Tennis

Für Amra Sadikovic ist der Fedcup eine Motivationsspritze

Amra Sadikovic wartet seit letztem Juni auf eine Halbfinalteilnahme an einem Profiturnier.

Amra Sadikovic wartet seit letztem Juni auf eine Halbfinalteilnahme an einem Profiturnier.

Die 24-Jährige aus Birr gehörte beim Playoff-Spiel um den Verbleib in der WeltgruppeII wieder zur Landesauswahl. Sie erhofft sich von Fedcup-Nominationen auch einen Schub für ihre Einzelkarriere, die zuletzt etwas ins Stocken geraten war.

Das Schweizer Fed-Cup-Team hat das Playoff-Spiel um den Verbleib in der Weltgruppe II gegen Brasilien souverän mit 4:1 gewonnen. Und dies, obwohl mit Stefanie Vögele (WTA 77) aus Leuggern und der Bernerin Romina Oprandi (WTA 101) die Nummern eins und drei des Landes gefehlt haben.

Trotzdem war eine Athletin aus dem Kanton Aargau mit dabei: Amra Sadikovic (WTA 300), die seit 2009 zum Fed-Cup-Team gehört, jedoch bei der letzten Begegnung gegen Frankreich von Captain Heinz Günthardt nicht mehr aufgeboten wurde. «Mir bedeutet es sehr viel, dass ich wieder dabei sein durfte. Es sind ja nur vier Spielerinnen, die das Land vertreten. Die Teilnahme ist daher eine Ehre», sagt die 24-Jährige aus Birr.

Hartes Training in Brasilien

Bereits eine Woche vor dem Start der Fed-Cup-Partie sind die Schweizerinnen im Austragungsort Catanduva angekommen. Es war eine lange und beschwerliche Reise in die Stadt mit gut 110 000 Einwohnern, die rund 400 Kilometer ausserhalb von São Paulo liegt. Viel Zeit blieb den Spielerinnen aber nicht, um sich von den Reisestrapazen zu erholen.

Zweimal täglich liess Günthardt seine Athletinnen auf der roten Asche trainieren, wobei diese vor allem mit der klimatischen Umstellung zu kämpfen hatten. «Es war bis auf einen Tag immer sehr heiss, meist rund 34 Grad, und die Sonne brannte richtig auf der Haut», sagt Sadikovic.

Locker und temperamentvoll

Die Aargauerin war das erste Mal in Brasilien. Vom Land hat sie wegen der Trainings nicht viel gesehen. «Es reichte aber immerhin für einen Ausflug in ein Shoppingcenter», schildert sie lachend. Trotzdem konnte sie einen Eindruck von der brasilianischen Mentalität gewinnen. «Die Menschen sind sehr freundlich und entspannt.

Sie können aber auch sehr temperamentvoll und laut sein, was man vor allem am ersten Spieltag sehen und hören konnte. Ansonsten nehmen sie alles ziemlich locker – auch die Pünktlichkeit. Wenn du mit dem Shuttle um halb neun losfahren willst, musst du diesen spätestens auf 8.15 Uhr bestellen, damit er pünktlich ankommt. In solchen Situationen wird einem bewusst, wie schön wir es in der Schweiz haben.»

Sadikovic blieb ohne Einsatz

Obwohl Sadikovic am Wochenende als einzige Schweizer Spielerin keinen Ernstkampf bestreiten durfte – Heinz Günthardt hatte sie fürs Doppel nominiert, setzte dann aber auf Belinda Bencic (WTA 96) –, ist die 24-Jährige überzeugt, dass die Fed-Cup-Teilnahme ihrer Einzelkarriere einen Schub verleihen kann. Einen Schub, den sie dringend benötigt, denn in den letzten Monaten lief es ihr überhaupt nicht nach Wunsch.

Seit letztem Juni wartet Sadikovic, die derzeit ohne Coach unterwegs ist, vergeblich auf eine Halbfinalteilnahme bei einem Profiturnier und hat in der Weltrangliste beinahe 80 Plätze eingebüsst. «Es könnte definitiv besser laufen. Aber ich werde dranbleiben und weiter hart trainieren», bemüht Sadikovic eine altbekannte Durchhalteparole. Dass mehr hinter ihrer Aussage steckt, kann sie diese Woche unter Beweis stellen. Obwohl sie erst heute aus Brasilien zurückkehrt, ist Sadikovic für das ITF-Turnier in Chiasso gemeldet.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1