Zwei Punkte zum Wegkommen vom Tabellenende – das war das Ziel gewesen am letzten Sonntag gegen die Lakers aus Stäfa. Der Ausgleich der Gäste, das Unentschieden zwei Sekunden vor Schluss schmerzte wie eine Niederlage. Und nun wieder ein Remis, ein 22:22 gegen Fortitudo Gossau, das der HSC Suhr Aarau dank der besseren Tordifferenz hat überholen können.

Wieder ein verlorener Punkt? Nein. Diesmal gab es kein Wehklagen. Der eine Punkt wurde dankbar entgegengenommen. «Ausgleichende Gerechtigkeit», nannte dies Torhüter Flavio Wick, «nach dem Ärger über einen verschenkten Punkt gegen Stäfa, dürfen wir nun zufrieden sein mit dem Schlussverdikt.»

Es war eine schwache Partie, in der beiden Equipen die Nervosität anzumerken war, in der sich Fehler an Fehler reihte und kein Spielfluss zustande kommen wollte. Misha Kaufmann, der nach seiner Knieverletzung nach wie vor nicht einsetzbar ist und an der Seitenlinie für ein aktives Coaching zuständig, bemängelte den «fehlenden Faden im Angriffsspiel, statisches Agieren, ohne Druck und ohne Tempo».

Ausgeglichene Partie

Gepaart war das Ganze mit Ungenauigkeiten und durchschaubaren Aktionen. Die Folge davon: Nur selten gelangen Abschlüsse, aus denen etwas Zählbares hätte herausschauen können. Denn sowohl in der ersten, wie in der zweiten Hälfte war es auch nicht der Gästehüter Holger Hug, der besonders ins Rampenlicht zu rücken brauchte.

Zum nicht mehr korrigierbaren Nachteil wuchs die offensive Harmlosigkeit nicht. Auch die St. Galler agierten nicht konsequent. Vielmehr litten sie unter denselben Mankos. 11:11 hiess es zu Pause, nachdem die Differenz während diesen 30 Spielminuten je zwei Mal zwei Treffer betrug, es neben beim Start sieben Mal unentschieden hiess und der HSC und Gossau je viermal mit einem Treffer Vorsprung führten.

Und an diese Ausgeglichenheit änderte sich auch in den zweiten 30 Minuten nichts. Der erneute Zweitorevorsprung, den sich die Heimmannschaft rasch herausarbeitete, bestand nach 34 Minuten und hatte zwei weitere Male bestand (36., 40. Minute). Und es stand wieder sechsmal unentschieden. Nie aber gerieten die Suhrer in Rücklage – bis zur 54. Minute (20:21). Und weil die Heimequipe die Überzahlsituation zweimal nicht nutzen konnte, geriet sie gar 20:22 in Rücklage. Noch zweieinhalb Minuten blieben zum Ausgleich. Jetzt war Handeln in höchster Notlage angesagt.

Wicks rettende Paraden

Torhüter Wick, der sein Team dank sieben, zum Teil spektakulärer Paraden in der zweiten Hälfte im Spiel hielt, verliess nun das Feld anstelle eines zusätzlichen Feldspielers. Und Lubomir Josic traf. Der Linkshänder war in der zweiten Hälfte wesentlich konstanter und erfolgreichster Schütze. Ihm gelang der Anschlusstreffer. Und nachdem Wick einen letzten Ball parierte, glückte auch der Schlussangriff erfolgreich. Wieder traf Josic – nun zum 22:22. Nach diesem Spielverlauf handelte es sich um einen gewonnenen Zähler. Dies waren sich die Spieler bewusst, auch wenn sie nicht die beiden budgetierten Punkte hatten einfahren können. «Null Punkte, einer oder zwei – das ist in diesen engen Partien vor allem Kopfsache», sagte Kaufmann.