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FC Wohlen: Die Hoffnung auf Abende voller Emotionen

Das wollen alle sehen: kämpferische Wohler (Nenad Bjielic beim Kopfball gegen Vaduz).

Das wollen alle sehen: kämpferische Wohler (Nenad Bjielic beim Kopfball gegen Vaduz).

Mit einem Heimspiel gegen Super-League-Absteiger Servette startet der FC Wohlen am kommenden Samstag (17.45 Uhr, Stadion Niedermatten) in die Challenge-League-Saison 2013/14.

Der FC Wohlen steigt am Samstag in seine zwölfte Saison in der zweithöchsten Liga. Diese Tatsache allein ist schon bemerkenswert.

Die Freiämter gerieten in der vergangenen Meisterschaft nie gross in Abstiegsgefahr, Locarno stand als sportlicher Absteiger schon früh fest (dass schliesslich die bankrotte AC Bellinzona tauchte, sei der Vollständigkeit halber erwähnt). Schliesslich schaute in der 10er-Liga der achte Schlussrang heraus. So weit die Fakten.

Stimmung an den Heimspielen

So richtig zufrieden ist mit den Leistungen in der vergangenen Meisterschaft allerdings niemand. Am wenigsten die Fans, die Mal um Mal nach dem Schlusspfiff frustriert nach Hause gingen. Kaum zu glauben aber wahr: Von den 18 Heimspielen gewannen die Freiämter gerade mal deren zwei, jeweils mit 1:0 (gegen Vaduz und Biel).

«Hier müssen und wollen wir ansetzen», so Andy Wyder. Der langjährige Präsident des FCW wünscht sich, «dass an unseren Heimspielen wieder Stimmung herrscht. Es sollen gesellschaftliche Events werden, zu denen die Zuschauer gerne kommen.»

Man solle sich auf der Niedermatten wieder wohlfühlen. Auch Wyder weiss: Nur wer nach dem Schlusspfiff im Stadion bleibt, konsumiert das eine oder andere Bier, eine Bratwurst, ein Güggeli. Und mit engagierten Auftritten der Mannschaft hält man auch die Sponsoren bei der Stange.

Nicht zu vergessen: Die beiden Heimspiele gegen Super-League-Aufsteiger Aarau fallen weg und mit ihnen die Einnahmen von rund 8500 Zuschauern. Inwieweit Absteiger Servette dies kompensieren kann, bleibt abzuwarten. Ohne die beiden Aarau-Spiele kamen die Wohler auf einen Schnitt von 1000 Zuschauern.

Budget 300 000 Franken kleiner

Um beim Thema zu bleiben: Letzte Saison belief sich das offizielle Budget für die Challenge-League-Mannschaft auf 2,3 Millionen Franken, heuer sind es weniger als 2 Millionen. «Wir haben die Lohnkosten um 300 000 Franken gesenkt», so Wyder.

Es gab zähe Verhandlungen, auch mit arrivierten Spielern. «Wer nicht hinter dem neuen Budget stehen konnte, ist nicht mehr bei uns.» So einfach geht das.

Im Fall von Teamcaptain Michael Winsauer ergab sich eine elegante Lösung: Der Österreicher tritt am 12. August eine Teilzeitstelle als Primarlehrer in Waltenschwil an und entlastet somit auf seine Art das Vereinsbudget.

Verkauf der AG ad acta gelegt

Der letzten Winter aus finanziellen Nöten ins Auge gefasste Verkauf der Aktiengesellschaft ist ad acta gelegt worden. «Das ist vorbei», so Wyder, «wir sind nach der erfolgreichen Sanierung über die Bücher gegangen und haben reagiert.»

Man sei immer allen finanziellen Verpflichtungen nachgekommen und niemandem etwas schuldig gewesen, so der Präsiden mit berechtigtem Stolz.

Für das Startspiel gegen Servette am Samstag wünscht sich Wyder vor allem eines: «Es soll der Auftakt zu einer emotionalen Saison sein, in welcher die Zuschauer einen engagierten FC Wohlen sehen.» Und einen erfolgreichen, bliebe da noch anzufügen.

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