Es ist laut. Sehr laut. Die hochgepowerten Motorräder und Quads durchwühlen die Rennstrecke und der hoch am Himmel kreisende Helikopter fügt noch ein weiteres dröhnendes Element zur Geräuschkulisse hinzu. 12 000 Zuschauer haben sich in Wohlen eingefunden, um hier die 62. Ausgabe des traditionellen Motocross-Rennens oberhalb von Schloss Hilfikon mitzuverfolgen.

Im letzten Jahr artete die Veranstaltung zu einer regelrechten Schlammschlacht aus. Heuer ist Petrus aber besser gesinnt: Obwohl der Wetterbericht Regen angesagt hatte, bleibt es am Sonntag den ganzen Tag trocken. «Das Wetter hat uns natürlich in die Hände gespielt», sagt der OK-Präsident Urs Hilfiker nach dem Rennen: «Die guten Wetterverhältnisse wirkten sich sehr positiv auf die Stimmung der Zuschauer aus.»

Das Publikum ist bunt durchmischt: Aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland sind die Zuschauer angereist, um das Spektakel zu verfolgen – und sie bekommen so einiges zu sehen. In sechs verschiedenen Klassen heizen die Fahrer am zweiten Renntag über die Piste.

Motocross Wohlen 2017

Starke ausländische Fahrer

Unter ihnen ist auch der amtierende Schweizer Meister in der SAM-Masters-MX1-Klasse Joel Sandmeier. Er gilt als eines der grossen Talente des Motorsport-Clubs Wohlen und will bei seinem Heimspiel in der MX-Open-Klasse mit einem guten Resultat auf sich aufmerksam machen: «In die ersten zehn, da will ich hin», sagt der 23-Jährige aus Bettwil. Am Ende reichte es im zweiten Lauf für den 12. Schlussrang. Ziel knapp verpasst. Trotzdem zeigt sich Sandmeier sehr zufrieden mit seiner Leistung in Wohlen: «Das Fahrerfeld war sehr stark. Besonderes die ausländischen Fahrer liessen ihr Können aufblitzen. Mit meiner Klassierung darf ich aufgrund der starken Konkurrenz mehr als zufrieden sein», so der Bettwiler.

Er hatte recht: Petr Smitka aus Tschechien drehte in Wohlen einsam seine Runden. Erst zum Schluss liess der 25-Jährige ein wenig nach und liess den zweitplatzierten Thurgauer Yves Furlato bis auf zwei Sekunden rankommen. Nur knapp dahinter, zwei Zehntel um genau zu sein, klassierte sich als Dritter Andy Baumgartner aus Romanshorn.

Auch Daniel Huser überzeugt

Sandmeier war nicht der einzige Aargauer, der an diesem Sonntag überzeugen konnte: Daniel Huser aus Hägglingen gelang sogar der Sprung in die Top Ten. Nach einem Sturz zu Beginn des Rennens im ersten Lauf muss sich der Familienvater mit dem 19. Zwischenplatz zufriedengeben. Im zweiten Lauf folgte dann aber die grosse Steigerung und mit ihr der starke zehnte Schlussrang. «Dank des guten Starts im zweiten Lauf konnte ich die verlorenen Plätze schnell wettmachen», sagt der 31-Jährige nach dem Rennen. Eigentlich hatte sich Huser vor dem Rennen als Ziel gesetzt, unter die ersten 15 zu fahren, entsprechend zufrieden zeigt er sich deshalb mit seiner Schlussplatzierung: «Es lief einfach super für mich. Der zehnte Platz liegt über meinen Erwartungen, wenn man bedenkt, dass ich eine zweijährige Pause eingelegt habe.»

In der MX2-Klasse konnte sich David Schoch über eine gute Leistung erfreuen. Der junge Fahrer aus Merenschwand wurde immer stärker, je länger das Rennen andauerte. Unter den Zurufen der begeisterten Zuschauer und Speaker holte sich Schoch den fünften Platz.