortlichen so sehr zu schätzen, dass sie eine Vertragsverlängerung über eine Laufzeit von eher unüblichen drei Jahren offerierten.

Im Umfeld des Klubs rumorte es, dass Rossi mit einem Abgang liebäugeln ­würde. Und man erzählte sich, dass die halbe Liga Interesse bekundete. Konkret soll er drei Klubs abgesagt haben. Matthias Rossi, ganz bodenständig, will das nicht kommentieren, be­stätigt aber: «Ich war in einer schönen Situation.»

Gottéron schaffte es schliesslich, den Aargauer zu halten, verkündete mit lauter Lobeshymnen die Vertragsverlängerung. Es ist auch der wahre Beweis, dass sich Rossi wohlfühlt in der Bilingue-Stadt.

Angesichts der Titelbilanz von Fribourg (null!) mag es seltsam klingen, aber hier will er seine grossen Ziele realisieren. Rossi ist überzeugt: «Der Klub ist auf dem richtigen Weg. Wir haben ein Team mit grosser Qualität, haben bald ein neues Stadion. Eines Tages möchte ich den ­Kübel holen. Das Potenzial hier ist riesig.»

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