Chlauslauf Rohrdorf

Ein New-York-Sieger mit zwiespältigem Gefühl, zwei Neue sicherten sich den Tagessieg

Der Chlauslauf in Rohrdorf lockte 1246 Läuferinnen und Läufer in verschiedenen Kategorien an den Start. Auffallend viele (erstaunlich schnelle) Chläuse waren dabei. Als Tagesschnellsten profilierten sich Nick Gebert (Zofingen) und Annina Hahnloser (Zürcher). Trotz eindrücklichen Palmares verpasste Peter Camenzind den Kategoriensieg.

„Das hat gutgetan“, lachte Peter Camenzind nach seinen 8,3 km. Eine Rangierung seiner Reputation erreichte der Würenloser nicht ganz. Rang 7 bei den M60 in 34:36 Minuten. „Unterwegs schoss es mir immer wieder durch den Kopf, dass es doch eigentlich schneller gehen müsste“, sagte er. Ging es nicht. Nach einer Erklärung suchen musste er aber nicht. Nur fünf Wochen liegt der New York Marathon zurück.

Und diesen beendete der einstige Sieger des Swiss Alpine Marathons und der 100-km-Biel ebenfalls mit dem Wunschresultat: Rang 1 bei den M65. Und was noch mehr verblüfft: In famosen 3:10:28 Stunden – mit 68 Jahren. Das vermisste Tempo von Rohrdorf war erklärt durch seine Vorbereitung.

„Seit New York habe ich nichts Schnelles trainiert“, sagte Camenzind – und schob nach: „Wenn du schnell rennen willst, musst du schnell trainieren.“ Genossen hat er dennoch: „Eine prächtige Strecke mit einem ‚Stutz‘ und sonst immer dem Eindruck, es gehe hinunter.“ Als Schnellster der M60 profilierte sich Ueli Wäfler aus Sisseln mit starken 33:00 Minuten.

Gebert: hausgemachte Herausforderung

Auch Tagessieger Nick Gebert sah sich durch den Termin gefordert. Der Teilnehmer an den OL-Junioren-Weltmeisterschaften des vorletzten Jahres hat nach der obligaten Saisonpause erst in der Woche des Rennens wieder mit dem Training begonnen. „Das war die erste harte Einheit“, lachte er. Doch erfreulich für ihn: Bei seiner dritten Teilnahme am Chlauslauf reichte es souverän zum Sieg.

Als „cool“ bezeichnet der 22-Jährige das Resultat und seine Siegerzeit von exakt 27 Minuten. Beides motiviert. Vorsichtig war er ins Rennen gestiegen. Einen Steigerungslauf legte das Mitglied des Team-OL-Meisterteams von Anfang November hin. „Das Laufen ist meine zweite Leidenschaft geworden“, sagte er zu seiner eigenen sportlichen Prioritätensetzung. Der Erfolg in Rohrdorf bestärkt ihn darin.

Hinter sich liess Gebert einen bekannten Läufer: Adrian Brennwald, 44 aus Aegust am Albis. Der Zürcher profiliert sich immer wieder auf Ultra-Distanzen. Im 2019 gewann er u.a. ein 100-km-Rennen mit 6500 Höhenmetern in Slowenien sowie den Gondo-Doppelmarathon. Und obwohl er sich hier nicht als Sieger hat feiern lassen können, strahlte Brennwald: „Ein sehr hartes und schönes Rennen.“ Und er bestätigte Camenzinds Theorie, dass auch kurze, schnelle Läufe Pflicht seien.

Hahnloser: Premiere und Derniere

Noch stärker überrascht sah sich die Frauensiegerin Annina Hahnloser. Sie hatte sich vorgenommen, den Chlauslauf als letzten Wettkampf zu bestreiten – generell. Mit einer anderen Prioritätensetzung mit ihrem Kleinkind begründete sie dies. Der erste Triumph in 31:33 Minuten sorgte bei der Züricherin nach zweiten und dritten Rängen in der Vergangenheit für divergierende Gefühle.

Schliesslich überstrahlte aber eines: Stolz. Auf Platz 2 lief die Bruggerin Fiona Kirk. Auch sie sprach von Bewegendem: „Mein erstes Rennen seit Ostern, wenn das keine Anregung ist, wieder öfter eine Startnummer zu montieren…“

Erstaunliches zeigten die Besten im vorgezogenen Seniorenrennen der über 50-Jährigen. Am Schnellsten liefen der Zürcher Ironman-Triathlet Richard Stoffel mit 30:50 Minuten und die Zürcher Oberländerin Maja Luder mit 33:48. Mit 1246 Läuferinnen und Läufern wurde die Rekordmarke von 1267 nur knapp verfehlt.

Und herauszustreichen: Vom 40-Jahr-Jubiläum profitierten 40 ausgeloste Läuferinnen und Läufer explizit: Sie erhielten einen grosszügigen Geschenkkorb. Besonders begrüsst worden waren auch die treusten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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