Sie störten früh und zwangen die Emmentaler damit zu Fehlern im Spielaufbau. Eine der vielen daraus resultierenden Chancen vermochte Patrick Ruprecht in der 14. Minute zu verwerten. Gekonnt schlenzte er den Puck nach einem Abspielfehler der Berner Hintermannschaft am Torhüter vorbei. Die Aarauer Dominanz war nun augenfällig. Brandis konnte sich kaum mehr aus der Umklammerung lösen und tauchte nur noch selten im Aarauer Drittel auf. Die Gastgeber verpassten es aber, die Partie vorzeitig zu entscheiden.

Rabenschwarzes Mitteldrittel


Das rächte sich im zweiten Abschnitt. Der EHCA war nicht mehr wieder zu erkennen. Weg waren die Dominanz und die Aggressivität der ersten 20 Minuten. Dafür häuften sich Abspielfehler und Ungenauigkeiten. «Wir begannen rumzulauern, liefen zu wenig und hatten eine schlechte Einstellung», fand Trainer Patric With klare Worte.

Der Tabellenzehnte aus Brandis witterte seine Chance und verkürzte in der 28. Minute dank dem Treffer von Lorenz auf 2:1. Auch in der Folge standen die Gäste dem Ausgleich näher, als die Aarauer dem dritten Tor.

Im Schlussabschnitt tat sich das Team von With weiterhin schwer. Und so kam, was kommen musste. In der 45. Minute gelang Hain der 2:2-Ausgleich. Gleich darauf meldeten sich die Hausherren zurück. Andrea Wegmüller schloss in der 48. Spielminute eine sehenswerte Kombination mit einem satten Schuss ab. Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. Drei Minuten später zappelte der Puck erneut im Netz hinter Aarau-Torhüter Flurin Brunner. Bieri hatte in doppelter Überzahl zum neuerlichen Ausgleich getroffen.

Es kam aber noch schlimmer für die erschreckend schwach aufspielenden Aarauer. 25 Sekunden vor Schluss besiegelte Lorenz mit seinem zweiten Treffer das Schicksal der Gastgeber. Brandis gewann verdient mit 4:3 und bescherte dem EHC Aarau eine bittere Niederlage.

Für Arroganz bestraft

«Wir wurden für unsere Arroganz bestraft», erklärte ein wütender Patric With nach Spielschluss. Er hätte geglaubt, seine mehr als deutliche Ansage in der zweiten Pause würde helfen. Doch er täuschte sich. «Wir machten zu viele individuelle Fehler und brachten nicht genügend Schüsse aufs Tor», analysierte With, der bereits wenige Minuten nach dem Spiel mit einer weiteren unangenehmen Nachricht für seine Spieler aufwartete: «Morgen wäre eigentlich frei, doch es wird ein Straftraining geben», sagte er und marschierte aus der Halle.