Reitsport
Fabulous Valley und die sechs Statisten

Der Gast aus Deutschland war zu stark für die einheimischen Steepler: Im 70. Grossen Preis der Schweiz galoppierte Fabulous Valley die Konkurrenz aus den Schuhen

Ueli Wild
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Jubel bei Fabulous Valleys Entourage, rechts Trainer Waldemar Himmel.

Jubel bei Fabulous Valleys Entourage, rechts Trainer Waldemar Himmel.

Ueli Wild

Das prestigeträchtigste Jagdrennen der Schweizer Turfsaison, dotiert mit insgesamt 50 000 Franken, führte über 4200 Meter. Entschieden war die siebzigste Auflage gestern im Aarauer Schachen eigentlich aber schon nach einer halben Runde: Fabulous Valley, der deutsche Gast im Siebnerfeld, nahm den Schwung vom Tribünensprung her mit und löste den bisher führenden Memberof an der Spitze ab. Zwar versuchte der Oberkulmer Michael Huber anfänglich, mit Memberof dranzubleiben, doch als der sechsjährige Fuchswallach Fabulous Valley, der in Iffezheim bei Baden-Baden von Waldemar Himmel trainiert wird, das Tempo verschärfte, wuchs der Vorsprung schnell auf bis zu 15 Längen an.

Auf der Einlaufgeraden musste Jockey Hakim Tabet seinen Partner gar nicht mehr forcieren, um einen überlegenen 10-Längen-Sieg nach Hause zu bringen. Blingless, der sich auf der letzten Gegenseite auf die Verfolgung gemacht hatte, sicherte sich den Ehrenplatz – eine halbe Länge vor dem noch gut endenden Vorjahressieger Bebel, den Anthony Lecordier vielleicht ein wenig lange am Schluss des Feldes galoppieren lassen hatte.

Gutes Auge für Pferde

So wurde am Ende vor 8000 Zuschauern, die am Wettschalter gut 93 000 Franken umsetzten, die deutsche Hymne gespielt. Trotzdem bleibt das Sieggeld von 21 000 Franken in der Schweiz. Fabulous Valley steht im Besitz des Dullikers Hans-Rudolf Maurer, der den Sechsjährigen im Juni im Hinblick auf den GP Schweiz von Trainer Waldemar Himmel gekauft hat. Himmel attestiert Maurer ein gutes Auge für Pferde.

Fabulous Valley hat wiederholt auf Bahnen in der französischen Provinz überzeugende Leistungen gezeigt. Und offensichtlich gilt: Wer im elsässischen Wissembourg und in Aix-les-Bains gewinnt, kann auch der Schweizer Jagd-Elite davongaloppieren.

Hans-Rudolf Maurer, in Kölliken aufgewachsen, hatte übrigens vor 50 Jahren schon einmal einen Starter im GP Schweiz: Gewonnen hat Vandale 1967 das Rennen aber nicht. Maurer hatte zeitweilig auch Pferde in der Schweiz bei Eva Woop im Training. Zumeist arbeitete er aber mit deutschen Trainern. Nach einem längeren Unterbruch kaufte er nun mit Fabulous Valley noch einmal einen Galopper – und bewies dabei ein fabulös gutes Händchen.

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