Ringen

Ein Fehlgriff verursacht den Ausgleich: Die Ringer aus dem Freiamt verlieren in Willisau mit 13:21

Die Ringerstaffel Freiamt kassiert im zweiten Aufeinandertreffen mit den Willisauer Ringern eine Niederlage. Diese gleichen die Nationalliga-A-Finalserie aus und gewinnen das zweite Duell dank starkem Auftritt zuhause souverän 21:13. Damit wird die Best-of-3-Finalserie am nächsten Samstag in Willisau entschieden.

Die Ringer von Willisau haben die Freiämter Euphorie gebremst. Im zweiten Final der Schweizer Mannschaftsmeisterschaft siegten die Luzerner auch dank besserer Aufstellung 21:13. Freiamt taktierte falsch und brach in der zweiten Hälfte ein.

Die leisen Hoffnungen der Ringerstaffel Freiamt zerschlugen sich schon beim Abwägen. Willisau trat zwar mit einer stark veränderten, aber mit einer Ausnahme sehr kompakten Mannschaft an. Trainer Marcel Leutert war nach dem Coup vor Wochenfrist zu selbstsicher und glaubte an ein neuerliches Ringerwunder. Der grosse Meisterschaftsfavorit bestrafte die Aargauer Überheblichkeit vor fast 2000 tobenden Zuschauern jäh.

Kein weiteres Wunder: Ringerstaffel Freiamt verliert in Willisau

Kein weiteres Wunder: Ringerstaffel Freiamt verliert in Willisau

   

Diesmal hatte Freiamt hinter den Kulissen den ersten Sieg gefeiert. Der Verband schmetterte auch Willisaus Rekurs gegen die Lizenzvergabe an Magomed Aischkanow ab. Der Tschetschene traf auf WM-Bronze-Gewinner Stefan Reichmuth. Das Duell der beiden je 91 kg schweren Freistilathleten verlief spannend und auf gutem Niveau. Der besser austrainierte Willisauer geriet in der ersten Runde 0:2 in Rückstand, powerte aber den Russen in den zweiten drei Minuten aus und siegte 4:3.

Die Schlappe des formschwachen Ringerschwingers Roman Zurfluh, der bis 97 kg Greco chancenlos blieb, machte Leichtgewichtler Nils Leutert mit einem Überlegenheitssieg wett. Obwohl sich Nino Leutert gegen Lukas Bossert zu sehr blockieren liess und nur 4:1 gewann, führte Freiamt diesmal zur Pause 10:8. Dafür sorgte Michael Bucher. Der fragile Merenschwander kämpfte buchstäblich bis zum Umfallen. Er konterte den stilsichereren Rasul Israpilov bis 65 kg Greco 11:5 aus.

Reto Gisler ist als Leistungssportchef einer der umtriebigsten Freiämter Funktionäre. Aber mit 45 Jahren hat er trotz eifrigem Mittun in den Trainings seinen Zenit als Ringer überschritten. Dies zeigte der Ungare im Willisauer Team, Gergely Gyurits, jäh auf. Er benötigte nur 128 Sekunden, um den Urner im Freiämter Lager 15:0 zu zerzausen. Selbst Willisaus Trainer Thomas Bucheli wunderte sich: «Diese Aufstellung habe ich nicht begriffen.»

Am zweiten Finalabend wechselte so das Momentum zu Willisau. Und wie! Der Luzerner Express liess sich bis zum letzten Kampfrichterpfiff nicht mehr stoppen. Mit einer Bilanz von 13:3 in den zweiten fünf Einzelkämpfen zerzauste der Meisterfavorit den Aussenseiter mehr als standesgemäss. Zunehmend offenbarten sich bei Freiamt ringerische Defizite. Willisau schöpfte sein Leistungspotenzial im Gegensatz zur Vorwoche aus. Der beherzte Freiämter Einsatz machte die Schwächen nicht wett.

Knappe Niederlagen für Freiämter Leistungsträger

Selbst die Freiämter Leistungsträger Pascal Strebel und Marc Weber kassierten knappe Niederlagen. Olympionike Strebel hatte sich anstelle des verletzten Randy Vock für die Klasse 70 kg Freistil geopfert. Wohl verunsicherte der Greco-Routinier den elf Jahre jüngeren Tobias Portmann mit einer 3:0-Führung. Doch das Willisauer Talent hielt die Pace durch und wendete das Blatt auf 5:4. Weber wirkte nach dem Abhungern auf 79 kg nicht mehr so kraftvoll. Gegen den technisch beschlagenen Andreas Vetsch verlor er 3:7.

Damit war das zweite Finalduell schon nach acht von zehn Einzelkämpfen entschieden. Yves Müllhaupt, der Held des ersten Finals, fand gegen Kaderjunior Michael Portmann kein Rezept für eine Wertung. Zu allem Übel verlor Nico Küng trotz fulminantem Beginn den bedeutungslosen Freistil-Schlusskampf gegen den Greco-Spezialisten Jonas Bossert 6:7.

Dieses Ende passte zum Verlauf des zweiten Finals. Marcel Leutert hatte nach der Demütigung in der zweiten Hälfte keine Erklärung für den Einbruch. Er gestand jedoch: «Da hatte ich anders gerechnet. Aber dieser Abend gibt Aufschluss für den dritten Final.» Das klingt nach Umstellungen für die Meisterschaftsentscheidung. Willisaus Trainer Bucheli staunte: «Diesmal lief nach der Pause alles für uns. Unsere Aufstellung passte mit sechs neuen Ringern sehr gut.» Findet Freiamt darauf innert einer Woche die richtige Antwort?

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