Handball

Ein Aargauer Quintett gibt in der Nati den Ton an

Schweizer Frauen-Nati in Aargauer Hand (v. l.): Noëlle Frey, Ariane Geissmann, Pascale Wyder, Nicole Dinkel und Lisa Frey.

Schweizer Frauen-Nati in Aargauer Hand (v. l.): Noëlle Frey, Ariane Geissmann, Pascale Wyder, Nicole Dinkel und Lisa Frey.

Im Schweizer Frauen-Nationalteam spielen nicht weniger als fünf Aargauerinnen mit. Heute geht für das Quintett die WM-Qualifikation in Zürich mit dem Spiel gegen Griechenland zu Ende.

Die intensive Vorbereitung und die ersten beiden WM-Qualifikationsspiele haben an den Kräften gezehrt. Ein Teil des Schweizer Nationalteams trainierte am Freitagmorgen in der Saalsporthalle, die anderen absolvierten ein lockeres Training vor dem Mövenpick-Hotel in Regensdorf, wo die Handballerinnen untergebracht sind.

Die Stimmung im Training war locker, beim Gespräch gleich danach war die Enttäuschung über die beiden Niederlagen gegen Slowenien (21:27) und Weissrussland (23:24) jedoch deutlich spürbar. «Es ist deprimierend. Wir haben lange darauf hingearbeitet und waren dann trotzdem nicht bereit – vor allem im Kopf nicht», so Nicole Dinkel. Und Teamkollegin Lisa Frey ergänzt: «In beiden Spielen hat niemand von uns sein normales Niveau erreicht.»

Dinkel und Frey sind zwei von nicht weniger als fünf Aargauer Spielerinnen, die für diese WM-Qualifikationskampagne zum Kader der Nationalmannschaft gehören. Ein stolzer Wert bei insgesamt 16 selektionierten Spielerinnen. Und die Aargauerinnen nehmen nicht etwa die Rolle der Reservistinnen ein, sondern gehören grösstenteils zu den Leistungsträgerinnen.

Konstanz fehlt

Rückraumspielerin Nicole Dinkel (29, Frick) zählt mit 102 Länderspielen zu den Routiniers. Auch Kreisläuferin Noëlle Frey (22, Densbüren), ihre Schwester Lisa (19) und Ariane Geissmann (28, Freienwil) kamen regelmässig zum Einsatz. Gegen Slowenien standen die vier gar gemeinsam auf dem Feld. Die fünfte im Bunde ist Pascale Wyder (19, Suhr), die in den ersten zwei Spielen zwar nicht zum Einsatz gekommen ist, jedoch auch bereits elfmal das Dress der Nationalmannschaft überstreifen durfte.

Doch wie kommt es, dass gleich fünf Aargauerinnen zum Nationalteam gehören, obwohl die Aargauer Frauenteams im Clubhandball mit lediglich zwei Teams in den beiden nationalen Ligen (Zofingen und Wohlen) im Gegensatz zu den Männern (sechs Teams) nur eine Nebenrolle spielen? «Wir hatten das Glück, dass wir die nötige Unterstützung von unseren Familien erhalten haben, die stets die langen Wege in die Trainings gefahren sind. Sonst hätte das nie geklappt», sind sich die drei Fricktalerinnen Nicole Dinkel, Lisa und Noëlle Frey einig.

Karriere im Ausland

Sie alle haben ihren Stammverein bereits früh verlassen müssen, um sportlich weiterzukommen. Sie bedauern, dass es nicht mehr starke Frauenteams im Kanton gibt. «Das würde die Sache deutlich erleichtern. Aber es ist halt nicht so attraktiv, in ein Frauenteam zu investieren wie in ein Männerteam. Bei den Frauen fehlt leider oftmals die Konstanz», so Dinkel, die wie Noëlle Frey in Deutschland spielt. Lisa Frey läuft für Spono Nottwil auf und Ariane Geissmann nach ihrer Rückkehr aus Deutschland für LK Zug. Pascale Wyder ist die Einzige, die im Aargau spielt. Sie ist Topskorerin beim NLA-Vertreter TV Zofingen.

In der Nationalmannschaft zieht das Quintett am selben Strang. Und gemeinsam wollen sie heute dafür sorgen, dass es im abschliessenden Spiel gegen Griechenland (Saalsporthalle, 14.30 Uhr) immerhin noch einen versöhnlichen Abschluss gibt. «Wir wollen den Sieg. Das sind wir uns und unseren Fans schuldig», sagt Noëlle Frey.

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