Volleyball

Ein Aargauer Nationalteam – darum sind 8 von 16 Nationalspielern von hier

Der Aargauer Reto Giger serviert für die Schweizer Nationalmannschaft.

Der Aargauer Reto Giger serviert für die Schweizer Nationalmannschaft.

Die Aargauer Spieler prägen die Schweizer Volleyballnationalmannschaft – das ist kein Zufall. Im Kanton wurde in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet.

Die Quote lässt sich sehen: Jeder zweite Spieler, der gestern ins Trainingslager der Schweizer Volleyballnationalmannschaft eingerückt ist, wuchs im Aargau auf. Acht von 16 Spielern um genau zu sein.

Der Aargau ein Kanton von Volleyballern? Marco Fölmli, der Assistenztrainer der Nationalmannschaft, sagt: «So grundsätzlich lässt sich das mit Blick in die Vergangenheit nicht sagen. Es gab auch Zeiten, in denen andere Kantone die Mehrzahl der Spieler stellten.» Trotzdem ist es im Moment offensichtlich. Und mehr als nur Zufall, wie die Suche nach Gründen dafür zeigt.

Wer sich umhört, der stösst schnell auf eine Erklärung: Im Aargau und insbesondere in der Talent School Aargau wurde in den vergangenen Jahren sehr gut gearbeitet. Julian Fischer, Libero in der Nationalmannschaft und einer der Aargauer, der ebendiesen Weg gegangen ist, sagt: «Wir wurden nicht nur sportlich sehr gut gefördert. Auch mental war die Ausbildung sehr gut. Es ist dadurch ein kompetitives Umfeld entstanden.»

Der logische Schritt zu Schönenwerd

Es sind also Kernfaktoren des Sports wie Teamdynamik, eine gesunde Konkurrenzsituation oder viele Gleichgesinnte, die gemeinsam ein Ziel verfolgen, die im Aargau erfüllt wurden und Erfolg nicht nur im Volleyball erklären. Und die gemeinsame Reise war für viele damit nicht zu Ende. «Der logisch nächste Schritt war jener zu Schönenwerd», sagt Fischer, wo er heute mit den Aargauer Natikollegen Yves Roth, Reto Giger, Mischa von Burg und Leandro Gerber spielt.

Doch auch Tim Köpfli, der bei Luzern spielt, Luca Müller (Amriswil) und Etienne Hagenbuch (Näfels) haben ihre Fertigkeiten in den Strukturen der Aargauer Volleyballförderung gelernt. Fölmli sagt: «Im Kanton Aargau ist es sehr gut gelungen, Jugendliche für Volleyball zu begeistern.» Doch wer denkt, dass dies automatisch so weitergeht, irrt. Fölmli sagt: «Beim Nachwuchs deutet sich derzeit eher eine Verschiebung in andere Regionen an.» Aber auch solche wellenartigen Bewegungen sind im Sport kein seltenes Phänomen, weil sich plötzlich andernorts starke Jahrgänge finden, die sich pushen.

Der nächste Ernstkampf erst im Januar

Zurück in der Gegenwart ist es aber auf jeden Fall der Aargau, der das Bild der Nationalmannschaft prägt. Seit gestern trifft sich das Team vier Wochen lang jeweils von Montag bis Freitag zu einem Trainingslager in Schönenwerd. Die Situation ist insofern speziell, als dass der nächste Ernstkampf mit der Nationalmannschaft erst 2021 stattfinden wird. Aufgrund der Coronakrise hat der Europäische Volleyballverband entschieden, die EM-Qualifikation in der Gruppe der Schweiz erst im Januar zu spielen. An zwei Miniturnieren in der Slowakei (7. bis 10. Januar) und Rumänien (14. bis 17. Januar) wird die Nationalmannschaft dann auf die beiden Gastgeber der Miniturniere und Albanien treffen.

«Trotzdem macht es Sinn, jetzt zu trainieren», sagt Fölmli. Weil mit dem Italiener Davide Grigoletto ein neuer Athletiktrainer beginnt, weil für einmal ungewöhnlich viel Zeit bleibt für die Taktikschulung. «Und auch, um für die neue Saison in Form zu kommen», ergänzt Julian Fischer.

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