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Die «Invaliden-WG» beim TV Endingen ist Geschichte – andere Sorgen bleiben

Sven Schafroth freut sich auf den Start ins Handballjahr 2020.

Sven Schafroth freut sich auf den Start ins Handballjahr 2020.

Der TV Endingen startet am Mittwoch zuhause gegen Pfadi Winterthur (Anpfiff: 20 Uhr) ins neue Handballjahr. Sorgenfrei ist er trotz zwei genesenen Spielern nicht. Und: Wieso er im Herbst einen Bundesligaspieler nicht verpflichtet hat.

Die Verletzungshexe ist auch im neuen Jahr noch Dauergast beim TV Endingen. Aktuell plagt sich beispielsweise Captain Christian Riechsteiner mit einer Verletzung an der Achillesferse des rechten Fusses herum. Sein Bruder Lukas war zuletzt krank. Die Einsätze der beiden Brüder morgen Mittwoch gegen Pfadi Winterthur sind zumindest fraglich. Zudem ist nun auch definitiv klar, dass mit Joel Huesmann ein weiterer Rückraumspieler ausfällt – und das mindestens bis Ende dieser Saison. Von seinem Kreuzbandriss wird er sich nicht rechtzeitig erholen.

Joel Huesmann (rechts) wird dem TV Endingen bis Ende Saison fehlen.

Joel Huesmann (rechts) wird dem TV Endingen bis Ende Saison fehlen.

  

Erholt hat sich hingegen Sven Schafroth. Der Rückraumspieler, der auf diese Saison hin zum TVE gewechselt hat, zog sich einen Riss des Syndesmosebands zu und fiel längere Zeit aus. Nun ist er wieder genesen und sagt: «Die Abschlusskontrolle beim Arzt war zufriedenstellend. Vielleicht bin ich noch nicht ganz bei 100 Prozent, aber ich fühle mich bereit.» Er werde am Mittwoch ohne Schmerzmittel spielen können.

Für den TV Endingen ist es von zentraler Bedeutung, dass Schafroth wieder im Kreise der Mannschaft ist, übernahm er in den ersten Saisonspielen trotz seiner erst 23 Jahre viel Verantwortung. Das wird er wohl auch am Mittwoch müssen, falls die Gebrüder Riechsteiner nicht auflaufen sollten.

Über die zweite Welle ins Spiel finden

Schafroths Mitbewohner ist Claudio Vögtli. Er spielt ebenfalls seit dieser Saison im Verein. Auch er fiel zwischenzeitlich mit einer Verletzung aus – Gehirnerschütterung lautete die Diagnose. Auch er hat sich vollständig erholt. Die «Invaliden-WG» bilden diese beiden also nicht mehr. «Das ist jetzt vorbei», sagt Vögtli und lacht. Es ist spürbar, dass er richtig Lust auf Handball hat und dass er dem Start ins neue Handballjahr entgegenfiebert. Dass es gegen Pfadi Winterthur schwierig wird, ist er sich natürlich bewusst. Vögtli sagt: «Wir müssen versuchen, über die zweite Welle ins Spiel zu finden, damit etwas möglich ist.»

Claudio Vögtli

Claudio Vögtli

Schwierig – und da sind sie sich beim TVE einig – werden wohl alle noch zu absolvierenden Spiele in dieser Saison. «Für uns gibt es nur schwierige Gegner, aber wir können auch ohne Druck aufspielen», sagt Schafroth. Den Ligaerhalt peilen die Surbtaler natürlich trotzdem vorbehaltslos an. «Wir sind alle Sportler genug und daher gehen wir in jedes Spiel, um es zu gewinnen», sagt Schafroth. Man sei eingespielter geworden über die letzten Wochen.

Trainer Zoltan Majeri sieht das ebenfalls so: «Wir haben Vertrauen in unsere bewährten Spieler und ich bin stolz auf den Charakter meiner Mannschaft.» Es ist ein kleiner Seitenhieb an die Konkurrenz in Zürich und Basel. Die Basler haben zuletzt ordentlich aufgerüstet und gleich drei arrivierte Spieler verpflichtet.

Fast hätte ein Bundesligaspieler den TVE verstärkt

Apropos aufrüsten: Das hätte der TVE auch tun können – und erst noch prominent: Raul Santos, beim SC DHfK Leipzig in der Bundesliga engagiert und bei Österreich im EM-Kader, hätte im Herbst auf Leihbasis ins Surbtal wechseln können. Doch die Verpflichtung war für den TVE finanziell nicht zu stemmen und deshalb kam sie nicht zustande.

Raul Santos – hier bei der EM im Spiel gegen Tschechien – war beim TVE im Gespräch.

Raul Santos – hier bei der EM im Spiel gegen Tschechien – war beim TVE im Gespräch.

  

Eine andere Verpflichtung steht dennoch im Raum. Derzeit testet der TVE einen jungen Serben. Ob es zu einem Engagement kommt, ist noch nicht sicher, es sind noch Details zu klären. Dafür kann der TVE die Vertragsverlängerung von Torhüter Vit Schams um eine weitere Saison bis 2021 vermelden. Immerhin schmälert diese Meldung die Sorgen ein bisschen.

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