Förderung

«Ein Verband hat einen anderen Stellenwert» – wie der Skisport dem Aargau erhalten bleiben soll

Die Kaderathleten des Aargauer Skiverbandes im Trainingslager in Saas-Fee.

Die Kaderathleten des Aargauer Skiverbandes im Trainingslager in Saas-Fee.

Aus dem Aargauer Skiteam wird der Aargauer Skiverband. Das Ziel: Talente noch besser fördern zu können. Dabei gibt es aber auch noch einen anderen Aspekt – nämlich einen finanziellen.

Ein Skiweltmeister aus dem Kanton Aargau? Das gab es bereits einmal: Urs Lehmann. Doch der Präsident von Swiss-Ski ging 1993 mangels Alternativen noch als Mitglied des Zürcher Skiverbands an den Start. Heute könnte er dem Aargauer Verband beitreten.

Doch von Aargauer Weltmeistertiteln will Peter Läuppi, der Präsident des neu ge­gründeten Verbandes, noch gar nicht träumen. «Wir wollen gute Grundlagenarbeit leisten», sagt Läuppi. «Wir wollen mit unserer Arbeit die Basis legen, damit im Anschluss eine Skikarriere in den Strukturen der Regional­verbände und von Swiss-Ski möglich ist.»

Ein ähnliches Ziel verfolgte zwar bereits das Aargauer Skiteam, aus dem der Verband entstanden ist. Aber Läuppi ist überzeugt, dass der Namenswechsel die Aussenansicht verändert. «Ein Verband hat einen anderen Stellenwert. Es ist klarer ersichtlich, dass wir für die Förderung des Skisports im Kanton zu­ständig sind.»

Läuppi hofft, dass so höhere Förderbeiträge von Sponsoren und Kanton generiert werden können. «Wir müssen aufpassen, dass der Skirennsport nicht aus dem Kanton Aargau verschwindet», sagt Läuppi, der von 2005 bis 2017 bei Swiss-Ski Chef Ausbildung und Forschung war.

Dass es der Skisport in der Nordwestschweiz nicht einfach hat, ist fakt. Immer weniger Schulen bieten Skilager an. Immer weniger junge Menschen kommen somit überhaupt in Berührung mit dem Schweizer Nationalsport. Zwar suchen zahlreiche Skiklubs Mitglieder, doch einfach ist das nicht.

Mit dem Verband im Rücken, könnte das besser funktionieren, glaubt Läuppi. «Es gibt junge Talente im Aargau, die gerne weiterkommen wollen, doch irgendwann ist die Förderung innerhalb des Klubs ausgeschöpft. Hier wollen wir als Verband Möglichkeiten bieten, indem die Talente bei uns zu Kaderathleten werden.» Und somit fortan von den Strukturen und Trainingsmöglichkeiten des Verbandes profitieren – wie zum Beispiel von Trainingslagern bereits im Spätsommer auf dem Gletscher in Saas-Fee.

Die Vision: Sich der Spitze immer mehr nähern

Derzeit verbindet der Aargauer Skiverband rund zehn Klubs. «Ich hoffe und bin zuversichtlich, dass weitere dazu kommen werden», sagt Läuppi. Die Anzahl Kaderathleten hat sich den vergangenen zwei Jahren auf 14 verdoppelt. Und das soll erst der Anfang sein. «Wir sind jetzt quasi ein kantonales Leistungszentrum», sagt Läuppi. Und da der Aargauer Skiverband dem Zentralschweizer Verband angehört, sind die nächsten Schritte der Aargauer Talente in regionale Leistungszentren bereits vorgezeichnet.

«Mein Vision ist, dass wir das Niveau stetig steigern können», sagt Läuppi. «Wir wollen uns leistungsmässig den Regionalverbänden nähern und dafür sorgen, dass der Übertritt für die Aargauerinnen und Aargauer einfacher wird.» Und vielleicht gibt es dann ja tatsächlich dereinst einen weiteren Aargauer Weltmeister.

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