Hallwilerseelauf

Ein Schweizer Anwärter auf einen Podestrang am Hallwilerseelauf

Der Langenthaler Fabian Kuert gehört am 45. Hallwilerseelauf zum erweiterten Favoritenkreis.

Gut 7000 Läuferinnen und Läufer werden am Samstag bei wohl idealem Laufwetter am grössten Aargauer Volkslauf erwartet. Unter ihnen ein Schweizer Anwärter auf einen Podestrang: Fabian Kuert aus Langenthal.

Kuert zählt zu den besten Schweizer Langstreckenläufern. Topresultate an kleineren und grösseren Volksläufen sind für ihn fast alltäglich. Nicht so am Hallwilerseelauf. Der aktuelle Schweizer Meister im Langcross und im Halbmarathon tritt erst zum zweiten Mal zum Aargauer Laufklassiker an. Dennoch fährt der Langenthaler an diesem Samstagmittag mit einem klaren Ziel nach Beinwil am See. «Ich will aufs Podest.» Letztes Jahr bei seiner Hallwilerseelauf-Premiere fehlen dem 36-Jährigen dazu nur 2,3 Sekunden. Er lief auf den undankbaren vierten Platz.

Kuert: «Die Strecke ist toll, der Termin günstig»

Damals ist Fabian Kuert auf den Geschmack gekommen. «Die Strecke ist toll und der Termin günstig», sagt er. Am Greifenseelauf vor drei Wochen war er als bester Schweizer auf Position vier gelaufen. Hinter sich liess er sämtliche nationalen Widersacher, der Halbmarathon-Meistertitel war ihm somit gewiss.

Den Vortritt überlassen musste er im Zürcher Oberland drei Kenianern, die am Hallwilersee aber nicht um den Sieg mitlaufen werden. Dafür trifft er erneut auf den in Bern lebenden Äthiopier Mekonen Tefera, der ihm den Podestplatz vor einem Jahr so knapp weggeschnappt hatte.

Und seit dem Greifenseelauf hat sich Fabian Kuert nicht nur erholt. Vielmehr hat er versucht, die Form zu konservieren und weiter zu verfeinern. Zusammen mit seiner Klubkollegin in der LV Langenthal, Nicole Egger, weilte er bis am Dienstag im Engadin: dreieinhalb Wochen, trainingsmässig. «An der Vorbereitung kann es nicht liegen», sagt er deshalb. Das Weiterziehen der langen Saison ist für ihn ein Dürfen und nicht ein Müssen.

Kuerts Revanche geglückt 

Der Pfleger in einem Altersheim blickt auf seine erfolgreichste Saison zurück. Neben den beiden Schweizer Meistertiteln hebt er das erstmalige Durchbrechen der 30-Minuten-Grenze an der 10-km-Strassen-SM hervor. Sein achter Rang als zweitbester Schweizer am Grand Prix Bern ragt ebenso heraus. Gute Rennen zeigte er im Sommer auch auf der Bahn. Mit Edelmetall belohnt wurde er allerdings weder über 5000 noch über 10 000 m.

«Chli blöd», sagt er zu seinen beiden vierten Rängen. Lukas Marti stand ihm jeweils vor der Sonne. Am Greifenseelauf konnte sich Kuert revanchieren und Marti auf Platz 2 in der SM-Wertung verweisen. Die Erkenntnis: Kuert hat es verstanden, den hohen Grundspeed von der Bahn auf die Strasse mitzunehmen.

Die «bis anhin beste Saison» will Fabian Kuert weiter «dekorieren». Für mentalen Zusatzschub im Hinblick auf die restlichen Wettkämpfe des Jahres würde auch ein Topergebnis um den Hallwilersee sorgen. Um die Podestränge oder gar um den Tagessieg kämpfen dürfte Kuert.

Seine härtesten Widersacher: Vorjahressieger Wodajo Alemayehu (Äth), der erwähnte Mekonen Tefera (Äth), Ahmed El Jaddar (Mar), der Fünfte von 2018, sowie allenfalls der Aarauer Kadi Nesero. Bei den Frauen heisst die Favoritin Israel Gelatu (Äth), die Vorjahressiegerin.

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