Gigathlon

Erneut braucht es einen Steigerungslauf

In Fabian Paumanns Leben dreht sich vieles um zwei Räder.

In Fabian Paumanns Leben dreht sich vieles um zwei Räder.

Mountainbiker Fabian Paumann aus Rupperswil will mit dem Team aargauersport.ch in Aarau gewinnen.

Fabian Paumann ist ein leidenschaftlicher Mountainbiker. Inspiriert von seinem Vater, welcher den Sport ebenfalls wettkampfmässig betrieb, stürzte sich klein Fabian bereits als Erstklässler ins Renngeschehen. 16 Jahre später ist er noch immer ambitioniert dabei. Der 1.89 m grosse Athlet hat es nie bereut. Er blickt auf beachtliche Resultate und noch bessere Erlebnisse zurück. Durch den Sport hat er die halbe Welt entdeckt. Rennen führten ihn bis nach Südafrika. Seine erste Weltmeisterschaft als Junior fand in Kanada statt. «Ich komme durch den Sport an coole Orte, die ich sonst kaum sehen würde», nennt Paumann einen wichtigen Grund, wieso ihm Mountainbike auch nach so langer Zeit immer noch viel Spass bereitet.

Hinzu kommt der Erfolg. Im letzten Jahr bestritt der Rupperswiler die Titelkämpfe der U23-Kategorie in Norwegen. Der 24. Schlussrang im Vergleich mit den Weltbesten im gleichen Alter kann sich sehen lassen. In der nationalen Rennserie «BMC Racing Cup» fand er sich sogar auf dem obersten Podesttreppchen wieder. An der Schweizer Meisterschaft reichte es immerhin zu Bronze.

Der schwierige Wechsel zur Elite

Paumann hat sich vom sechsjährigen Bike-Lehrling zu einem der talentiertesten Nachwuchsfahrer der Schweiz emporgearbeitet. Doch davon kann er sich derzeit nichts kaufen, denn der Fahrer des Wheeler-iXS-Teams hat auf diese Saison hin den schwierigsten Wechsel vollzogen, den es im Leistungssport gibt – den Aufstieg vom U23-Nachwuchsfahrer zum Athleten der Elite-Kategorie.

Zwar gelang der Saisonstart ziemlich gut, lagen die Ränge und der zeitliche Rückstand zu den weltbesten Fahrern Nino Schurter und Julien Absalon bei den ersten Rennen durchaus in einem vielversprechenden Rahmen. Doch seither musste Fabian Paumann hartes Brot essen, zuletzt bei seinem Heimrennen in Gränichen, als ihn die Hitze in den «Schleichmodus» versetzte. So oder so braucht es vom Aargauer in den nächsten Monaten und Jahren einen erneuten Steigerungslauf, um dem Status des Talents endgültig zu entwachsen. Er ist sich dessen bewusst. «Es war in den letzten Wochen nicht einfach für mich. Ich habe wenig Punkte, muss weit hinten starten und habe so kaum Chancen, überhaupt nach vorne zu fahren.» Er müsse jetzt geduldig bleiben und Schritt für Schritt nehmen, auch wenn sie für einen Fahrer mit Tatendrang als unendlich kleine Schritte erscheinen mögen. «Es ist eine Kopfsache», sieht es Paumann richtig.

In zwei, drei Jahren Bilanz ziehen

Er gibt sich für den Durchbruch bei der Elite Zeit, aber nicht unendlich lang. «Ich verzichte für den Sport auf viel, denn um finanziell über die Runden zu kommen, arbeite ich zu 60 Prozent», sagt der gelernte Elektroinstallateur. Da bleibt neben dem Training kaum Zeit für Hobbies oder Kollegen. Trotzdem sind ihm Letztere wichtig. «Wenn man die Kollegen zu sehr vernachlässigt, dann bleibt man das Leben lang ein Einzelgänger.» In zwei, drei Jahren müsse er Bilanz ziehen und entscheiden, «ob der Spitzensport noch Sinn macht». Entscheidend wird sein, wie weit ihn der notwendige Steigerungslauf bis dahin trägt. Grosse Hoffnungen setzt Paumann in den deutschen Nationaltrainer, den er vor zwei Jahren für eine Zusammenarbeit gewinnen konnte. «Ich brauche einen Trainer, denn ich bin nicht der Typ, der einfach aus dem Gefühl heraus trainieren kann», sagt Paumann dazu.

Jetzt freut er sich zuerst einmal auf die ersten drei Juli-Wochenenden, an denen gleich drei Höhepunkte anstehen. Zuerst der Heim-Weltcup auf der Lenzerheide, zwei Wochen später die Schweizer Meisterschaft. Und mitten drin im Sandwich, quasi als saftiges Stück Schinken, die Premiere am Gigathlon.

Dort müsste er, kommt er ohne platten Reifen oder Sturz durch, auf dem Papier eigentlich der schnellste Biker sein. Nur wird der Gigathlon nicht auf dem Papier ausgetragen. Das weiss auch Fabian Paumann. Vielleicht gibt ihm gerade dieser für ihn ungewöhnliche Teamwettkampf die neue Zuversicht für kommende Grosstaten.

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