Schweizer Cup

Fast wie in einem Wunschkonzert: Der FC Wohlen fiebert dem Cupschlager gegen den FC Luzern entgegen

Traditionelles Aufeinandertreffen mit Derby-Charakter: Bereits 2011 traf Wohlen auf Luzern, damals mussten sich die Aargauer Daniel Gygax (Mitte) und seinen Kollegen knapp mit 1:2 geschlagen geben - in diesem Jahr soll sich dies wiederholen.

Traditionelles Aufeinandertreffen mit Derby-Charakter: Bereits 2011 traf Wohlen auf Luzern, damals mussten sich die Aargauer Daniel Gygax (Mitte) und seinen Kollegen knapp mit 1:2 geschlagen geben - in diesem Jahr soll sich dies wiederholen.

Die Vorfreude des kleinen FC Wohlen auf den Cupschlager vom kommenden Sonntag gegen den grossen FC Luzern ist riesig. Trotz Aussenseiterrolle spricht VR-Präsident André Richner vom bestmöglichen Los für Wohlen.

André Richner strahlt. «Der FC Luzern vor eigenem Publikum ist das beste Los, welches wir in der zweiten Runde des Schweizer Cups bekommen konnten», sagt der Verwaltungsratspräsident des FC Wohlen. «Es ist wie im Wunschkonzert.

Das Spiel hat schon fast Derbycharakter. Ich freue mich auf dieses Fussballfest und hoffe, dass 3000 Zuschauer kommen werden.» Und wie gross ist die Möglichkeit, dass der FC Wohlen während dieses Fussballfests zum Riesentöter wird und Luzern rauswirft? «Warum nicht», fügt Richner hinzu. «Wie heisst es im Sport so schön: Wir haben keine Chance, also nützen wir sie …»

Über die Favoritenrolle in der Partie zwischen dem Erstligisten und dem Klub der Super League gibt es allerdings keine zwei Meinungen. Alles andere als ein Sieg der Luzerner Profis gegen die Wohler Amateure wäre eine Sensation. Der Budget-Vergleich alleine spricht Bände: Die erste Mannschaft des FC Luzern kostet rund 7,5 Millionen Franken. Da sind die 920 000 Franken des FC Wohlen geradezu ein winziger Betrag.

Richner sind Zahlenspiele egal

Umso mehr, als dass von diesem Geld nicht einmal 400 000 Franken für die erste Mannschaft ausgegeben werden darf. Mal schauen, ob Geld Tore schiesst oder ob der Aussenseiter dem Favoriten ein Bein stellen kann.

«Der FC Luzern vor eigenem Publikum ist das beste Los, welches wir bekommen konnten.» - André Richner, VR-Präsident FC Wohlen.

«Der FC Luzern vor eigenem Publikum ist das beste Los, welches wir bekommen konnten.» - André Richner, VR-Präsident FC Wohlen.

Richner sind solche Zahlenspiele egal. Für ihn ist der Sonntag, 15. September, ein Freudentag, ein Leckerbissen für alle Fussballfans. «Für den FC Wohlen ist das ein Riesenerlebnis», sagt er. «Wir haben nach der Auslosung ein Organisationskomitee zusammengestellt und für die Organisation Mann und Maus aufgeboten.

Wir haben vor, während und nach dem Spiel rund hundert Helferinnen und Helfer im Einsatz, sind also bestens vorbereitet. Und vor dem Anpfiff gibt es einen Aperitif für rund achtzig eingeladene Gäste.»

Spielansetzung sorgt für viel Gesprächsstoff

Für viel Gesprächsstoff sorgte im Umfeld des FC Wohlen die Ansetzung des Spiels auf den Sonntag um 16 Uhr. Obwohl die Partien der 1/16-Finals des Schweizer Cups über drei Tage verteilt sind, spielt der FC Aarau seine Partie gegen Sion am gleichen Tag und zur gleichen Zeit wie die Freiämter. Der Grund für die Terminüberschneidung ist die Rivalität der Fans des FC Aarau und des FC Luzern.

Mit der Spielansetzung zur gleichen Zeit will man das Aufeinandertreffen der beiden Fan-Lager vermeiden. Der Schweizerische Fussballverband hat auf Anfrage der «Aargauer Zeitung» bestätigt, dass der Termin für beide Spiele vom Sonntag, 16 Uhr, auf Wunsch der Polizei zustande gekommen ist.

Statt dass sich die Aargauer Fussballfans beide Spiele ansehen können, müssen sie sich für eines entscheiden. Richner will diesbezüglich keine Polemik aufkommen lassen. Er bleibt gelassen und sagt: «Wir verschwenden unsere Energie nicht an eine Sache, die wir so oder so nicht ändern können. Es ist nun mal so, wie es ist.»

«Ich weiss, dass der FC Wohlen als Verein lebt»

Für Richner ist das Cupspiel gegen Luzern das sportliche Highlight in seiner anderthalbjährigen Zeit als Verwaltungsratspräsident. «Es war eine intensive Zeit und ich habe mich wohl schon tausendmal über Kleinigkeiten genervt», sagt der 52-jährige Unternehmer.

«Dann aber sehe ich im Stadion Niedermatten immer wieder die strahlenden Gesichter und leuchtenden Augen der Junioren und weiss, dass der FC Wohlen als Verein lebt und funktioniert. Der Aufwand lohnt sich. Für mich sind das Cup-Los Luzern und das Fussballfest am nächsten Sonntag ein kleiner Lohn für all die Anstrengungen zum Wohl des Klubs.»

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