Die Vorzeichen standen für den TV Endingen vor diesem Cup-Viertelfinal nicht schlecht: Nationalspieler Roman Sidorowicz wechselt per sofort in die deutsche Bundesliga. Sicherlich eine gute Nachricht für den Schweizer Handball – und die Surbtaler. Weniger natürlich für Pfadi. Pascal Vernier hat sich vor der Cuppartie verletzt und fällt für den Rest der Saison aus. Damit fehlten Pfadi auf einen Schlag gleich zwei wichtige Spieler. Doch die Winterthur sind immer noch eines der besten Teams des Landes – nicht umsonst führen sie zusammen und punktgleich mit dem Branchenprimus Kadetten Schaffhausen die Tabelle der NLA an.
Und das bewiesen sie auch gleich ab der ersten Minute eindrücklich: Bereits nach zehn Zeigerumdrehungen lagen die Pfader mit 7:3 in Führung und Endingens Trainer Zoltan Majeri sah sich gezwungen, sein erstes Time-Out zu nehmen. Doch es bewirkte nicht sonderlich viel, bis zum Seitenwechsel hatte sich seine Mannschaft bereits einen satten Zehntore-Rückstand eingehandelt.

Im zweiten Umgang erwischten die Endinger klar den besseren Start. Dies lag vielleicht auch etwas daran, dass die Winterthurer ihren Aderlass bemerkten oder sich bereits etwas zu sicher fühlten. Aber ganz sicherlich auch daran, dass sich Endingen deutlich steigerte und die Fehlerquote massiv nach unten schraubte. Beim Stand von 26:30 kamen die Aargauer noch einmal auf vier Tore heran. Doch mehr lag nicht drin – oder liessen die Titelverteidiger nicht zu. So riss die schöne Serie der Siege der Endinger und das Cup-Abenteuer ist für diese Saison beendet.

Ein «Endinger» war zufrieden

Masslos enttäuscht waren die Endinger nicht, denn diese Niederlage musste trotz aller Euphorie und Hoffnungen irgendwo auch erwartet werden. Aber wenigstens ein (ehemaliger) Endinger war zufrieden. Marvin Lier hat das Handball-ABC in Ehrendingen und Endingen gelernt. «Ich komme immer gerne zurück», meinte er nach seinem gelungenen Auftritt. Mit neun Treffern war er nicht nur der beste Torschütze seines Teams, sondern wurde auch zum besten Spieler gewählt. «Ich habe immer noch viele Kontakte und die Freundschaften sind geblieben. Es war sicherlich emotional», gibt der Flügelflitzer zu. Doch vor dem Match wollte er nicht zu viel reden und alte Geschichten auffrischen. «Da bleibe ich lieber für mich alleine», gibt der sichere Penaltyschütze zu. «Nachher ist es ok», ergänzte er lachend, bevor er viele Hände schüttelte und bekannte Gesichter begrüsste.

Die Gründe für die Endinger Niederlage sind vielfältig. «Wir kriegen zu Beginn etwa 10 Gegenstosstore und von einem Spitzenteam wie Pfadi Winterthur wird jeder Fehler gleich gnadenlos bestraft», weiss und ärgert sich Endingens Captain Christian Riechsteiner. «Wir waren nicht präsent», bringt es Endingens Trainer Zoltan Majeri gnadenlos auf den Punkt. «Wir haben uns zwischen der achten und 16. Minute eine Pause erlaubt und das kann man sich gegen Pfadi Winterthur nicht erlauben», sagt der ehrgeizige Analytiker.

Zwei Debys stehen an

Lange können sich die Endinger über die – nicht ganz unerwartete – Niederlage jedoch nicht grämen. Bereits am nächsten Samstag steht gegen den TV Möhlin ein Derby auf dem Programm. Um 18 Uhr empfangen die Surbtaler die Fricktaler in der Go-Easy-Arena in Station Siggenthal. Und es geht weiter mit dem nächsten Highlight: Danach duellieren sich die Surbtaler mit den Stadtturnern aus Baden. In diesen beiden Kantonsderbys wollen die Endinger wieder an die Erfolgsserie anknüpfen. Wenn sie einen ähnlichen Auftritt wie in der zweiten Halbzeit hinlegen, ist das sicherlich möglich. Ansonsten dürfte es schwierig werden.