Aargauer Fussballverband

Frauenpower und Hurter zurückgeholt: So bringt Interimsboss Luigi Ponte den Verband wieder auf Kurs

AFV-Interimspräsi Luigi Ponte

AFV-Interimspräsi Luigi Ponte

Luigi Ponte, der Interimspräsident des Aargauischen Verbands hat erste Massnahmen getroffen. Er hat nicht nur den Vorstand aufgestockt, sondern auch den AFV-Geschäftsführer Hannes Hurter und dessen Mitarbeiter Jonas Manouk zurückgeholt. Momentan spricht nichts dagegen, dass aus der Interimslösung Luigi Ponte bald auch eine Dauerlösung werden könnte.

Gut eine Woche ist vergangen seit dem Rücktritt von Hans Aemisegger. Dessen interimistischer Nachfolger als Präsident des Aargauischen Fussballverbandes (AFV), der bisherige Vize Luigi Ponte, lässt wie angekündigt keine Zeit vergehen und hat erste Massnahmen getroffen.

Als erstes musste der Vorstand aufgestockt werden. Um gemäss den AFV-Statuten beschlussfähig zu sein, braucht es neben dem Präsidenten mindestens vier Vorstandsmitglieder.

Mit Schiedsrichtern zur Neutralität im Vorstand

Ponte hatte von Anfang an zwei Kandidaten im Auge, die ihm dann auch sogleich ihre Unterstützung bis zur ordentlichen Delegiertenversammlung am 9. August in Turgi zusagten: Robert Gugler vom FC Rupperswil und Anton Mosimann vom SV Würenlos.

Der 62-Jährige Gugler machte sich in der Vergangenheit als Schiedsrichter einen Namen und war während 18 Jahren Mitglied der Sportplatz-Kommission des AFV. Der 61-jährige Mosimann ist seit 40 Jahren aktiver Schiedsrichter und immer noch topfit.

Ponte, der selber dem Schiedsrichter-Bereich entstammt, holt also zwei «Kollegen» ins Boot. Seine Begründung: «Schiedsrichter sind von Natur aus der Neutralität verpflichtet. Und das ist es auch, was einen guten Verbandsvorstand ausmacht. Alle gleich behandeln und im Sinn der Sache entscheiden.»

Der vorläufige AFV-Vorstand besteht neben Ponte, Gugler und Mosimann aus Maurice Besson und Armando Granzotto.

«Entscheide in ein paar Wochen»

Nach der Wiederherstellung eines beschlussfähigen Vorstandsgremiums traf sich dieses am Dienstag ein erstes Mal. Hauptgrund der Sitzung: der Widerruf der Kündigungen von AFV-Geschäftsführer Hannes Hurter und dessen Mitarbeiter Jonas Manouk.

Die beiden zurückzuholen, war der Hintergrund der Revolte etlicher AFV-Vereine gegen Ex-Präsident Aemisegger. Denn die Ausgangslage war klar: Solange Aemisegger im Amt ist, besteht keine Chance, Hurter und Manouk zu halten.

Am 4. April haben Hurter und Manouk in einem Schreiben an den AFV-Vorstand Bereitschaft signalisiert, ihre Kündigung zurückzuziehen. Der neu zusammengestellte Vorstand akzeptierte dieses Begehren an seiner Dienstag-Sitzung. Was heisst: Ab sofort laufen bei Hurter und Manouk wieder die Fäden auf der Verbandsgeschäftsstelle zusammen, ihr Abgang Ende Mai ist vom Tisch.

Von der Interimslösung zur Dauerlösung

Bleibt die Frage, wer an der ordentlichen Delegiertenversammlung am 9. August in Turgi zum neuen Präsidenten des AFV gewählt wird. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass aus der Interimslösung Luigi Ponte dann auch die Dauerlösung werden wird.

«Wenn ich den Rückhalt der Vereine, der Sponsoren und der Schiedsrichter spüre, dann werde ich mich der Wahl stellen», sagt Ponte. Eines wolle er nicht: eine Kampfwahl. «Wenn die Vereine einen anderen, in ihren Augen besseren Kandidaten haben, dann werde ich das akzeptieren und diesen unterstützen. Mir geht es wie immer betont um das Wohl des Aargauer Fussballs. Auf der Führungsebene dürfen Eitelkeiten und Egoshows keinen Platz haben, es geht darum, der Sache zu dienen. In den nächsten Wochen werde ich mich umhören und dann entscheiden, ob ich zur Wahl antrete oder nicht.»

«Es braucht das Denken einer Frau»

Ein Anliegen liegt dem 67-jährigen Ponte in den kommenden Monaten bis zur Delegiertenversammlung besonders am Herzen. Egal ob er am 9. August in Turgi zur Wahl antritt oder nicht.

«Ich will den Vorstand vergrössern. Künftig sollen mindestens sechs Personen Einsitz nehmen. Einerseits sind die Anforderungen gestiegen, für fünf Personen im Ehrenamt sind die verschiedenen Dossiers kaum mehr mit der nötigen Sorgfalt zu stemmen. Andererseits möchte ich Platz schaffen für eine Frau. Diese soll sich um das Ressort Vereinsentwicklung kümmern. Ich bin überzeugt, dass in diesem Bereich das Denken einer Frau besser geeignet ist als das eines Mannes. Wir Männer sind zu kompromisslos. Grundsätzlich tut es der Männerdomäne gut, mit den Ansichten des anderen Geschlechts konfrontiert zu werden.»

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