NLA-Handball
Gute Nachricht nach Pleite gegen die Kadetten: Manuel Zehnder hat seinen Vertrag beim HSC Suhr Aarau bis 2023 verlängert

Der HSC Suhr Aarau verliert das Nachholspiel aus der 16. Runde der NLA auswärts bei den Kadetten Schaffhausen deutlich mit 24:31. Immerhin gibt es vor der Weihnachtspause neben der Platte gute Neuigkeiten: Das 21-jährige Eigengewächs Manuel Zehnder hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert und bleibt dem Verein erhalten.

Dean Fuss
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HSC-Routinier Patrick Strebel (r.) im Zweikampf am Kreis gegen Sebastian Frimmel.
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HSC-Trainer Misha Kaufmann spricht während eines Team-Timeouts zu seiner Mannschaft.
Der Schaffhauser Jonas Schelker (l.) wird von den HSC-Spielern Tim Aufdenblatten (:.) und Martin Slaninka geblockt.
HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten (M.) wird von den Schaffhausern Erik Schmidt (l.) und Philip Novak in die Mangel genommen.
Gute Neuigkeiten neben der Platte: Das 21-jährige Eigengewächs Manuel Zehnder hat seinen Vertrag beim HSC Suhr Aarau um zwei Jahre bis Ende der Saison 2022/23 verlängert.
João Ferraz, der portugiesische Linkshänder in HSC-Diensten, setzt sich gegen Kadettens Samuel Zehnder durch.
Der deutsche Erik Schmidt (l.) lässt HSC-Portugiese João Ferraz die Nähe spüren.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka (r.) setzt sich gegen Kadetten-Topskorer Sebastian Frimmel durch.
HSC-Co-Captain Tim Aufdenblatten im Zweikampf mit Angel Montoro, dem Spanier in Schaffhauser Diensten.
Mit einem Urschrei durch die Defensive: HSC-Slowake Martin Slaninka (M.) setzt sich am Kreis durch.
HSC-Routinier Patrick Strebel (l.) hängt sich an den Schaffhauser 2,13-Meter-Hünen Angel Montoro.
Diogo Oliveira, neben Ferraz der zweite Portugiese in Diensten des HSC, erzielte einen Treffer.
HSC-Rückraumspieler Sergio Muggli (l.) im Zweikampf mit dem Schaffhauser Gabor Csaszar.
HSC-Portugiese João Ferraz (r.) ist bei der Pleite in Schaffhausen vier Mal erfolgreich.
HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder im Abschluss, nach der Partie wurde seine Vertragsverlängerung kommuniziert.
Der slowakische HSC-Kreisläufer Martin Slaninka lässt sich insgesamt drei Treffer notieren.
HSC-Linkshänder João Ferraz (l.), der im Januar im WM-Aufgebot der Portugiesen stehen dürfte, im Zweikampf mit Sebastian Frimmel.
HSC-Topskorer Manuel Zehnder wirft drei Treffer.
HSC-Kreisläufer Martin Slaninka (r.) setzt sich gegen Kadetten-Spieler Philip Novak durch.
Routinier Patrick Strebel (1 Treffer) setzt sich am Flügel durch und kommt zum Wurf.
Lukas Herburger (l.) und seine Schaffhauser Teamkollegen kümmern sich kompromisslos um HSC-Rückraumspieler Manuel Zehnder.

HSC-Routinier Patrick Strebel (r.) im Zweikampf am Kreis gegen Sebastian Frimmel.

Alexander Wagner

Der HSC Suhr Aarau beendet das Jahr 2020 mit einer deutlichen 24:31-Pleite auswärts bei den Kadetten Schaffhausen. Klar, die Vorbereitung war nicht ideal gewesen. So hatte die Zeit nach der zehntägigen Quarantäne gerade einmal für vier Mannschaftstrainings gereicht.

Dennoch hatte sich HSC-Trainer Misha Kaufmann im Vorfeld der Partie optimistisch gezeigt, weil er in den wenigen Trainingseinheiten einen positiven Eindruck von seinen Spielern erhalten hatte.

Entweder hat er sich getäuscht oder seine Mannschaft war am Montagabend schlichtweg nicht in der Lage, die Form auf die Platte zu bringen. Die HSC-Spieler leisteten sich zu viele Fehler, die Defensive präsentierte sich ungewohnt löchrig und die Torhüter Dragan Marjanac und Dario Ferrante zogen mit einer kombinierten Abwehrquote von gerade einmal 18 Prozent keinen idealen Abend ein.

Unerfreuliche Premiere: Erstmals in dieser Saison über 30 Gegentreffer

Und so kam es gar noch zu einer unerfreulichen Premiere: Erstmals in der laufenden Saison kassierte der HSC über 30 Gegentreffer. Ähnlich viele Treffer hatten die Aargauer nur bei der 26:29-Niederlage zum Saisonauftakt Anfang September auswärts gegen St. Otmar St. Gallen zugelassen.

Insofern ist die erst vierte Saisonniederlage, die erste nach zuletzt fünf Partien mit drei Siegen und zwei Unentschieden, folgerichtig. «So wollten wir uns nicht in die Weihnachtspause verabschieden», sagt HSC-Routinier Patrick Strebel stellvertretend für die gesamte Mannschaft. «Wir haben zu viele Fehler gemacht und waren nicht clever genug.»

Der 28-jährige Allrounder, der auch in Schaffhausen wieder auf verschiedenen Positionen zum Einsatz kam, wollte auch die kurze Vorbereitungszeit nach der Quarantäne nicht als Ausrede gelten lassen: «Einerseits waren wir körperlich frischer, andererseits fehlte uns etwas der Spielrhythmus. Aber es hat auch früher schon Phasen mit zehn Tagen ohne Ernstkampf gegeben – das kann also keine Ausrede sein.»

Poloz und Laube fehlten nach Corona-Infektion

In Schaffhausen musste man beim HSC auf den rechten Flügel David Poloz und den Kreisläufer Lukas Laube verzichten. Die beiden erfüllten nach ihren positiven Coronatests von vor rund zwei Wochen die Vorgaben für eine Rückkehr in den Spiel- und Trainingsbetrieb noch nicht.

Dies, weil das vom HSC angewendete internationale «Return to play»-Protokoll vorsieht, dass nach einer Infektion mit Covid-19 ein mehrstufiger Prozess durchlaufen werden muss, bevor der betroffene Spieler wieder mittun darf. So sollen allfällige Folgeerkrankungen durch zu frühe körperliche Höchstleistungen – wie beispielsweise Herzmuskelentzündungen – präventiv verhindert werden.

Manuel Zehnder verlängert Vertrag beim HSC bis 2023

Immerhin gab es am Montagabend auch gute Neuigkeiten neben der Platte: So hat der HSC vermeldet, dass er den Vertrag mit Eigengewächs Manuel Zehnder verlängert hat. Der 21-jährige Rückraumspieler gilt als wichtiges Puzzleteil in der Zukunftsplanung des Vereins. Insofern darf es als grosser Erfolg gewertet werden, dass er vom Verbleib beim HSC Suhr Aarau überzeugt werden konnte.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass Zehnder rund um den Jahreswechsel doch nicht zu seiner Länderspiel-Premiere kommen wird: Er wird dem Nationalteam-Aufgebot für die vier Testspiele rund um den Jahreswechsel keine Folge leisten. Gemäss Mitteilung hat sich Zehnder aus «persönlichen Gründen» bei Nationaltrainer Michael Suter abgemeldet. Konkretere Angaben dazu gab es nicht.

Damit kann sich Zehnder wie auch das Gros seiner Teamkollegen in den kommenden zwei Wochen ausruhen. Hingegen werden João Ferraz und David Poloz voraussichtlich im WM-Aufgebot Portugals beziehungsweise Tschechiens stehen und den Trainingsauftakt Anfang Januar verpassen. Ob dasselbe auch für Ferraz’ Landsmann Diogo Oliveira gilt, wird sich noch zeigen.

Der Match

Zum Abschluss des Jahres gastiert der HSC Suhr Aarau am Montagabend bei den Kadetten Schaffhausen. Vier Tage und ebenso viele Trainingseinheiten nach dem Ende ihrer zehntägigen Quarantäne misslingt den Gästen der Auftakt in die Partie: Nach knapp sechs Spielminuten liegen die Aargauer bereits mit 1:4 zurück.

Obwohl der HSC zwischenzeitlich wieder auf einen Treffer Rückstand (5:6) heran kommt und sogar die Chance auf den Ausgleich hat, beträgt die Differenz zu Ungunsten der Gäste zwölf Minuten später vier (5:9), weitere zwei Minuten später sogar fünf Treffer (6:11).

Bis zur Pause gelingt es dem HSC nicht mehr, sich näher an die Kadetten heran zu kämpfen. Im Gegenteil: Weil der letzte Angriff der Gäste am gegnerischen Kreis versandet, liegen sie beim Gang in die Kabine sogar mit 9:15 zurück. Suhr Aarau läuft es in der ersten Halbzeit schlicht und einfach nicht: Co-Captain Tim Aufdenblatten und seine Teamkollegen leisten sich zu viele Fehlwürfe sowie Technische Fehler. Und die Torhüter Dragan Marjanac (2 Paraden) und Dario Ferrante (0) kommen auf eine kombinierte Abwehrquote von 12 Prozent.

Nach der Pause wird es vorest nicht besser: Nach nur anderthalb Minuten im zweiten Durchgang ist der Rückstand bereits auf sieben Treffer (9:16) angewachsen. Der HSC ist zwar mit Ballbesitz aber eben auch in Unterzahl in die zweite Halbzeit gestartet.

In der Folge entwickelt sich das Skore abwechslungsweise weiter. Bis in die 45. Minute. Dann aber müssen die Aargauer die Schaffhauser nach einem Technischen Fehler erstmals auf acht Treffer (14:22) davon ziehen lassen. Damit scheint die Partie vorentschieden. Umso mehr, als dass der Rückstand knapp neuneinhalb Minuten vor der Schlusssirene sogar auf zehn Treffer (17:27) angewachsen ist.

Zwar gelingt es dem HSC in den Schlussminuten, nocht etwas Resultatkosmetik zu betreiben, doch eine unerfreuliche Saisonpremiere können die Spieler von Trainer Misha Kaufmann nicht mehr verhindern: dreieinhalb Minuten vor der Schlusssirene kassieren sie den 30. Gegentreffer (22:30). So viele waren es in der Spielzeit 2020/21 bisher noch nie.

Und es ist ja noch nicht ganz Schluss: Nach weiteren Treffern auf beiden Seiten endet die Partie aus Aargauer Sicht mit einer deutlichen 24:31-Niederlage. Damit muss der HSC Suhr Aarau zum Abschluss des Jahres einen kleinen Dämpfer hinnehmen.

Telegramm

Kadetten - Suhr Aarau 31:24 (15:9)

BBC Arena, Schaffhausen. – Keine Zuschauer. – SR Brunner/Salah. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Kadetten Schaffhausen, 1-mal 2 Minuten gegen Suhr Aarau.

Kadetten Schaffhausen: Pilipovic (11 Paraden)/Kovacs (1); Csaszar (10 Tore), Frimmel (5), Gerbl (1), Herburger (1), Maros (4), Montoro (6), Novak, Schelker, Schmidt (1), Schopper, Tominec (1), Zehnder (2).

Suhr Aarau: Marjanac (7 Paraden)/Ferrante; Attenhofer (2 Tore), Aufdenblatten (5), Ferraz (4), Oliveira (1), Muggli, Parkhomenko (3), Reichmuth (2), Slaninka (3), Strebel (1), Zehnder (3).

Bemerkungen: Suhr Aarau ohne Grazioli, Kalt (beide verletzt), Poloz, Laube (beide rekonvaleszent), Brandt, Müller, Kalt und Peter (ohne Einsatz). – Verhältnis verschossener Penaltys: 0:0.

Sie haben die Partie verpasst? Schauen Sie sie sich hier in der Aufzeichnung des Livestreams an: