Eishockey

Die Argovia Stars stehen an der Tabellenspitze - na und?

Starker Rückhalt: Argovia-Stars-Goalie Sandro Wehrli (l., zusammen mit Verteidiger Ben Fopma)

Starker Rückhalt: Argovia-Stars-Goalie Sandro Wehrli (l., zusammen mit Verteidiger Ben Fopma)

Nach dem 3:1-Sieg beim SC Rheintal grüssen die Argovia Stars in der 1. Liga als Tabellenführer. Für Headcoach Roger Gerber kein Grund für übertriebene Euphorie. Im Gegenteil: Er predigt trotz der schönen Momentaufnahme Demut.

Es sind erst vier Runden in der 1.-Liga-Meisterschaft absolviert. Dennoch bringt diese frühe Momentaufnahme Erstaunliches ans Licht: Vom Platz an der Sonne grüssen die Argovia Stars. Und auf Rang 4 steht der Aargauer Kantonsrivale Red Lions Reinach. Das sind wahrlich ungewohnte Zustände.

Auch für Argovia-Stars-Trainer Roger Gerber. Vor einem Jahr sah die Bilanz nach drei Spielen ganz anders aus. Null Punkte standen damals auf dem Konto der Sterne. Diesmal sind es nach vier Partien bereits deren zehn. Dreimal gingen die Stars als Sieger vom Eis, einmal als Verlierer nach Penaltyschiessen. Zuletzt gab es einen hart erkämpften 3:1-Auswärtssieg beim SC Rheintal. Sowieso: Die Argovia Stars mussten für alle ihre Vollerfolge viel investieren und gewannen jeweils nur knapp. Umso grösser ist die Freude bei Gerber: «Wir wurden in diesen knappen Spielen immer herausgefordert und uns gelang es trotzdem, den Kopf über Wasser zu halten.» Hilfreich dabei waren bisher auch die starken Leistungen des Torhüterduos Wehrli/Meier. «Mit ihnen bin ich sehr zufrieden.»

"Je höher man fliegt, umso tiefer kann man fallen"

Auch wenn also die Momentaufnahme aus Sicht der Argovia Stars wunderbar ist, so tritt Roger Gerber kräftig auf die Euphoriebremse. «Es ist zwar gut, dass wir da sind, wo wir sind. Aber diese Rangliste ist für mich so lange nicht repräsentativ, bis wir nicht einmal gegen alle Konkurrenten gespielt haben.» Genau so, wie er vor einem Jahr nach dem Fehlstart ohne Punkte seinen Spielern gesagt habe, es gebe keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen, so gebe es jetzt auch keinen Anlass, ihn zu hoch zu tragen. «Je höher man fliegt, umso tiefer kann man fallen», mahnt Gerber.

In diesem Zusammenhang zählt der Argovia-Headcoach auch auf die Unterstützung der wenigen, verbliebenen Routiniers im Team. Es erstaunt nicht, dass mit Christoph Frei (29), Boris Neher (30), Pascal Wittwer (34) und Michael Simmen (33) die vier mit Abstand ältesten Spieler die interne Skorerliste geschlossen anführen.

Wichtig war gemäss Roger Gerber auch noch der späte Zuzug von Verteidiger Thomas Liechti, der wenige Tage vor Meisterschaftsbeginn aus der MySports League von Wiki-Münsingen zu den Argovia Stars stiess. Gerber: «Er steht im Schnitt gut 20 Minuten auf dem Eis, darunter auch in den Special Teams. Solche Spieler sind sehr wichtig für die Mannschaft.»

Das Aargauer Derby heuer als Spitzenkampf?

Nach dem Auswärtsspiel beim HC Prättigau-Herrschaft kommt es am 14. Oktober in Reinach zum ersten Kantonalderby der neuen Saison. Aus dem Kellerduell könnte heuer ein Aargauer Spitzenkampf werden.

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