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Ein Linkshänder in Top-Form: Warum Oliver Mauron beim TV Endingen immer besser wird

Variantenreich im Angriff: Oliver Mauron findet verschiedene Wege, um den Ball im Gehäuse zu versenken.

Variantenreich im Angriff: Oliver Mauron findet verschiedene Wege, um den Ball im Gehäuse zu versenken.

Oliver Mauron spielt gerade seine beste Saison, seit er 2018 zum TV Endingen gekommen ist. Seine Form hat viel mit den Leistungen seines Partners im rechten Rückraum zu tun.

Der vergangene Samstag war für Oliver Mauron einer dieser Tage, an denen fast alles gelingen will. Ein Sahnetag, wenn man so mag. Der 25-Jährige war eine stete Gefahr im Angriffsspiel seiner Mannschaft. Wurde er freigespielt, dann zog er los, schraubte sich in die Luft und setzte den Ball millimetergenau in die lange Ecke. Dann wieder stieg er aus spitzerem Winkel hoch, sein Handgelenk knickte ab und das Spielgerät zischte am ausgestreckten Arm des Goalies vorbei ins Tor. Variantenreich, traumwandlerisch sicher. Sieben Mal warf Mauron gegen Wacker Thun, sieben Mal traf er.

Schon eine Woche zuvor – bei der Niederlage gegen die Kadetten – war zu sehen, dass der Mann gerade prächtig in Form ist. Nicht nur seine sechs Treffer unterstrichen das, auch mit einem wachen Blick fiel Mauron auf, als er Unachtsamkeiten der Schaffhauser in Balleroberungen für sich und seine Farben wandelte. Zuweilen erhaschte man Mauron auch mit einem Lächeln im Gesicht, während er die Seitenlinie entlang lief und Nettigkeiten mit dem Gegenspieler austauschte. Es scheint, als habe Oliver Mauron gerade richtig Spass am Handball.

Es ist denn auch nicht vermessen zu behaupten, dass der Linkshänder am rechten Flügel gerade seine beste Saison für den TV Endingen bestreitet, seitdem er 2018 vom TV Möhlin ins Surbtal gewechselt ist. «Wenn man Olivers Statistiken dieses Jahr mit denen von vergangener Saison vergleicht, ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht», sagt Trainer Zoltan Majeri über seinen Schützling. 49 Tore hat Mauron schon erzielt, in gerade einmal 13 Spielen. Damit reiht er sich gleich hinter Justin Larouche auf Rang zwei in der teaminternen Skorerliste ein. In der vergangenen Spielzeit warf Mauron bis zum Saisonabbruch im März in 20 Partien 40 Treffer.

Mauron will mit Lockerheit an die Sache ran gehen

Mauron selbst ordnet seinen derzeitigen Formstand nüchtern ein: «Durch jedes gute Spiel gewinnst du an Selbstvertrauen. Und wenn du das hast, kannst du Würfe nehmen, die schwieriger sind.» Dann gehen eben auch einmal Abschlüsse aus spitzen Winkeln rein, die auf den ersten Blick nur wenig Erfolg versprechen. «Du kannst einfach lockerer an die Sache ran gehen», sagt Mauron.

Man darf allerdings nicht den Fehler machen, Maurons Leistungen isoliert zu betrachten. Handball ist nie abhängig vom Einzelnen, der Sport lebt vom Zusammenspiel der Individuen. Ein Flügelspieler wie Mauron, der qua Position besonders auf Anspiele angewiesen ist, merkt das am intensivsten. Majeri wertet die vielen Tore Maurons auch als Mannschaftserfolg, weil sich erst durch den Druckaufbau von links die Räume auf der rechten Seite öffnen.

Linkshänder-Kollege und Abwehrpartner von Oliver Mauron: Neuzuzug Justin Larouche.

Linkshänder-Kollege und Abwehrpartner von Oliver Mauron: Neuzuzug Justin Larouche.

Hervorzuheben ist dann aber doch der andere Linkshänder in der Startaufstellung des TV Endingen: Justin Larouche. Das Spiel zwischen Mauron und dem kanadischen Rückraumspieler wird immer harmonischer – nicht nur in der Offensive, auch defensiv. Sowohl Mauron als auch Larouche können auf der Zweierposition rechts verteidigen, häufig wechseln sich die beiden ab. «Wenn ich zum Beispiel nach zwei Gegenstössen eine Pause brauche, geht Justin auf den Zweier», sagt Mauron.

Während der Spiele sprechen sie viel, um heraus zu kitzeln, wie sich der andere fühle, sagt Mauron. «Es ist wichtig, dass wir uns den Rücken frei halten können.» Das klappt manchmal besser, manchmal schlechter, wie am Mittwoch gegen ­Pfadi. Zum Glück bietet sich ja bereits am Samstag die Chance auf Wiedergutmachung.

Verfolgen Sie die Partie des TV Endingen gegen Pfadi Winterthur am Samstag ab 20 Uhr im Livestream auf unserer Website.

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