Den Samstag, 4. Mai, hat sich Hauswirth in seiner Agenda dick angestrichen. An diesem Tag trifft der FC Aarau im Brügglifeld auf Lausanne-Sport. Für seine Kumpels Küre, Pesche, Räbe und Grübi ist klar: dann fällt die Entscheidung um den Barrage-Platz.

Hauswirth ist sich da nicht so sicher. Er hat schon vor dem nächsten Auswärtsspiel in Wil ein bisschen Bammel. Denn auf dem Bergholz, das jetzt IGP Arena heisst, tat sich der FC Aarau schon oft schwer. Und sollte der FCA dort verlieren, zieht Lausanne-Sport wohl davon.

Überhaupt Lausanne-Sports. Das Budget diese Saison beträgt immerhin 9,7 Millionen Franken. Das bestätigte Sportdirektor Pablo Iglesias, wie Hauswirth in einer welschen Zeitung gelesen hat. Das ist rund ein Drittel mehr, als der FCA zu Verfügung hat. Und im Frühling 2020 zieht LS in das neue, 12  000 Zuschauer fassenden Stadion im Norden von Lausanne ein. Es wird architektonisch ein supermodernes Stadion, aber leider mit Plastikrasen. Für den FCA dagegen bleibt das Torfeld Süd eine Fata Morgana.

Der britische Chemiekonzern Ineos mit weltweit 80 Produktionsstätten in 16 Ländern und 17'000 Angestellten macht einen Jahresumsatz von 40 Milliarden Franken. Seit 2017 
besitzt er auch Lausanne-Sport. Die Erwartungen der Klubbesitzer seien enorm, bekennt Iglesias.

Sie würden schon dieses Jahr den Aufstieg erwarten. Klappe dies nicht, dann habe Lausanne-Sport noch ein weiteres Jahr Zeit. Aber spätestens zur Eröffnung des neuen Stadions müsse der Verein wieder in der Super League sein, sagt Iglesias. Und es werde kontinuierlich immer mehr in die Equipe investiert.

Der FCA dagegen träumt weiter vom neuen Stadion und sucht einen neuen Präsidenten. Hauswirth denkt, dass Alfred Schmid trotz all den Enttäuschungen der letzten Jahre noch ein weiteres Jahr als Präsident beim FCA amten wird – schlicht deshalb, weil noch kein neuer Präsident gefunden werden konnte.

Und sollte der FCA die Barrage nicht schaffen, so wünscht Hauswirth Lausanne-Sport diesen Frühling den Aufstieg. Einen schlafenden Riesen sollte man nicht wecken, sondern ihm möglichst aus dem Weg gehen.