Fussball 2. Liga
Titelverteidiger FC Lommiswil nimmt nach Fehlstart Fahrt auf

Der FC Lommiswil ist in der Solothurner 2. Liga seit mittlerweile sechs Spielen ungeschlagen. «Die Resultate und die Leistungen stimmen wieder», sagt Trainer Lukas Ebel.

Raphael Wermelinger
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Die Formkurve des FC Lommiswil mit Trainer Lukas Ebel zeigt aufwärts.

Die Formkurve des FC Lommiswil mit Trainer Lukas Ebel zeigt aufwärts.

Jose R. Martinez

Der Solothurner Meister kommt immer besser in Fahrt. Der FC Lommiswil ist in der 2. Liga das Team der Stunde. Am Mittwoch feierte die Mannschaft von Trainer Lukas Ebel mit dem 3:1-Erfolg gegen Härkingen den dritten Sieg in Serie. Lommiswil ist seit nunmehr sechs Spielen ungeschlagen und belegt momentan – mit einem Spiel mehr auf dem Konto – den zweiten Tabellenplatz hinter dem FC Olten.

«Nicht nur die Resultate, auch unsere Leistungen stimmen jetzt wieder», freut sich der 26-jährige Trainer. Sein Team war mit drei Unentschieden gegen Iliria, Italgrenchen und Trimbach sowie einer Niederlage gegen Klus/Balsthal unter den Erwartungen in die Saison gestartet. «Fussballerisch war das gar nicht so schlecht, es war eher das Mentale, das nicht gepasst hat», sagt Ebel.

Der Meistertitel im Vorjahr sei den Spielern wohl etwas zu Kopf gestiegen: «Letztes Jahr ist alles aufgegangen für uns», erläutert er, «einige Spieler haben wohl gedacht, es läuft diese Saison einfach so weiter und haben es zu einfach genommen.» Sein Team sei teilweise zu selbstsicher und unkonzentriert aufgetreten: «Wir haben zu wenig füreinander gekämpft, jeder hat sich auf den anderen verlassen und selber zu wenig gemacht für das Team.»

Es sei schade, in der Startphase der Meisterschaft einige Punkte abgegeben zu haben, den Spielern habe dies aber gutgetan, meint Ebel: «Wir haben gemerkt, dass es noch mehr braucht, um wieder erfolgreich zu sein. Wir treten jetzt im Grossen und Ganzen stabiler und vor allem auch konsequenter auf.»

Nur 13 von 25 Spielern waren einsatzbereit

Die Leistung am Mittwoch im vorgezogenen Spiel der 11. Runde bezeichnet Ebel als sehr gut. Mit einem Doppelschlag in der 25. und der 27. Minute lenkte der FC Lommiswil das Spiel in die richtigen Bahnen und setzte sich am Ende mit 3:1 durch. Das letzte Mal, als der Titelverteidiger Punkte liegen gelassen hat, war am 26. September bei der Nullnummer auswärts beim Spitzenreiter FC Olten. «Wir hatten in den ersten zehn Minuten gute Chancen und hätten das Spiel vorentscheiden können», blickt Ebel zurück. «Danach war es ein offenes Spiel mit sehr wenigen Möglichkeiten auf beiden Seiten – ein klassisches 0:0.»

In den abschliessenden zwei Vorrundenspielen trifft der FC Lommiswil am Samstag auf den FC Biberist (4. Platz) und am Sonntag in einer Woche auf den SC Fulenbach (9.). Der Biberist-Match ist das dritte Spiel innert Wochenfrist. Als happig bezeichnet der Trainer das Programm: «Zuletzt standen mir von unserem ursprünglichen 25-Mann-Kader nur 13 Spieler zur Verfügung – das ist bitter.» Ein paar seien verletzt, einige in den Ferien; ausserdem grassiere gerade eine Grippe, die mehrere Spieler flachgelegt hat.

Nicht nur wegen der dünnen Personaldecke erwartet Lukas Ebel heute ein hartes Heimspiel gegen den FC Biberist. Seit dem Aufstieg in der Saison 2016/17 konnten die Lommiswiler die Biberister noch nie bezwingen. Insbesondere die 1:6-Klatsche im Cup im Oktober 2019 blieb im Gedächtnis haften: «Biberist ist ein sehr gutes Team, taktisch gut eingestellt – es wird wohl ein enger Match. Einen Favoriten sehe ich nicht. Den gibt es in dieser ausgeglichenen Saison sowieso nie.»

Um auf dem zweiten Tabellenplatz zu überwintern, braucht der FC Lommiswil wohl sechs Punkte aus den letzten beiden Partien. Iliria, Biberist und auch Subingen sitzen dem Meister im Nacken. Auch der Herbstmeistertitel ist indes noch nicht ausser Reichweite. Denn der Leader FC Olten muss noch gegen Biberist und Subingen sowie auswärts in Bellach ran – alles andere als Selbstläufer. An den ersten Platz denkt Lukas Ebel allerdings überhaupt nicht. Angesichts des schwachen Saisonauftakts wäre er mit einer Klassierung im vorderen Drittel der Tabelle nach der ersten Saisonhälfte bereits «sehr zufrieden».

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