Mountainbike
EM-Gold-Gewinnerin Stirnemann: «Da wusste ich, dass es reichen würde»

Die Gränicherin Kathrin Stirnemann holt EM-Gold im Eliminator – und startet am Sonntag ohne Druck ins Cross Country-Rennen

Dean Fuss
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Kathrin Stirnemann steigertet sich im Eliminator von Rennen zu Rennen.

Kathrin Stirnemann steigertet sich im Eliminator von Rennen zu Rennen.

KEYSTONE

100 Meter vor dem Ziel wirft Kathrin Stirnemann einen letzten Blick über ihre Schulter. Und sie sieht, dass ihr Vorsprung auf ihre Konkurrentinnen gross genug ist: «Da wusste ich, dass es für den Sieg reichen würde», sagt die 24-jährige Gränicherin. Es ist der Tag nach ihrem Triumph – der Goldmedaille im Eliminator-Rennen an den Mountainbike-Europameisterschaften im deutschen St. Wendel.

Stirnemann ist ihrer Favoritenrolle damit gerecht geworden. Vor Wochenfrist hatte sie mit dem Eliminator-Rennen im Weltcup in Albstadt (De) bereits die Hauptprobe für das EM-Rennen gewonnen. Und im vergangenen Jahr war sie bei der EM-Premiere der spektakulären, aber nicht-olympischen Disziplin, als Zweite auf das Podest gefahren. Einen zusätzlichen Druck als Favoritin hat Stirnemann allerdings nicht gespürt: «Ich bin ganz im Gegenteil mit grosser Freude und ohne Nervosität ins Rennen gegangen, weil ich wusste, dass meine Form stimmt», sagt sie. Die Favoritenrolle habe sie vielmehr motiviert.

Dass sie sich EM-Gold holen würde, hätte Stirnemann nach dem Qualifikationslauf nicht erwartet: «Da hab ich kein wahnsinnig gutes Gefühl gehabt.» Danach habe sie sich aber vorgenommen, technisch sauber zu fahren und dann zu schauen, wofür es reicht. «Plötzlich ist es aber von Lauf zu Lauf besser gegangen. Ich fühlte mich zunehmend besser und habe die Strecke immer genauer gekannt.» Nachdem sie schliesslich ihren stark besetzten Halbfinal überstanden hatte, wusste sie, «dass im Final einiges drinliegen würde».

Im Cross Country ohne Druck

Nach ihrem geglückten EM-Auftakt steht Stirnemann morgen Sonntag im Cross-Country-Rennen ohne Druck am Start. «Nun habe ich mein Resultat bereits im Sack», sagt sie. Im Cross Country strebt die Europameisterin einen Platz in den Top 10 an. «Das ist für mich auf dieser technisch nicht allzu schwierigen Strecke sicher ein realistisches Ziel.»

Eine Frage bleibt aber auch nach dem Eliminator-Rennen: Wo steht Stirnemann, nachdem sie am vergangenen Wochenende im Weltcup im Cross Country unter einer Pollenallergie litt? Darüber gibt das Resultat vom Donnerstag keinen Aufschluss. «Wie es über die lange Distanz aussieht, wird sich erst am Sonntag zeigen. Das ist natürlich kein Vergleich zu den kurzen Sprinteinsätzen im Eliminator», sagt Stirnemann. «Aber ich bin zuversichtlich.»

So oder so will sie aber nicht daran denken, sondern voll konzentriert an den Start gehen und das Rennen als frischgebackene Europameisterin geniessen.

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