Landhockey

Final-Einzug nach der Schlusssirene verspielt: Rotweiss Wettingen holt zu Hause den dritten Rang

Rotweiss Wettingen hat den Final beim Europacupturnier zu Hause in Wettingen haarscharf verpasst. Dank dem Triumph im kleinen Final blieb immerhin Rang drei.

Wer gedacht hat, die 0,4 Sekunden welche der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft an der WM gegen Kanada gefehlt haben, um in den Halbfinal einzuziehen, wären nicht mehr zu toppen, wurde auf dem Kunstrasen der Bernau in Wettingen eines Besseren belehrt: Rotweiss vergab den Einzug in den Final sogar erst nach der offiziellen Spielzeit.

Doch der Reihe nach. Der Auftakt in das Europacupturnier war für Rotweiss Wettingen schwierig. Sie lagen gegen das portugiesische Team mit 0:2 hinten. «Wir hatten Druck und wussten, dass wir diese Partie gewinnen mussten», blickt Cheftrainer Peter Fischbach zurück. Das gelang seinem Team auch, sie drehten die Partie und gewannen mit 4:3. «Das war enorm wichtig», sagt Fischbach. Zum einen natürlich, um sich die Chancen auf den Aufstieg zu erhalten, zum anderen auch für die Moral.

Die zweite Partie war dann ein perfekter Hockey-Tag für die Rotweiss-Familie: Bei prächtigem Wetter war die Bernau sehr gut besucht und in einem intensiven, harten und mitreissenden Spiel konnten sich die Aargauer gegen die kampfstarken Iren aus Glenanne 3:1 durchsetzen.
Im letzten Gruppenspiel hätte damit ein Unentschieden gereicht, um in den Final einzuziehen und um den Aufstieg zu spielen.

Lange lagen die Wettinger im Rückstand, doch zwei Minuten vor Ende gelang Florian Feller der Ausgleich. Doch diesen brachten die Rotweissen nicht über die Distanz. Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit bekam Brest eine umstrittene kurze Ecke zugesprochen. Diesen verwandelten die Weissrussen im Nachschuss zum 2:1 und der Finaleinzug der Wettinger war weg – nach Ablauf der regulären Spielzeit. Bitterer und knapper geht es nicht mehr.

Ein starkes Kollektiv

Die Rotweissen waren am Boden zerstört. «Die Bilder gehen dir immer und immer wieder durch den Kopf. Auch die ganze Nacht hindurch», gibt Captain Manuel Keller zu. Doch die Mannschaft reagierte und zeigte, was in ihr steckt. Im Stile echter Champions hielten sie gegen die physisch starken Ukrainer aus Vinnitsa dagegen und konnten den kleinen Final bei strömendem Regen 4:3 für sich entscheiden. «Unter dem Strich war es ein gutes Turnier, wir hatten den Ligaerhalt als Ziel», bilanziert Fischbach.

Aus dem starken Kollektiv Spieler herauszugeben fällt schwer. Aber Rotweiss hat das Glück, dass sie sich mit Michael Käufeler und Joel Schüpbach gleich auf zwei Top-Keeper verlassen können und vor ihnen räumt Dominik Messerli mit seiner grossen Reichweite vieles ab. Im Mittelfeld wirbelt der unermüdliche Keller und vorne reisst Jan Hödle Löcher in die gegnerische Abwehr. Und was der erst 20-jährige Michel Morard und seine teils noch jüngeren Kollegen auf diesem Niveau bereits zeigten, war beeindruckend und verspricht eine gute Zukunft.

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