Challenge League

Frust an allen Ecken und Enden: Aarau verliert auswärts 0:1 gegen den FC Wil

Wieder kein Sieg, wieder keine Punkte, wieder kein Tor – der FC Aarau verliert 0:1 in Wil. Was passiert in der Natipause?

Als der Schiedsrichter das Spiel abpfeift, heisst es für den FC Aarau: Wieder nichts. Und dies in mehrfacher Hinsicht: Wieder kein Sieg. Wieder keine Punkte. Wieder kein Tor erzielt. Die Bilanz aus den vergangenen drei Spielen: 0:2 und 0:1 gegen Rapperswil-Jona verloren und gestern 0:1 in Wil. Das letzte Tor, das die Aarauer bejubeln konnten, war der Treffer zum 4:2-Endstand in der 83. Minute im Derby gegen Wohlen (4. März). Seither, genau gesagt seit 277 Spielminuten, warten sie auf das nächste Erfolgserlebnis.

Die Reise nach Wil war für den FC Aarau die Rückkehr an den Ort, an dem im Oktober der bislang einzige Auswärtssieg dieser Saison gelang (3:1). Ein gutes Omen? Nein, nicht in der aktuellen Verfassung der Mannschaft. Und so kam es wie erwartet: Ein FC Aarau, der in der ersten Halbzeit an Harmlosigkeit nicht zu überbieten war.

Ein Schuss von Gianluca Frontino fünf Meter am Tor vorbei, ein Fallrückzieher von Patrick Rossini zehn Meter am Tor vorbei. Das wars in Sachen Annäherung ans gegnerische Tor. Das einzig Gute: Auch die Wiler brachten nach vorne nichts Gefährliches zustande. FCA-Goalie Lars Hunn, der für den verletzten Steven Deana im Tor stand, strahlte zwar Sicherheit aus, wurde aber nicht ernsthaft geprüft.

Mehr Risiko in der zweiten Halbzeit

Mit dem Seitenwechsel veränderten sich auch die Qualität und Intensität der Partie – und zwar ins Positive. Nach dem Abtasten in den ersten 45 Minuten gingen beide Teams nun mehr Risiken ein, was die gut 2000 Zuschauer im Stadion mit Wohlwollen zur Kenntnis nahmen.
Die ersten Chancen hatte das Heimteam, die zwei Weitschüsse von Lombardi und Jong strichen jedoch haarscharf am FCA-Tor vorbei.

Es folgen die letztlich entscheidenden 15 Minuten des Spiels. Das Bittere für die Aarauer: In dieser Phase sind sie die dominant. Ja sie müssten durch Varol Tasar zwingend in Führung gehen. Der Flügelflitzer vergibt seine zwei grossen Chancen freistehend vor dem Torwart jedoch kläglich.

Gegentor in FCA-Drangphase

Steckt man in einer dreckigen Situation wie der FC Aarau, kommt alles zusammen. Das gilt für die ganze Saison und das gilt auch gestern Abend: Macht man die Tore trotz besten Chancen nicht, kassiert man sie. Nach 68 Minuten verliert Mats Hammerich vor dem Strafraum den Wiler Zé Eduardo aus den Augen, dieser wagt den Distanzschuss, 1:0 für das Heimteam. Das Tor des Abends entsteht keineswegs aus einer zwingenden Torchance. Vielmehr trifft Zé Eduardo den Ball, wie er ihn in den nächsten zehn Jahren wohl nicht mehr treffen wird. Was das Ganze für den FCA nur noch bitterer macht.

Nach dem Tiefschlag ist die Luft draussen. Die Aarauer rennen zwar an, die grosse Chance zum Ausgleich kommt aber nicht mehr zustande. Entsprechend gross der Frust nach dem Schlusspfiff: Die Spieler verwerfen die Hände, die Blicke sind leer, Lust zu reden hat niemand.
Trainer Marinko Jurendic stellt sich dann doch und sagt: «Das Gegentor fällt in einer Phase, in der wie bessere Mannschaft sind und zwei hochkarätige Torchancen haben.

Das Chancenverhältnis spricht für uns, trotzdem haben wir es wieder nicht geschafft, ein Tor zu erzielen. Um das Glück wieder auf unsere Seite zu zwingen, muss von jedem einzelnen Spieler mehr kommen. Nach den drei Niederlagen müssen wir in der nächsten Woche die Köpfe frei kriegen.»

«Sind auf dem richtigen Weg»

Die Frage, die sich stellt: Ist Jurendic in der nächsten Woche überhaupt noch Trainer des FC Aarau? Die Entscheidung, dass es spätestens Ende Saison sowieso zum Trainerwechsel kommt, ist schon vor der Partie in Wil gefallen. Entweder greift die Klubführung nun schon früher ein, sprich in der bevorstehenden Länderspielpause. Oder sie beendet die verlorene Saison mit Jurendic.

Der 40-Jährige ist verständlicherweise frustriert und enttäuscht, dass die Kritik vor allem auf seine Person zielt. Sein Tenor: Nach den ersten fünf Rückrundenspielen mit neun Punkten sei noch alles gut gewesen, nun sei nach drei Niederlagen in Serie alles schlecht. Er sieht den FCA immer noch auf dem richtigen Weg. Jurendic: «Natürlich waren die drei Spiele ein Rückschlag. Nun muss von jedem Einzelnen mehr kommen.»

Lesen Sie die Partie hier im Liveticker nach:

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