Delegiertenversammlung
Es gibt wieder mehr Fussballer im Kanton Aargau

AFV-Präsident Hans Aemisegger hiess in Buchs hohen Besuch willkommen. Dazu wurden zwei Abgänge im Vorstand mit neuen, kompetenten Leuten kompensiert.

Andreas Fretz
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Der AFV Vorstand mit Luigi Ponte, Robert Gugler, Hans Aemisegger, Maurice Besson, Rolf Zimmermann, Armando Granzotto und Richard Zwicker (v.l.n.r.).

Der AFV Vorstand mit Luigi Ponte, Robert Gugler, Hans Aemisegger, Maurice Besson, Rolf Zimmermann, Armando Granzotto und Richard Zwicker (v.l.n.r.).

GERRY FREI, AFV

«Nicht nur die WM in Brasilien weckte Emotionen, auch der Fussball im Aargau begeistert.» Mit diesen Worten eröffnete Hans Aemisegger, Präsident des Aargauischen Fussballverbands (AFV), die 74. ordentliche Delegiertenversammlung in Buchs. Die Emotionen und die Begeisterung lassen sich in Zahlen fassen. Noch vor einem Jahr musste Aemisegger einen Rückgang um 11,7 Prozent bei der Anzahl lizenzierter Spieler verkünden. Auf die neue Saison hin konnte der Präsident eine Zunahme von 1137 Lizenzen vermelden. «Ein äusserst erfreulicher Trend», betonte Aemisegger. Insgesamt sind 18 400 Spieler beim Aargauischen Fussballverband lizenziert, verteilt auf 1014 aktive Teams.

Gilliéron gibt sich die Ehre

Die frohe Kunde hörten nebst den 85 Delegierten der stimmberechtigten Vereine auch zahlreiche prominente Gäste. Unter ihnen weilten etwa Peter Gilliéron, Zentralpräsident des Schweizerischen Fussballverbands, und Thierry Burkart, Grossratspräsident und damit höchster Aargauer. Burkart lobte die Basisarbeit der Vereine und rückte ihren sozialen Auftrag in den Mittelpunkt seiner kurzweiligen Rede. Der ehemalige Juniorengoalie des FC Turgi wagte auch einen Blick in die Zukunft und kam zum Schluss: «Wenn der FC Aarau und der FC Wohlen so weitermachen, spielen nächste Saison zwei Aargauer Klubs in der Super League.»

Ausbildungsentschädigung widerrechtlich

Sachlicher fiel der Beitrag Gilliérons aus. Er thematisierte die seit 20 Jahren gängige Praxis der Ausbildungsentschädigung. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hielt im Mai fest, dass diese Ausbildungsentschädigung für Nachwuchsspieler im Amateurbereich widerrechtlich sei. «Das Echo der Vereine reicht von ‹gut› bis ‹katastrophal›», sagte Gilliéron. In Zusammenarbeit mit der Amateur Liga und den Vereinen werde nun nach Lösungen gesucht. Entweder verzichte man auf ein Entschädigungssystem oder man orientiere sich am Deutschen Model, das aber vor Gericht standhalten müsse.

Ehemaliger Spitzenfussballer im Vorstand

Im abgelaufenen Verbandsjahr hatte der AFV mit Werner Schneider und Rolf Zumsteg zwei Abgänge im Vorstand zu beklagen. Zum einen wurde Armando Granzotto als Nachfolger einstimmig gewählt. «Als ehemaliger Spitzenfussballer und langjähriger Trainer in der regionalen Szene weiss er, was auf den Fussballplätzen abgeht», zeigte sich Aemisegger von der Wahl überzeugt. «Sein Fussballsachverstand wird dem AFV gut tun.» Neben Granzotto ebenfalls ins Boot geholt wurde Richard Zwicker. Der ehemalige Klubpräsident und Schiedsrichter verfüge über einen enormen Erfahrungsschatz, den man beim AFV gerne nutzen möchte, so Aemisegger. Zwicker wurde zudem als neuer Amateur-Liga-Delegierter gewählt.

Niederwil vorbidlichster Verein

Auch dieses Jahr wurde wieder die mit Spannung erwartete Wahl zum vorbildlichsten Verein im Aargau durchgeführt. Kriterien waren die Fairness-Rangliste, die Rangpunkte, der Schiedsrichterbestand und deren Einsätze, die Anzahl Mannschaften, der Besuch von Kursen und das Engagement sowie Bussen und Gebühren. Über 4000 Franken Preisgeld freuen konnte sich unter grossem Applaus der FC Niederwil. Ebenfalls prämiert wurde der FC Villmergen (3000 Franken), der FC Gränichen (2000 Franken), der FC Bremgarten (1000 Franken) und der FC Mutschellen (500 Franken). Zu Ehrenmitgliedern des AFV wurden Andy Wyder (FC Wohlen) und Ernst Schneider (SC Schöftland) gewählt.

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