2.Liga

Eine rote Karte mit brisanten Folgen: FC Suhr wird rückwirkend mit 0:3-Forfaitniederlage bestraft

Das erste Kapitel: Lenzburg-Trainer Emilio Munera (im Bild) wird von Suhr-Assistenztrainer Ömer Yelli beschimpft. Letzterer sieht daraufhin vom Schiedsrichter die rote Karte.

Das erste Kapitel: Lenzburg-Trainer Emilio Munera (im Bild) wird von Suhr-Assistenztrainer Ömer Yelli beschimpft. Letzterer sieht daraufhin vom Schiedsrichter die rote Karte.

Der FC Suhr verliert nach der Entscheidung der Rekurs-Kommission des Aargauischen Fussballverbands das 2.-Liga-Spitzenspiel gegen Mutschellen vom Dienstag 22. Oktober 0:3 Forfait – die Gründe.

Die Rekurs-Kommission des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) hat entschieden: Das 3:3 im Meisterschaftsspiel FC Suhr – FC Mutschellen vom 22. Oktober wird gestrichen. Die Suhrer kassieren im Nachhinein eine 0:3-Forfaitniederlage.

Der Grund: Suhr-Assistenztrainer Ömer Yelli erhielt am 18. Oktober in der Partie gegen Lenzburg (1:3) während der Pause wegen ungebührlichen Benehmens die rote Karte. Trotzdem wurde Yelli vier Tage später gegen Mutschellen kurz vor Schluss als Spieler eingewechselt.

Diese Einwechslung ist der Auslöser für die Forfaitniederlage. Das aus Suhrer Sicht bittere 0:3 ist das vorläufige Ende einer delikaten, ja brisanten Geschichte, die sogar als Präzedenzfall angesehen werden kann.

Erster Protest von KDK abgewiesen 

Rückblick: Das erste Kapitel wurde am 18. Oktober im Spiel des FC Suhr gegen Lenzburg geschrieben (1:3). Nach dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Sandro Schmid kam es im Innern vom Sportplatz Hofstattmatten zu tumultartigen Szenen. Im Brennpunkt des Geschehens stand Ömer Yelli.

Gemäss Rapport von Spielleiter Schmid lieferte sich Yelli mit Lenzburg-Trainer Emilio Munera  ein Wortgefecht. Munera blieb cool. Yelli nicht, er wollte Munera an die Gurgel und beschimpfte ihn auf übelste Art und Weise. Schiri Schmid bekam die Ausraster mit und zeigte Yelli während der Pause die rote Karte.

Vier Tage später empfing Suhr im 2.-Liga-Spitzenspiel den FC Mutschellen, Endstand 3:3. Und jetzt kommts: Nach 80 Minuten und beim Stand von 3:2 für Suhr wurde Rotsünder Yelli eingewechselt. Die Mutscheller waren der Ansicht, dass Yelli gesperrt ist, und legten fristgerecht Protest bei der Kontroll- und Disziplinarkommission (KDK) des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) ein.

Der Protest wurde abgewiesen, weil es für die KDK nach Absprache mit Bern klar war, dass die rote Karte eine reine Funktionssperre ist und nicht gegen den Spieler Yelli gerichtet war. Der FC Mutschellen aber gab nicht nach und zog den Fall weiter an die Rekurs-Kommission des AFV.

Hat der AFV die Suhrer falsch informiert?

Aus Sicht des FC Suhr war von allem Anfang an klar, dass Yelli die rote Karte in der Funktion als Assistenztrainer und nicht als Spieler erhalten hat. Logisch also, dass die Suhrer im Glauben waren, dass Yelli gegen Mutschellen spielen dürfe. Um auf der sicheren Seite zu sein, erkundigten sich die Suhrer nach Aussage von Yelli beim AFV. Yelli also sagt, dass «man die Sache abgeklärt habe» und verweist auf Suhrs Spiko-Präsident Essender Cöcelli, der mit dem AFV Kontakt aufgenommen hat.

Der sagt: «Ich habe mit einem Verantwortlichen des AFV gesprochen und war nach dem Gespräch im guten Glauben, dass Yelli im nächsten Spiel zwar als Assistenztrainer, nicht aber als Spieler gesperrt ist.»

Dass sich Cöcelli beim AFV erkundigt hat, ist gut und recht. Aber im Endeffekt liegt die Verantwortung für den Einsatz eines Spielers nicht beim Verband, sondern beim betroffenen Verein. Das wurde dem FC Suhr im Endeffekt zum Verhängnis.

Trotzdem ist es gut möglich, dass die Geschichte noch lange nicht zu Ende ist. Die Suhrer haben die Möglichkeit, das Urteil anzufechten und innert zehn Tagen Rekurs einzulegen. Fortsetzung folgt.

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Autor

Ruedi Kuhn

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