NLA-Handball

Eine Mission endet: René Zehnder tritt Ende Saison als Präsident des HSC Suhr Aarau zurück

Präsident René Zehnder tritt nach Ablauf der Saison 2020/21 von seinem Amt beim HSC Suhr Aarau zurück. Der 63-jährige Suhrer sieht die Zeit gekommen, frischen Kräften Platz zu machen. Der Verein hofft, im Idealfall bis Anfang 2021 eine Nachfolgelösung präsentieren zu können.

Nach dieser Saison geht beim HSC Suhr Aarau ein Kapitel zu Ende: Nach sechseinhalb Jahren tritt René Zehnder als Präsident des Aargauer NLA-Vereins zurück. «Der HSC ist dort, wo er hingehört – damit ist meine Mission erfüllt. Es ist an der Zeit, Platz für frische Kräfte zu machen», sagt der 63-jährige Suhrer.

Kommt hinzu, dass der Inhaber der Graf Nutzfahrzeuge AG in Hunzenschwil in den vergangenen Monaten zunehmend unter der Doppelbelastung Vereinspräsident und Unternehmer litt: «Die Verantwortung wiegt schwer. Sowohl beim HSC als auch in meinem Unternehmen. Der Rücktritt gibt mir die Möglichkeit, etwas Durchatmen zu können», sagt Zehnder.

Ausserdem erhofft er sich nach einem Timeout wieder unbeschwerter mit dem HSC mitfiebern zu können. Wie es mit seinen finanziellen Engagements beim HSC – Zehnder ist sowohl geschäftlich mit einem Sponsoring als auch privat mit Zuschüssen involviert – weiter geht steht derzeit noch nicht fest.

Seit sieben Jahren im Vorstand des HSC

Der ehemalige Schwinger, der während seiner Karriere als Aktivsportler 35 Kränze gewann, gehört dem Vorstand des HSC seit sieben Jahren an. Während der ersten beiden Saisons verantwortete Zehnder das Ressort Nachwuchs.

Nach dem Rücktritt des damaligen HSC-Präsidenten Dr. Peter Treyer bildete Zehnder ab Januar 2015 zusammen mit Andy Siegenthalter ein Co-Präsidium. In derselben Form führte er den Verein zusammen mit Thomas Kähr in der Saison 2015/16.

Seit dem letzten Aufstieg in die NLA im Frühling 2016 präsidiert Zehnder den HSC in Eigenregie. Diesen Sommer stieg er in seine mittlerweile fünfte Saison als alleiniger Präsident des HSC.

Supercup als (bisheriger) Höhepunkt der Amtszeit

«Mit Umsicht, Augenmass und Herzblut ermöglichte er die finanzielle Stabilisierung sowie die sportliche Etablierung des Traditionsvereins auf allen Ebenen», lässt der HSC verlauten. Die sportliche Entwicklung vom Aufsteiger zum Titelanwärter erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt vor zwei Wochen mit dem Gewinn des Supercup – dem ersten HSC-Titel seit 20 Jahren.

Dabei soll es aber nicht bleiben: «Zu einem Titel zum Abschied würde ich natürlich nicht ‹Nein› sagen. Aber: Viel wichtiger ist, dass sich der Verein weiterhin gut entwickelt», äussert Zehnder seinen wichtigsten Wunsch zum Abschied.

Auch Vizepräsident Siegenthaler tritt 2021 ab

Neben Zehnder legt auch Vizepräsident Andy Siegenthaler sein Amt nach Ablauf dieser Saison nieder. Der 53-jährige ehemalige Handballer wurde ebenfalls 2011 in den HSC-Vorstand berufen, wo er zuerst das Ressort «Zentrale Dienste» übernahm.

Seither amtet er in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen für den Verein.

Im Idealfall steht Nachfolgelösung bis Anfang 2021

Eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für den zurücktretenden Präsidenten gibt es noch nicht. Hingegen liegt das Profil vor, das Kandidatinnen und Kandidaten möglichst erfüllen sollen: «Die neue Person für das Präsidentenamt soll eine regionalwirtschaftlich vernetzte Führungsperson sein. Sie sollte sich mit unseren Werten identifizieren und eine Affinität zum Handballsport haben», erläutert Marco Porta.

Der ehemalige Siggenthal-Handballer fungiert seit einem Jahr als Leiter Verein im HSC-Vorstand und stellt derzeit eine Findungskommission aus Personen ausserhalb des Vereins zwecks Nachfolgersuche zusammen.

Deren Ziel ist es, möglichst schnell eine Nachfolgelösung präsentieren zu können. «Im Idealfall gelingt uns das bis Anfang des nächsten Jahres», sagt Porta. So könnte die neue Person noch vor dem Wahlvorschlag an der Generalversammlung im August 2021 ins Amt eingeführt werden.

Zehnder wird dem HSC auf jeden Fall auch weiterhin eng verbunden bleiben: Seine Ehefrau Doris verbleibt als Leiterin Finanzen im Vorstand des Vereins. Noch unsicher ist die Zukunft seines Sohnes Manuel beim HSC. Der Vertrag des 20-jährigen Rückraumspielers läuft nach dieser Saison aus.

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