Eishockey
Die ehemaligen Basel Sharks haben ihre Freundschaften nicht auf Eis gelegt

Marvin Frunz, Pascal Wittwer und Marco Vogt wollten gemeinsam mit den Basel Sharks die NLB aufmischen. Nun spielen sie gegeneinander – eine Liga tiefer. Das Wiedersehen der ehemaligen Profi-Eishockeyaner verspricht ein spannendes Spiel auf hohem Niveau zu werden.

Daniel Monnin
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Pascal Wittwer, einer der ehemaligen Sharks, spielt heute bei den Argovia Stars

Pascal Wittwer, einer der ehemaligen Sharks, spielt heute bei den Argovia Stars

KEYSTONE

Bruderduelle sind im Sport immer etwas Aussergewöhnliches. Nun, Brüder sind die ehemaligen Sharks-Profis im eigentlichen Sinne nicht, aber zumindest Freunde oder Kollegen. Der ehemalige Sharks-Captain und heutige Assistenzcaptain von Basel/KLH, Marvin Frunz, sagt denn auch: «Es ist schon ein spezielles Gefühl, gegen einen ehemaligen Teamkollegen zu spielen.»

Vor vier Monaten, mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison, als die Mannschaft langsam aber sicher zusammenzuwachsen begann, «hat niemand von uns gedacht, dass wir plötzlich eine Liga tiefer in verschiedenen Teams gegeneinander spielen werden.»

Fast wie früher

Am letzten Samstag spielten Frunz und Cyrille Scherwey, der zweite ex-Shark in Diensten des Basler Erstligisten, gegen Nando Wüthrich und Brandis, am Mittwoch gegen Eric Arnold und Yannick Kaufmann, die beide überraschend bei Belp aufliefen. Heute kommt es zum Duell mit Pascal Wittwer und Argovia und am kommenden Dienstag im Heimspiel gegen Zuchwil-Regio wird der Oltner Marco Vogt in die St. Jakobs-Arena zurückkehren.

Frunz freut sich auf diese Partien: «Meistens telefonieren wir im Vorfeld eines Spiels, tauschen uns – wie früher – aus und plaudern beim Einlaufen oder nach dem Spiel zusammen.» Und trotzdem beschleicht ihn jedes Mal ein ganz «eigenartiges Gefühl, das mir in Erinnerung ruft, wie gut wir es eigentlich untereinander hatten.»

Neuer Club, neues Glück

Das unterstreicht auch Pascal Wittwer, der aktuelle Topskorer der Zentralschweizer Gruppe in Diensten von Argovia: «Ich fühle gleich wie Marvin, es ist ein ganz spezielles Gefühl, vor allem auch für mich. Ich habe sechs Jahre in Basel gespielt und mir lange überlegt, ob ich meine Karriere nicht bei Basel/KLH fortsetzen will. Aus beruflichen Gründen und wegen der Distanz habe ich mich jedoch für meinen Stammclub Aarau entschieden.»

Auch für Marco Vogt, den Oltner in Diensten von Zuchwil-Regio, sind «diese Partien gegen langjährige Freunde sicher etwas ganz Spezielles. Ich denke, da kommen neue Gefühle auf, wenn ich gegen Pascal, Cyrille oder Marvin spiele.» Schenken werde er ihnen aber nichts, «vielleicht nicht so hart rangehen, aber gewinnen will ich auf jeden Fall.»

Harte Umstellung auf neue Situation

Eine ähnliche Parallele sehen die drei ex-Sharks auch bei der Umstellung vom Profi-Eishockey zum Vollblut-Amateurstatus. Der Aargauer Sanitärinstallateur Pascal Wittwer: «Am Anfang war es eine echte körperliche Herausforderung, 100 Prozent arbeiten und am Abend Eishockey, doch das Ganze hat sich schnell einmal eingespielt und macht Spass.»

Marvin Frunz, Mitarbeiter in einem Personalberatungsbüro, sieht es ähnlich, wenngleich auch ein bisschen weniger drastisch: «Die Umstellung brauchte schon Zeit, Anpassungen sind nötig, aber ich möchte das Eishockey nicht missen.» Marco Vogt pflichtet seinen ehemaligen Teamkollegen bei und spricht «von einem völlig neuen Zeitmanagement. Die Erholungszeit, die uns früher täglich zur Verfügung stand, fehlt.

Der Ehrgeiz bleibt

Der Anfang war hart und zog Nachwehen mit sich, jetzt geht es langsam besser.» Vogt absolviert weiterhin sein Fernstudium als Betriebsökonom und arbeitet daneben zwischen 60 und 80 Prozent. Möglich, dass er dereinst auf ein Jus-Studium umstellt – als studierender Vollzeitprofi.

Für alle drei gilt das Gleiche: Sie wollen – auch eine Liga tiefer – Erfolg haben. Die Playoff-Qualifikation ist das Minimalziel ihrer Clubs. Zuchwil-Regio hat sich unter den Spitzenteams eingereiht, Argovia und Basel/KLH hinken etwas hinterher die ersten fünf Plätze nach den 20 Spielen der Regular Season berechtigen noch vor der Masterround zur direkten Playoff-Qualifikation.

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